Agil werden, digital denken und Disruptives wagen – Teil 1

Wie B2B-Anbieter von innovativen Startups lernen können

| Autor / Redakteur: Anne M. Schüller / Georgina Bott

Sind arbeiten mit agilen Methoden, sind in der digitalen Welt zuhause und wagen Disruptives: die Millennials. Und wer die Zukunft erreichen will, muss fit und attraktiv sein für die Lebenswelt dieser Generation.
Sind arbeiten mit agilen Methoden, sind in der digitalen Welt zuhause und wagen Disruptives: die Millennials. Und wer die Zukunft erreichen will, muss fit und attraktiv sein für die Lebenswelt dieser Generation. (Bild: gemeinfrei / CC0)

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Die Generation der Millennials und ihre Startup-Gründer treiben die Wirtschaft mit atemberaubendem Tempo voran. Etablierte Unternehmen können viel von ihnen lernen – und gemeinsam mit ihnen erfolgreich sein.

Mit digitaler Kernkompetenz, einem enorm hohen Tempo und einem Riecher für Innovationen treiben Millennials neue Geschäfts-, Vertriebs-, Marketing-, Organisations-, Finanzierungs-, Kommunikations- und Kaufmodelle voran. Sie leben anders, sie arbeiten anders, sie lernen anders. So haben sie, von tradierten Methoden völlig entkoppelt, längst eine Parallelwelt erschaffen, die sich der Old Economy, wenn überhaupt, nur ansatzweise erschließt. Zunehmend definiert die junge Generation unsere Zukunft – und auch den Handlungsspielraum, den etablierte Anbieter darin haben.

Wie bitte geht’s zur digitalen Transformation?

Buch „Fit für die Next Economy“

Wie bitte geht’s zur digitalen Transformation?

29.05.17 - Wollen Unternehmen in Sachen digitale Transformation nicht den Anschluss verlieren, sollten sie auf die Digital Natives – oder auch Millennials genannt – setzen. Doch um diese Generation zu begeistern, müssen sie ihre Geschäftsmodelle zukunftsfit machen. lesen

Wer die Zukunft erreichen will, muss fit und attraktiv sein für die Lebenswelt dieser Generation. Denn es ist deren Welt, in die wir uns hineinbewegen. Anstatt also über das Jungvolk zu schimpfen, es sich gefügig zu machen oder Generationenkonflikte heraufzubeschwören, sollte die Wirtschaft besser ihre Chance darin erkennen. Die Digitalisierung schaltet gerade den Turbo ein. Der größte Umbruch aller Zeiten steht an. Wie Unternehmen den schaffen? Indem sie die Talente derjenigen nutzen, denen die Zukunft gehört: Millennials, die ins Internetzeitalter hineingeborenen Digital Natives.

80 Prozent ist Transformation

Dass in dieser neuen, rasanten Businesswelt Veränderungen notwendig sind, ist längst jedem Manager klar. Doch leider wird bei der omnipräsenten Diskussion um Digitales gerne vergessen: Jeder Transformationsprozess ist immer zugleich auch eine unternehmenskulturelle Herausforderung. Das Heil ist nicht nur in Technologien zu finden. Wem es nicht gelingt, die Menschen mitzunehmen, wird scheitern. Das Digitale macht vielleicht 20 Prozent aus, 80 Prozent ist Transformation. Zwingend betrifft der Veränderungsdruck auch die Organisationsstrukturen und Führungsprozesse.

Hier tritt die Millennial-Generation auf den Plan. Sie ist die bestausgebildetste und zugleich kreativste Generation, die es je gab. Sie will nicht herrschen, sondern gestalten. Der Wandel, den sie technologisch und kulturell bereits in Gang gesetzt hat, wird der größte aller Zeiten sein. Herkömmliches wird von ihr radikal infrage gestellt und Vorhandenes völlig neu kombiniert. Sie wird futuristisches Neuland besiedeln und Science Fiction vor unseren Augen wahr werden lassen.

Fundament für Zukunftsfähigkeit

Als digital fitte, vielseitig interessierte und global geprägte Generation erkennen Millennials Potenziale blitzschnell, können Marktdifferenzen identifizieren und Lösungen ganz neu kombinieren. Mit ständiger Veränderung umzugehen, darin sind sie erprobt. Komplexität meistern sie bestens. Sie besitzen eine ausgeprägte emotionale Intelligenz – und haben im Dschungel der Optionen immer einen Plan B. Sie sind Teamplayer, dialogbereit und bestens vernetzt.

