Business Intelligence Tools – Teil 1

Daten machen sich bezahlt – Datenintegration im B2B

| Autor / Redakteur: Michael Märtin / Georgina Bott

Das Data Warehouse stellt den Mitarbeitern konsolidierte Daten zur Verfügung – für unverfälschte Ergebnisse.
Das Data Warehouse stellt den Mitarbeitern konsolidierte Daten zur Verfügung – für unverfälschte Ergebnisse. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Unbestreitbar sind Business-Intelligence-Tools (BI) für Datenanalyse und Reporting auch in B2B-Unternehmen weiter auf dem Vormarsch. Was aber sind die Voraussetzungen, damit sich Datenanalysen für B2B-Unternehmen tatsächlich lohnen?

Wer Wettbewerbsvorteile generieren, Chancen ergreifen und effizienter arbeiten möchte, trifft Entscheidungen längst nicht mehr aus dem Bauch heraus. Stattdessen nutzen Controlling-, Vertriebs- und Marketing-Entscheider moderne BI-Systeme, mit denen sie aus digitalen Informationen fundierte Handlungsempfehlungen ableiten können.

Das Big-Data-Problem

In Zeiten von Big-Data ist die tägliche Datenflut scheinbar unendlich. Geschäftskunden informieren sich ebenso wie Privatpersonen umfassend über verschiedenste digitale Kanäle, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Händler-Onlineshops gehören in vielen B2B-Unternehmen inzwischen zum Standard-Service und erzeugen einen riesigen Pool an Informationen. Rechnet man hierzu die internen Unternehmensinformationen, erschwert nicht nur die Menge der Daten den B2B-Entscheidern aussagekräftige Analysen, sondern auch die Vielfalt ihrer Quellen. Die Rechnung „mehr Daten gleich bessere Erkenntnisse“ geht selten auf. Stattdessen gilt es, die richtigen Daten zum richtigen Zeitpunkt als Entscheidungsgrundlage zu nutzen. Hierfür sind Unternehmen gefordert, aus der ungeordneten und aus unterschiedlichsten Formaten zusammengesetzten Datenmenge zunächst eine einheitliche und qualitativ hochwertige Datenbasis zu generieren. Die zu analysierenden Daten müssen vollständig, relevant und aktuell sein, wenn die daraus erstellten Reports als echte Entscheidungshilfen fungieren sollen.

Ungeeignete Daten und ihre Folgen

Anwender aus Fachabteilungen wie Controlling, Marketing und Vertrieb benötigen unterschiedliche Analysen, um ihre Daten auswerten zu können. Wichtig ist aber, dass die Auswertung immer auf Grundlage einer konsolidierten Datenbasis geschieht. Nur so lässt sich der Bezug von Reports zu den realen Gegebenheiten im Unternehmen herstellen. In der Praxis greifen Fachanwender jedoch häufig auf eigene Informationen zurück, weil die benötigten fachlichen Inhalte in der allgemeinen Datenbank gar nicht oder nicht in der erforderlichen Qualität zur Verfügung stehen. Die Folgen einer mangelhaften Datenqualität sind aber schwerwiegend: Auf operativer Ebene kann es zu unzufriedenen Kunden oder Mitarbeitern kommen. Zudem kann es passieren, dass Vertriebs- oder Marketingmaßnahmen ungenau sind oder ins Leere laufen. Langfristig führt eine fehlerhafte Datenbasis zu erheblichen Komplikationen hinsichtlich Definition und Ausführung der Geschäftsstrategie.

Datenintegration und Data-Warehouse als Dreh- und Angelpunkt der BI-Lösung

Der sichere Weg zu verlässlichen Zahlen und Daten besteht in einer entsprechenden Aufbereitung durch Integrationssoftware. Anbieter wie Talend, Informatica oder TIBCO stellen Lösungen zur Verfügung, die mithilfe enthaltener ETL-Tools (Extrahieren – Transformieren – Laden) heterogene Daten aus unterschiedlichsten Quellen und IT-Systemen innerhalb und außerhalb des Unternehmens sammeln und angleichen.

In eine Zieldatenbank (Data-Warehouse) geladen, liegen sie dann in einheitlichem Schema und Format vor, sodass sie trotz möglicher Änderungen von Inhalten oder Quellen stets vollständig und konsistent verfügbar sind. Das Data-Warehouse sollte der Ausgangspunkt jedes BI-Projekts sein. Hier lohnt es sich, auf eine flexible Datenbankarchitektur zu achten, die sich den eigenen Prozessen und Systemen anpasst und gemäß individuellen Anforderungen erweiterbar ist. Das Data-Warehouse gewährt B2B-Unternehmen einen skalierbaren und codefreien Zugriff auf alle relevanten Daten. Je nach Anforderung stehen diese wahlweise im Echtzeit-, Änderungserfassungs- oder Batch-Verfahren bereit.

Datenaufbereitung und -integration sind Pflicht

Alles in allem sind B2B-Unternehmen gut beraten, BI-Lösungen zur datenbasierten Analyse für ihre Entscheidungsfindung zu nutzen. Der Erfolg dieser Maßnahmen steht und fällt allerdings mit der vorhergehenden Datenaufbereitung. Ohne eine adäquate Datenintegration und die Bereitstellung der Daten im Data-Warehouse arbeiten Fachabteilungen eventuell mit unterschiedlichen Informationen, was die Erkenntnisse verfälscht. Für die strategische Aufstellung von B2B-Unternehmen ist es überaus wichtig, dass alle mit der gleichen, aus allen wichtigen Quellen extrahierten Datenbasis arbeiten und im Data-Warehouse alle fachspezifischen und allgemeine Daten in guter Qualität für ihre Analysen abrufen können. Nur so machen sich die Daten auch bezahlt.

Vorschau Teil 2

Im zweiten Teil der Serie „Business Intelligence Tools“ am Freitag, den 09. Juni erfahren Sie, wie Sie Visualisierungs- und Reporting-Tools nutzen können, um Erkenntnisse auf einen Blick sichtbar zu machen und komplexe Zusammenhänge zu vereinfachen.

Klarheit durch Visualisierung – Datenanalyse im B2B-Handel

Business Intelligence Tools – Teil 2

Klarheit durch Visualisierung – Datenanalyse im B2B-Handel

09.06.17 - Kaum ein Unternehmen kommt inzwischen am Thema Datenanalyse vorbei – sofern es wettbewerbsfähig bleiben möchte. Doch die vorhandenen Daten sind schon wegen ihrer Menge so unüberschaubar, dass selbst geübten Analysten die Interpretation zunehmend schwerer fällt. lesen

Dipl.-Informatiker Michael Märtin ist Mitbegründer und Geschäftsführer der atlantis media GmbH.
Dipl.-Informatiker Michael Märtin ist Mitbegründer und Geschäftsführer der atlantis media GmbH. (Bild: atlantis media)

Über den Autor

1994 war Dipl.-Informatiker Michael Märtin Mitbegründer und ist seitdem Geschäftsführer der atlantis media GmbH, einer Agentur für digitale Geschäftsprozesse und moderne E-Commerce-Systeme. Während die Kernthemen zunächst die Entwicklung und der Vertrieb von Branchenlösungen waren, erweiterte Märtin das Portfolio rund um die Themen Internet, E-Commerce und digitale Geschäftsprozesse. Heute ist das Unternehmen mit Firmensitz in Hamburg ein moderner Internet-Dienstleister mit über 30 Mitarbeitern.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44716296 / Digital)