B2B Events

So lernt eine Online-Plattform ihre Kunden kennen

| Autor / Redakteur: Philipp Kraatz / Georgina Bott

Um seine Kunden als Online-Plattform auf Augenhöhe kennenzulernen, eignen sich besonders Events. Warum davon nicht nur die Kunden profitieren, lesen Sie hier.
Um seine Kunden als Online-Plattform auf Augenhöhe kennenzulernen, eignen sich besonders Events. Warum davon nicht nur die Kunden profitieren, lesen Sie hier. (Bild: Philipp Kraatz)

Immer mehr Firmen treffen ihre Kunden nicht mehr persönlich. Doch wer seine Kunden nur als digitale Persönlichkeiten kennt, verschenkt Chancen. Hier erfahren Sie, wie Sie offline eine Beziehung zu B2B Kunden aufbauen, von der alle Seiten profitieren.

Als Startup im B2B Bereich hat man es bekanntlich nicht leicht. Insbesondere in der MICE Industrie trifft dies zu. Fast alle Manager und Assistenten verlassen sich auf die eigenen Besprechungsräume oder kennen Tagungshotels, die sie kontaktieren, wenn sie auf der Suche nach einem Meetingraum sind. Viele Entscheider vertrauen den Partnern, mit denen sie schon lange zusammenarbeiten. Sogar, wenn der Inhalt des geplanten Workshops kreatives Brainstorming ist und es vorteilhaft wäre, sich eine inspirierende Umgebung zu suchen.

Das Berliner Startup Spacebase versucht die Strukturen in diesem Markt aufzubrechen. Die Online Buchungsplattform, über die man außergewöhnliche Meeting- und Workshopräume mieten kann, hat ein klares Ziel: „Change the way we meet“. Man könnte die Plattform mit AirBnb vergleichen – nur eben im B2B Bereich. Wie das berühmte Vorbild nutzt auch Spacebase die Sharing Economy. Die Räume werden von Spacebase vermittelt, gehören aber unabhängigen Dritten. Deshalb sind die Spacebase Mitarbeiter auch nie bei der Schlüsselübergabe oder den über die Plattform gebuchten Meetings anwesend. Was kann eine solche Firma tun, um seine Kunden auf Augenhöhe kennenzulernen?

Der Marke ein Gesicht geben

Eine ausschließlich online agierende Buchungsplattform zu sein sollte in erster Linie mit für den Kunden resultierenden Vorteilen begründet sein. Und derer gibt es zweifelsohne einige, insbesondere die Möglichkeit, jederzeit und allerorts möglichen Zugriffs auf die Webseite zu haben. Was jedoch oft zu kurz kommt ist das Verständnis beider Seiten, mit wem man es eigentlich zu tun hat. Dabei ist gerade im B2B Bereich eine enge Kundenbeziehung unerlässlich. Noch viel mehr als im B2C Bereich spielen hier persönliche Beziehungen zur Marke und gute Erfahrungen eine Rolle. Und die entstehen durch Vertrauen und persönliche Bindungen. Diesem Automatismus können sich auch B2B Startups nicht entziehen. Doch sie können versuchen, neue Wege zu gehen, um Beziehungen aufzubauen. Spacebase hat sich entschieden, Events zu organisieren um die eigenen Kunden kennenzulernen und ihnen die Möglichkeit zu geben, mit dem Team und der Marke persönlich in Kontakt zu kommen.

Das Prinzip ist simpel. Die Events werden von Spacebase geplant und in verschiedenen Städten in Deutschland abgehalten. Eingeladen werden sowohl bestehende Kunden als auch potenzielle Interessenten und sogar völlig Fachfremde. Spacebase profitiert in lockeren Gesprächen von Kundenfeedback, das weit über das Niveau einer E-Mail Umfrage hinausgeht. Auf den Events sind Kunden im ungezwungenen Rahmen eher willig konstruktiv Kritik zu üben oder Verbesserungswünsche zu äußern.

Die Veranstaltungen finden immer in Lokalitäten statt, die auch auf der Plattform gebucht werden können. Häufig stehen sie repräsentativ für die schönsten, innovativsten oder ungewöhnlichsten Räumlichkeiten der jeweiligen Stadt. Dazu werden Experten eingeladen, die zu Trend Themen wie Design Thinking referieren. So bekommen die Gäste nicht nur neue Denkanstöße, sondern können erleben, welche Vision Spacebase verfolgt. Insofern dienen die Events auch als Überprüfung der Sinnhaftigkeit des eigenen Geschäftsmodells: Es wird nicht versucht, den Gästen einzureden, dass diese Art Meeting ihnen zu gefallen hat. Jeder kann selbst entscheiden, ob es einen Unterschied macht, in welcher Umgebung man sich trifft. Die Zahlen sagen: Nicht selten kommt es vor, dass Teilnehmer nach den Events ihren selten genutzten Besprechungsraum auf der Webseite des Unternehmens registrieren, häufig kommt es vor, dass sie zu Stammkunden werden.

Sharing Economy ist mehr als ein Buzzword

Doch es geht nicht nur darum, Kundenbindungen zu stärken. Natürlich ist es wichtig, dass Kunden Gesichter mit der Marke verbinden können. Aber darüber hinaus bieten die Events auch eine gute Möglichkeit, die Vorteile des Sharing Economy Ansatzes hervorzuheben. Dadurch, dass Teilnehmer aus unterschiedlichen Firmen und Branchen kommen, sind schon überraschende Kooperationsmöglichkeiten entstanden. Inzwischen hat sich durch die Events in einigen Städten eine regelrechte Community gebildet. Das macht die Events zu mehr als nur Marketingtools. Sie stellen eine Möglichkeit dar, sich auszutauschen, zu vernetzen und neue Inspirationen zu bekommen. Wem es gefällt, der bringt beim nächsten Mal Kollegen oder Freunde mit, rekrutiert so nebenbei neue Kunden und sorgt dafür, dass die Veranstaltungen durch neue Gesichter immer spannend bleiben. Spacebase ist zwar Gastgeber, im Mittelpunkt stehen jedoch die Gäste. Sie erleben das Unternehmen nicht nur als Verkäufer einer Dienstleistung.

In Zukunft will Spacebase noch stärker auf Events setzen. Neben den bisher organisierten Networking Events, Location Touren und Workshops werden verschiedene neue Formate getestet. Die Vision ist, den Bedeutungshorizont des Wortes „Meetings“ auszuweiten und bekannte Dimensionen aufzubrechen. Und hier schließt sich der Kreis: Dadurch, dass Spacebase seine (potenziellen) Kunden an ihrer Vision teilhaben lässt, kann das Unternehmen nicht nur sein Produkt verbessern, sondern seine Kunden auf Augenhöhe kennenlernen. Und wer bei den Events teilgenommen hat, so die Hoffnung, wird in Zukunft keine Lust mehr auf Meetings in herkömmlichen Tagungshotels haben.

Philipp Kraatz ist Marketing Manager bei Spacebase.
Philipp Kraatz ist Marketing Manager bei Spacebase. (Bild: Philipp Kraatz)

Über den Autor

Philipp Kraatz ist nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Mannheim nach Berlin gezogen und ist dort in die Startup- Welt eingetaucht. Momentan arbeitet er als Marketing Manager bei Spacebase. Daneben studiert er Design Thinking am Hasso-Plattner Institut in Potsdam

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