Interview Marketing Automation

„Marketing-Deutschland muss mit Engineering-Deutschland Schritt halten“

| Redakteur: Georgina Bott

Kann Marketing-Deutschland mit Engineering-Deutschland Schritt halten? Eine aktuelle Umfrage stellt sich nun dieser Frage und untersucht, wie weit Deutschlands B2B Marketer in Sachen Marketing Automation bereits sind.
Kann Marketing-Deutschland mit Engineering-Deutschland Schritt halten? Eine aktuelle Umfrage stellt sich nun dieser Frage und untersucht, wie weit Deutschlands B2B Marketer in Sachen Marketing Automation bereits sind. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Starten Deutsche B2B Unternehmen jetzt auch im digitalen Marketing richtig durch? Prof. Uwe Hannig vom IFSMA und Thomas Foell, wob AG, erklären uns im Interview, warum Marketing Automation als Chance im B2B angesehen werden sollte.

Die Hannover Messe 2017 hat gezeigt, dass es mit Industrie 4.0 in Deutschland schnell vorwärtsgeht. Die VDI Nachrichten prognostizieren in diesem Kontext eine mögliche Produktivitätssteigerung von bis zu acht Milliarden Euro. Diesem hohen Innovationstempo in Produktion und Logistik steht auch im B2B Marketing durch den Einsatz von Marketing Automation ein riesiges Effizienzpotential gegenüber – davon sind Prof. Uwe Hannig vom IFSMA (Institut für Sales und Marketing Automation) und Thomas Foell von der B2B Agentur wob AG überzeugt. In unserem Gespräch geht es deshalb um den Stand von Marketing Automation in Deutschland und um die wichtigsten Vorteile sowie Hinderungsgründe für Marketing Automation in deutschen B2B Unternehmen.

Professor Hannig, Herr Foell, warum setzen Sie Industrie 4.0 und Marketing Automation in Bezug zueinander?

Prof. Uwe Hannig: Wir fanden es ganz interessant und vielleicht auch ein wenig „typisch deutsch“, dass wir im Engineering wie so oft ganz weit vorne mitspielen, aber uns bei Marketing-Innovationen eher zögerlich verhalten.

Thomas Foell: Für Industrie 4.0 ist der Ehrgeiz der Ingenieure in Deutschland nach wie vor sehr groß. Aber wir rechnen stark damit, dass die deutschen Marketing Entscheider in Sachen Effizienz durch Automation und Digitalisierung bald zu ihren Kollegen aus der Produktion aufschließen werden.

Sehen Sie konkrete Belege dafür?

Thomas Foell: Es hat sich einiges getan in den letzten Jahren. Aber als wir die erste Auflage unserer Studie mit anderen verglichen haben, konnten wir deutlich sehen, dass zum Beispiel UK und USA weit voraus sind, was die Implementierung von Marketing Automation Systemen betrifft.

Prof. Uwe Hannig: Allerdings, so kamen wir dann auch auf die provokative Aussage „Marketing-Deutschland muss mit Engineering-Deutschland Schritt halten.“ Denn es ist doch so: Wenn Industrie 4.0 solch riesige Effizienzpotenziale in Produktion und Logistik hat, muss das Marketing logischerweise mithalten, um das alles auch zu realisieren. Und da ist Marketing Automation eigentlich der valide Ansatz überhaupt.

Und wie weit sind die deutschen B2B Marketer damit tatsächlich?

Prof. Uwe Hannig: Der Blick auf unsere Studie von 2016 zeigt, dass Marketing Automation in Deutschland bei etwa einem Drittel der B2B Unternehmen implementiert ist – davon sind über 80 Prozent zufrieden und planen weitere Investitionen.

Thomas Foell: Die im letzten Jahr von dem Drittel der damaligen Marketing Automation Nutzer berichteten Erfolge sind vor allem die effektivere Zusammenarbeit zwischen Marketing und Vertrieb, ein verbessertes Leadmanagement und dass sie einen reellen, messbaren Wert für ihr Geld erhalten. Ein weiteres Drittel hatte die kurzfristige Implementierung bis Ende 2017 schon im Plan.

Prof. Uwe Hannig: Erwähnenswert ist auch, dass man spürt, dass insbesondere der Mittelstand von den Anbietern mehr Hilfestellung, transparentere Angebote und konkrete Leistungsbeschreibungen erwartet. Ich denke, dass ist auch eine wichtige Lektion für Softwareanbieter und Agenturen.

Deshalb beleuchten Sie dieses Thema auch in Ihrer neuen Studie 2017, oder?

