Markenauftritt

Wie sich Bierbrauer mit ihrem Etikett in Szene setzen

| Redakteur: Georgina Bott

Um sich aus der Konkurrenz hervorzuheben, müssen Brauereien ihr Bier in Szene setzen – mit einem eindrucksvollen Label.
Um sich aus der Konkurrenz hervorzuheben, müssen Brauereien ihr Bier in Szene setzen – mit einem eindrucksvollen Label. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Craft Beer ist ein Trend, der aktuell ganz Deutschland erobert. Mit den steigenden Zahlen an Brauereien und neuen Präferenzen unter den Bierliebhabern müssen Brauer ihren Markenauftritt neu positionieren, um sich von der Masse abzuheben.

In den letzten zehn Jahren ist allein hierzulande die Zahl der Brauereien laut Deutschem Brauer-Bund von 100 auf 1.400 gestiegen. Dieser Trend sorgt dafür, dass sich neue Präferenzen unter den Bierliebhabern herauskristallisieren und Brauer ihren Markenauftritt neu positionieren. Dadurch steigt auch die Nachfrage nach Logos und Etiketten für Biermarken und Brauereien. Die Experten von 99designs haben die neuen Etikett-Kreationen analysiert und zeigen, wie die Brauereien ihren „Gerstensaft“ für ihre jeweilige Zielgruppe in Szene setzen.

Klassische Label für Traditionalisten:

Verlässt man sich auf ein klassisches Etiketten-Design, so kann man an die jahrhundertelange Tradition des Bierbrauens anknüpfen und sich bereits auf den ersten Blick das Vertrauen der Zielgruppe sichern. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Label nicht auch moderne Bestandteile enthalten darf, die letztlich für einen unvergesslichen Look sorgen. So hat sich zum Beispiel das Rüsselsheimer Bräu für eine flächige schwarz-goldene Farbgebung entschieden, die zwar an traditionelle Biersorten erinnert, aber durch die Serifenschrift mit klaren, geraden Zügen einen hochwertigen Anstrich erhält. Für die modern-traditionelle Kombination sorgt die flächige Illustration des Rüsselsheimer Leinreiter-Denkmals.

Moderne Label für Minimalisten:

Mit einem minimalistischen Design lässt sich ohne Umschweife das Wichtigste in den Vordergrund stellen: das Bier. So zeigt man seiner Zielgruppe, dass man einerseits weiß, was zählt, andererseits vermittelt man damit die reinen und klassischen Grundlagen, die sich bestenfalls auch im Geschmack des Getränkes wiederfinden. Die Etiketten von Schlossbräu Mariakirchen und Wörthseer Bräu buhlen mit leuchtenden Farben vor einem cleanen Hintergrund um die Gunst der Biertrinker und lenken mit ihren modernen Etiketten automatisch alle Blicke auf sich.

Künstlerische Label für Individualisten:

Bier ist nicht gleich Bier. Dies wissen insbesondere anspruchsvolle Bierliebhaber, die nicht nur beim Geschmack, sondern auch beim Label äußerst kritisch sind. Bei ihnen lässt sich vor allem mit künstlerisch inspirierten Labels punkten. Diese wirken einzigartig und zeigen, dass der Brauer seinem besonderen Bier ein ebenso besonderes Label verleihen will. Hierfür kommen oft Landschaftsdarstellungen und gezeichnete Bilder zum Einsatz. Beim österreichischen Stöffelbräu demonstriert die Illustration des schneebedeckten Gipfels die künstlerisch-individualistische Seite der Marke und schlägt gleichzeitig den Bogen zu den charakteristischen Bergen Österreichs.

Label im Retro-Look für Nostalgiker:

Für ein nostalgisch, verträumtes Gefühl sorgen Labels im Retro-Look. Die emotionale Brücke, die hiermit geschlagen wird, ist ein entscheidender Kauffaktor. Insbesondere regionale Eigenheiten lassen ein Gefühl von Heimat aufkommen und stellen damit eine persönliche Verbindung für den Kunden dar. Das Brauhaus zu Coburg und das Güschu 58 Braui aus der Schweiz zeigen, was den angesagten Retro-Look ausmacht: Der leicht vergilbte Hintergrund und die geschwungene Schrift geben dem Design einen Eindruck wie von damals.

Die Verbindung zum Kunden als Verkaufsargument

Bei der Gestaltung von Bier-Etiketten geht es darum, auf eine Wellenlänge mit dem Kunden zu kommen. Das erreichen Marken durch einen Appell an Vorlieben oder Emotionen – und am einfachsten durch einen Bezug zur Region. So hat sich die Hamburger Brauerei HafenCitizen für ein frisches und zeitloses Design entschieden, das an die Heimatliebe der Bierliebhaber appelliert und dessen Illustration die Silhouette des Hamburger Hafens zeigt. Dadurch wird die Verbundenheit zur Stadt mit einem humorvollen Blick aufs Produkt vermittelt, der für einen Wiedererkennungseffekt sorgt. Hier trifft Tradition auf Moderne und Regionalität – eine Mischung, die einfach funktioniert.

Eva Missling, General Manager Europe bei 99designs, sagt über die Bierlabel-Designs auf dem Marktplatz: „Der junge Craft Beer-Trend erfordert ein Umdenken unter Bierbrauern. Wer aus der Masse hervorstechen und die richtige Zielgruppe ansprechen will, muss seine Marke richtig in Szene setzen. Und das geht nur mit einem aussagekräftigen Etiketten-Design.“

Über 99designs

99designs ist der weltweit größte Online-Marktplatz für Grafikdesign. Das Unternehmen verknüpft die talentierte, freischaffende Designerwelt mit kreativen Menschen, cleveren Unternehmern und genialen Firmen – also mit allen, die großartige Designs schätzen.

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