Lernfeld „Digitale Transformation“ – Teil 1

Kooperation statt Konkurrenz

| Autor / Redakteur: Ulrike Stahl / Georgina Bott

Innovation sind immer ein kooperativer Prozess. Unsere menschliche Fähigkeit, kooperieren zu können, braucht dafür nur den richtigen Impuls.
Innovation sind immer ein kooperativer Prozess. Unsere menschliche Fähigkeit, kooperieren zu können, braucht dafür nur den richtigen Impuls. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Wer heutzutage sein Wissen isoliert, hegt und pflegt, kann in der digitalen Transformation schnell abgehängt werden oder komplexe Zusammenhänge übersehen. Kooperation statt Konkurrenz lautet die Devise.

Dank der digitalen Transformation durchlaufen wir einen ständigen Lernprozess, sowohl im technischen als auch im persönlichen Bereich. Das Neue, das immer schneller auf uns zukommt, betrifft Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen und verlangt nach Anpassung. Der global beschleunigte Verlauf ist einerseits Herausforderung für uns alle, andererseits beschert er den Unternehmen auch eine Fülle neuer Chancen. Vorausgesetzt wir sind uns darüber bewusst, dass beides – Herausforderung und Chancen – nur gemeinsam bewältigt und genutzt werden können.

Gemeinsam Wissen fördern

Besonders die erhöhte Vernetzung von Menschen, Daten und Organisationen sowie die Vielzahl neuer Kommunikationsformen inklusive ständiger sozialer Interaktion, verlangt ein vollkommen neues Mindset. Ein Beispiel: In der Wissenschaft galt es lange Zeit als verpönt, offen Hilfe bei Kollegen zu suchen. Das Konkurrenzdenken ist weit verbreitet und das Image überlegener Kompetenz gilt es zu pflegen. Spitzenforscher geben sich doch keine Blöße! Dr. Ijad Madisch, ein in Harvard ausgebildeter Virologe, findet jedoch, dass die Wissenschaft eine globale Gemeinschaft braucht, in der Fortschritte wichtiger sind als Egos. So gründet er im Jahr 2008 ResearchGate, ein soziales Netzwerk für Wissenschaftler, das dazu dienen soll, die besten Köpfe des Planeten zusammenzubringen. Was anfangs belächelt wurde, funktioniert: Heute wird ResearchGate von rund 12 Millionen Wissenschaftlern in 200 Ländern genutzt, wöchentlich kommen 10.000 Mitglieder hinzu und monatlich werden 2,5 Millionen Publikationen hochgeladen.

Effektivere Kommunikation dank neuer Technik

Nur wenn Menschen die Möglichkeit eröffnet wird, ihre Interessen kundzutun und nur wenn alle Beteiligten aktiv in die Lösungsfindung einbezogen werden, besteht die Möglichkeit, Win-Win-Lösungen herbeizuführen. Genau das ist dank der digitalen Transformation deutlich einfacher und schneller geworden und zwar unabhängig davon, wo sich die einzelnen Beteiligten gerade befinden:

  • Mit einer Email-Nachricht oder einer Videobotschaft können unzählige Menschen gleichzeitig informiert werden.
  • In internen Netzwerken können Meinungen ausgetauscht und unterschiedliche Ansätze diskutiert werden.
  • Dokumente können schnell hin- und hergeschickt und mit Kommentaren versehen weiterentwickelt werden.

Konsensentscheidungen sind dadurch deutlich schneller herbeizuführen.

Teilhabe fördert Unternehmensproduktivität

Konkurrenz ist ein Nullsummenspiel. Einer gewinnt, einer verliert. Der richtige Ansatz lautet: Möglichst viele gewinnen. Zumindest dann, wenn die digitale Transformation mit der Transformation unseres Mindsets einhergeht und immer mehr Mitarbeiter dazu bereit sind, ihr Wissen mit anderen Disziplinen oder Perspektiven zu verknüpfen. Wie es die Studie „Der Ruf nach Freiheit – innovationsförderliche Arbeitswelten aus Sicht der Arbeitenden“ der TU München aus dem Jahr 2016 zeigt. Drei von vier Mitarbeitern erklären, sie würden ihr Engagement erhöhen, wenn sie über neue Produkte und Entwicklungen mitentscheiden dürften. Und 80 Prozent, dass mit einer stärkeren Teilhabe an firmenrelevanten Entscheidungen die Produktivität steigen würde. Innovation, also die breite Durchsetzung einer Neuerung am Markt, ist immer ein kooperativer Prozess. Unsere menschliche Fähigkeit, kooperieren zu können, braucht nur den richtigen Impuls. Erfolgversprechend lautet die Devise: „So viel Kooperation wie möglich. So wenig Konkurrenz wie nötig.“

Vorschau auf Teil 2

In Teil zwei dieser Serie erklärt Ulrike Stahl, warum Kooperationen so wichtig sind und auf was es dabei ankommt. Der Beitrag erscheint am Donnerstag, den 21.09.2017 hier auf marconomy.

Ulrike Stahl ist erfolgreiche Unternehmerin, engagierter Coach und begeisterte Kooperationsbotschafterin.
Ulrike Stahl ist erfolgreiche Unternehmerin, engagierter Coach und begeisterte Kooperationsbotschafterin. (Bild: MM-PR)

Über die Autorin

Ulrike Stahl lebt und lehrt als Unternehmerin, Coach und Trainerin Kooperation und Zusammenarbeit seit mehr als 15 Jahren. Als Professional Speaker denkt und vermittelt sie das Thema Kooperation mit dem Mango-Prinzip inspirierend anders. Ihr Credo: „Kooperatives Verhalten ist kein netter Softskill, sondern das berufliche Überlebenshandwerkszeug."

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