Stress im B2B vorbeugen – Teil 2

Mit Burnout-Prävention zur Profitmaximierung

| Autor / Redakteur: Uwe Techt / Georgina Bott

Durch ein entspannteres Arbeitsumfeld und das Beseitigen der Stress-Ursachen kann die Burnout-Rate minimiert werden.
Durch ein entspannteres Arbeitsumfeld und das Beseitigen der Stress-Ursachen kann die Burnout-Rate minimiert werden. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Ein entspanntes Arbeitsumfeld zu schaffen und die Burnout-Rate zu minimieren geht nur, wenn die Ursachen des Stresses eliminiert werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Wenn Manager ihren Verantwortlichkeiten fokussiert nachgehen können, anstatt Multitasking zu betreiben und Managementintervention nicht bei jedem Konflikt die Standardantwort ist, nimmt das viel Druck von den Führungskräften. Bestehen zudem noch klare, unternehmensweite Vorgaben, die von allen befolgt und verstanden werden und haben auch Mitarbeiter die Befugnisse, wichtige Entscheidungen alleine zu treffen, sorgt das für ein optimales Arbeitsklima. Sind in so einem Fall Manager doch mal gefragt, geschieht das rechtzeitig und nicht erst, wenn das Projekt oder die Produktion hoffnungslos verspätet ist. Im Optimalfall befindet sich das Unternehmen nicht ständig im Krisenmodus, was sich auf die Mitarbeiter positiv auswirkt und letztendlich der Leistungsfähigkeit des Unternehmens zugute kommt.

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05.09.17 - Nur ein ständig beschäftigter Mitarbeiter ist ein guter Mitarbeiter? Diese Einstellung ist längst überholt. Chronisch überforderte Führungskräfte schaden dem Unternehmen mehr, als sie nutzen. lesen

Management-Fokus essenziell für Erfolg

Die Management-Aufmerksamkeit ist oftmals der einschränkende Faktor in Unternehmen. Dabei bietet genau dieser Fokus hilfreiche Ansätze, um ein produktiveres Arbeitsumfeld zu schaffen:

1. Unternehmensweite Strategie optimieren

Lokale Kennzahlen einzelner Bereiche führen oft zu unnötigen Konflikten. Es sollte stattdessen eine unternehmensweite Strategie bestehen, der sich alle Bereichsziele unterordnen. Somit wird nicht mehr nur auf lokaler Ebene optimiert, sondern die Verbesserungsinitiativen fokussieren sich dorthin, wo sie dem Unternehmen die größten Resultate bescheren können.

2. Übergreifende Prioritäten erschaffen

Bestehen übergreifende Prioritäten, die für jeden einsehbar sind und an die sich alle halten, werden Konflikte zwischen den Bereichen, Misstrauen der verschiedenen Führungsebenen, chronisches Multitasking und Hick-Hack um Ressourcen vermieden. Auch hier muss das Wohl des Unternehmens vor den Zielen der einzelnen Manager oder Abteilungen stehen.

3. Puffer als Versicherung

Obwohl ein robustes Unternehmen auf alles vorbereitet ist, sind unerwartete Ereignisse nie ganz auszuschließen. Bestehen allerdings Puffer, gibt es eine flexible Versicherung gegen die Ungewissheit.

4. Kernkonflikte anpacken

Anstatt nur oberflächlich die Symptome zu behandeln, müssen tiefliegende Konflikte hinterfragt werden, denn hier liegt das höchste Potential zur grundlegenden Verbesserung.

5. Mitarbeitern mehr Befugnisse zuweisen

Oft werden höhere Führungskräfte unnötig beansprucht, weil eine Diskrepanz zwischen Verantwortung und Befugnissen besteht. Das ist nicht nur ein Frustfaktor für die betroffenen Mitarbeiter, es legt auch Arbeit lahm, während auf eine Antwort gewartet wird.

Werden diese Verbesserungsansätze befolgt, werden viele der Probleme, mit denen Manager derzeit ihren Alltag verschwenden, ganz eliminiert oder können von Mitarbeitern alleine gelöst werden. In der Folge können sich Manager fokussiert nur mit dem beschäftigen, was das Unternehmen weiterbringt (die übergreifende Strategie). Gleichzeitig wird das Arbeitsklima verbessert und das Unternehmen gestärkt.

Reduzierung Work in Process

Ein zu hoher Work in Process hat zahlreiche negative Auswirkungen, wie hohes Multitasking und nicht verfügbare Ressourcen sowie unzureichende Vorbereitungen, da jeder ASAP startet. Fehlendes Material und Infos sorgen für längere Durchlaufzeiten. Aufgaben werden unterbrochen, weil Ressourcen abgezogen werden. Geringe Qualität und damit ständige Nachbesserungen verspäten das Projekt. Ständig sind Entscheidungen bezüglich der Prioritäten nötig, die sich täglich ändern, je nachdem, welcher Kunde am lautesten schreit. Der Druck auf Manager ist enorm und beeinträchtigt auf Dauer auch die stabilste Psyche. Wird aber die Anzahl aktiver Projekte oder Produktionsabläufe reduziert, fallen viele der genannten Symptome weg. Somit kann fokussiert und ununterbrochen gearbeitet werden und die Manager sind bei tatsächlich wichtigen Entscheidungen schneller zur Stelle. Die Durchlaufzeiten fallen - wodurch im Endeffekt oft mehr pro Jahr produziert werden kann als zuvor. Somit steht außer Frage: Die Investition in Burnout-Prävention stärkt den Menschen, das Unternehmen und den Profit … und rentiert sich damit definitiv!

Uwe Techt ist Topmanagement Coach, Speaker und Autor.
Uwe Techt ist Topmanagement Coach, Speaker und Autor. (Bild: MM-PR GmbH)

Über den Autor

Uwe Techt gilt als Vorreiter im deutschsprachigen Raum für die Nutzung der Theory of Constraints (TOC) und des Critical Chain Projektmanagements. Als strategischer Denker für grundlegende Verbesserungen und Durchbruchsinnovationen ist der Topmanagement Coach auch gefragt als Speaker und Autor. Zuletzt von ihm erschienen ist das Fachbuch „PROJECTS that FLOW“.

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