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Millennials lehnen sich, und das ist der wohl größte Unterschied zur Transformationsgeneration der 68er, nicht gegen Altes auf. Sie machen, ganz unaufgeregt, einfach neu. Digitale Transformation? Da reiben sie sich verwundert die Augen. Was sollen sie da transformieren? In einem digital transformierten Kosmos leben sie längst. Und wenn sie Arbeitswelten schaffen, dann sind diese daran adaptiert. Der versierte Umgang mit Online-Medien und das Meistern von Bits, Bytes und Code ist ihr wichtigstes Kapital.

Gespür für Chancen am Markt

Mit Nischengespür packen Startups jede Chance beim Wickel, die sich durch die fortschreitende Digitalisierung ergibt. Sie brauchen keine Fabrik und auch keine Garage, um Geschäftsmodelle zu entwickeln, die die Etablierten erzittern zu lassen. Ein Laptop und WiFi reichen meist aus. Jedes ungelöste Kundenproblem kann für sie zu einem erfolgreichen Startpunkt werden. Während übliche Manager vor allem an ihre Quartalsziele und die Kosten denken, haben die Jungunternehmer längst verstanden, dass sich alles um die Kunden und ihre Daten dreht.

Domänen, in die sich tradierte Unternehmen erst noch mühsam hineindenken müssen, sind für sie seit Langem vertrautes Terrain. Sie bewegen sich ständig in Schwärmen, die in den Weiten des Web ihre Heimat haben. Sie haben auch längst verstanden, wie arm man bleibt, wenn man alles für sich behält, und wie reich man wird, wenn man teilt. Dies für sich zu nutzen, sich von jungen Gedanken und frischen Ideen inspirieren zu lassen, genau das macht den Unterschied zwischen den zukünftigen Überfliegern der Wirtschaft und dem übrigen Rest.

Zwei Wege für Miteinander-Initiativen

Natürlich ist die Erfahrung der Älteren nach wie vor wertvoll. Und zweifellos können die Juniors vom Wissen der Seniors sehr profitieren. Doch wirklich vorankommen werden etablierte Unternehmen fortan nur dann, wenn sie

  • erstens von der Arbeitsweise der Jungunternehmer und Startups, den Treibern des ökonomischen Wandels, lernen wollen und
  • zweitens die jungen Menschen, die im eigenen Unternehmen angestellt sind, aktiv in strategische und operative Entscheidungen einbeziehen.

Solches Vorgehen bringt etablierte Marktplayer am ehesten dazu, agiler zu werden, digitaler zu denken, kollaborativer zu handeln und Disruptives zu wagen.

Vorschau Teil 2

Die Digitalisierung dreht sich inzwischen derartig schnell, dass man ihr kaum noch mit eigenen Bordmitteln Herr werden kann. Trotz digitalem Wettrüsten sind traditionelle Unternehmen meist viel zu langsam. Startups und ihre Impulse sind deshalb geradezu unentbehrlich. In Teil zwei dieser Serie am 19. Juli hier auf marconomy.de, gibt Ihnen Anne M. Schüller vier Vorgehensweisen, die B2B-Anbieter von Startups lernen können, mit auf den Weg.

4 Vorgehensweisen, die B2B-Anbieter von Startups lernen können

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4 Vorgehensweisen, die B2B-Anbieter von Startups lernen können

19.07.17 - Die Digitalisierung dreht sich inzwischen derartig schnell, dass man ihr kaum noch mit eigenen Bordmitteln Herr werden kann. Trotz digitalem Wettrüsten sind traditionelle Unternehmen meist viel zu langsam. Startups und ihre Impulse sind deshalb geradezu unentbehrlich. lesen

Ergänzendes zum Thema
 
Ausbildung zum zertifizierten Customer Touchpoint Manager:

Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfach preisgekrönte Bestseller-Autorin und Business-Coach.
Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfach preisgekrönte Bestseller-Autorin und Business-Coach. (Bild: Anne M. Schüller)

Über die Autorin

Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfach preisgekrönte Bestseller-Autorin und Business-Coach. Sie gilt als Europas führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung. Anne M. Schüller zählt zu den gefragtesten Rednern im deutschsprachigen Raum. 2015 wurde sie in die Hall of Fame der German Speakers Association berufen. 25 Jahre lang hatte sie Führungspositionen in Unternehmen verschiedener Branchen in insgesamt zehn Ländern inne und dabei mehrere Auszeichnungen erhalten. Seit 2001 ist sie selbstständig tätig. Zu ihrem Kundenkreis zählt die Elite der deutschen, österreichischen und schweizerischen Wirtschaft. Ihr Touchpoint Institut bildet zertifizierte Touchpoint Manager aus.

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