Thomas Foell: Ja, im Thema Marketing Automation steckt so viel Dynamik, dass sich dieser genaue Blick lohnt. Wir müssen in der gesamten B2B-Branche beobachten, wie schnell sich da Dinge bewegen und was sich im Vergleich zum letzten Jahr verändert hat.

Prof. Uwe Hannig: Wir hoffen, dass wieder viele B2B Manager teilnehmen, ich glaube, die Ergebnisse sind dann ja auch für alle Beteiligten eine erhellende Übersicht über den Status Quo des Themas in Deutschland und helfen bei der eigenen Planung.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

„Automatisch mehr Geschäft? Die Zukunft von Marketing Automation in Deutschland“

Digitalisierung und Marketing Automation sind auch in diesem Jahr ein Kernthema für die B2B-Branche. Um den Status quo dieser Themen darzustellen führt die wob AG gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Institut für Sales und Marketing Automation (IFSMA) eine Befragung durch. Um die Ergebnisse mit der Studie „Automatisch besser? Die Zukunft von Marketing & Sales Automation in Deutschland“ aus dem letzten Jahr – der bis heute größten Studie zum Thema in Deutschland – zu vergleichen, sind auch in diesem Jahr wieder alle Interessenten im B2B Leadmanagement gefragt! Seien Sie ein teil der Studie und geben Sie uns Ihre Einschätzung zur Zukunft von Marketing Automation in Deutschland mit auf den Weg.

Jetzt teilnehmen und Kongressticket sichern!

Die Teilnehmer der Studie erfahren nicht nur als eine der Ersten, wo deutsche B2B-Unternehmen heute beim Thema Automatisierung in Marketing und Vertrieb stehen. Sie erhalten außerdem das Ticket zu den B2B-Days 2017, die am 17. und 18. Oktober in Würzburg unter dem Motto „Customer First! Kundenorientierung in Zeiten kollektiver Vernetzung“ stattfinden, zu einem um 20 Prozent vergünstigten Preis. Bitte tragen Sie hierfür am Ende des Fragebogens Ihre E-Mail-Adresse ein.

Professor Dr. Uwe Hannig ist Professor für „Information and Performance Management“ an der Hochschule Ludwigshafen und Direktor des Instituts für Sales und Marketing Automation (IFSMA).
Professor Dr. Uwe Hannig ist Professor für „Information and Performance Management“ an der Hochschule Ludwigshafen und Direktor des Instituts für Sales und Marketing Automation (IFSMA). (Bildquelle: IFSMA / Prof. Dr. Uwe Hannig)

Thomas Foell ist bei der B2B Fullservice Agentur wob verantwortlich für die Themen Lead Management/Marketing Automation und Social Media.
Thomas Foell ist bei der B2B Fullservice Agentur wob verantwortlich für die Themen Lead Management/Marketing Automation und Social Media. (Bild: wob AG)

Über Prof. Dr. Uwe Hannig

Uwe Hannig studierte BWL mit den Schwerpunkten Marketing, Controlling und Statistik an der Universität Mannheim. Er promovierte als Assistent am Marketinglehrstuhl der WHU Koblenz über die Entwicklung wettbewerbsorientierter Marketingstrategien und ist seit 1994 Professor an der Hochschule Ludwigshafen für BWL, insbesondere Information und Performance Management. Bereits 1998 beschäftigte sich Hannig in seinem Buch Managementinformationsysteme in Marketing und Vertrieb mit der Steuerung des Markterfolgs. Gemeinsam mit dem Mitentwickler des Balanced Scorecard Konzepts, David P. Norton, war er Herausgeber des Journal of Performance Management. Seit letztem Jahr ist er Direktor des Instituts für Sales und Marketing Automation.
Bereits als Student gründete Uwe Hannig eine Softwarefirma. Später leitete er mehrere Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, darunter ein Unternehmen für Marktforschung und Unternehmenskommunikation. Als Geschäftsführer eines Finanzdienstleistungsunternehmens und Geschäftsführer mehrerer Autohäuser lernte er die Herausforderungen im Vertrieb hautnah in der Praxis kennen.

Über Thomas Foell
Thomas Foell ist bei der B2B Fullservice Agentur wob verantwortlich für die Themen Lead Management/Marketing Automation und Social Media. Nach mehrjährigen Aufenthalten in China (Studium und Beruf) ist er ebenfalls stark im internationalen Agenturnetzwerk der wob aktiv. Aktuell entwickelt er im Task Team mit internationalen Kollegen ein Modell für globales B2B Content-Marketing.

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