Mobile Learning

Vernetzte Intelligenz für Organisationen und Talente

| Autor / Redakteur: Björn Carstensen / Georgina Bott

Die Pflicht des Mobile Learning ist schnell erklärt: Einfach machen!
Die Pflicht des Mobile Learning ist schnell erklärt: Einfach machen! (Bild: gemeinfrei / CC0)

Unternehmen können mit Mobile Learning Talente anziehen und Mitarbeiter weiterbilden und binden. Bis zur Kür ist es aber ein weiter Weg. Dasselbe gilt für den Pflichtteil. Und das, obwohl Organisationen und deren Mitarbeiter selbstständiges Lernen massiv nachfragen.

Personalabteilung, Vertrieb, Logistik und sonstige externe Einheiten wollen ihren Mitarbeitern über mobile Systeme ermöglichen, sich individuelle Lernwelten selbst zu erobern. Die Mitarbeiter wählen, wie sie sich weiterbilden, wann sie lernen, was, wie viel und wie oft. Und ob in der Gruppe oder allein.

Gamification und Push-Nachrichten

Als kleine Schwester des E-Learning steht mobiles Lernen für die Lernfreiheit des Einzelnen. Damit können Organisationen und Mitarbeiter einschlägige Systeme einerseits jederzeit und überall einsetzen – egal ob als Informations-Tool im Kundentermin oder zum Lernen auf Geschäftsreisen. Hier helfen zum Beispiel Anwendungen in Gestalt nativer Apps. Sie benötigen keinen Browser, weil sie sich auch ohne WLAN problemlos nutzen lassen.

Andererseits kommt Motivation über Attraktivität und Spaß zustande; und das kann Mobile Learning: Lerner verlangen schnell nach intuitiven Tablet- und Smartphone-Funktionalitäten. Außerdem nach den Spieltrieb anregenden Gamification-Ansätzen oder Anwendungen per Gestensteuerung. Push-Nachrichten vermögen es darüber hinaus, gute Lerner zu belohnen – oder jene, die es werden sollen oder wollen.

Wenn sich Mitarbeiter beim Quiz messen

Solche Anforderungen stellen Organisationen vor die Aufgabe, die interne Bildung über Content und Lernsysteme so attraktiv zu gestalten, dass Anwender Lernformen und Lerninhalte als handfesten Vorteil empfinden.

Schon heute können User an Chats teilnehmen. Oder sie tauschen sich in Foren mit Dozenten aus. Organisationen senden etwa gezielte Push-Nachrichten an diejenigen, von denen sie wissen wollen, welche Inhalte von Schulung X hängengeblieben sind. Firmen können außerdem über einen Produkt-Launch informieren. Und die meisten User haben Spaß daran, sich bei einem Quiz mit Kollegen zu messen. Weiteres Beispiel: Bei einer Lern-Schnitzeljagd, die die GPS-Lokalisierung der Endgeräte einsetzt, erhalten Unternehmen die Chance, ihren Mitarbeitern Wissen über die eigenen Standorte und Abteilungen zu vermitteln.

Kollektives Potenzial ausschöpfen

Die Pflicht des Mobile Learning ist schnell erklärt: Einfach machen. Für die Kür benötigt der Markt unterschiedliche Formate – vom Text, über das Podcast bis hin zum Video. Gleichzeitig müssen Organisationen eine nahtlose, geräte-übergreifende User Experience gewährleisten. Neben den WLAN-unabhängig konsumierbaren Lerninhalten benötigen Unternehmen vor allem Anwendungen für vernetzte Intelligenz: Es braucht Systeme, die ein personalisiertes und kollaboratives Lernen ermöglichen. Zudem müssen Firmen den Dialog mit Trainern und virtuellen Lerngruppen sicherstellen. Nur so können sich Mitarbeiter in ihrer Pause gegenseitig unterstützen und über Lerninhalte austauschen.

Das heißt unterm Strich: Gute Systeme schöpfen das kollektive Potenzial ihrer Anwender aus. Dabei ist es egal, ob die Mitarbeiter Seite an Seite oder virtuell zusammenarbeiten. Content-Anbieter und System-Provider sind hier gefordert, ein Maximum aus intelligenten Lernpfaden herauszuholen.

Die Personalentwicklung profitiert allerdings nur von Mobile-Learning-Systemen, wenn sie es damit schafft, den Mitarbeiterdialog aufrecht zu erhalten. Dann steht den Mitarbeitern kontinuierlich aktuellstes Produkt- und Firmenwissen zur Verfügung. Die Nähe zu den Mitarbeitern verbessert aber auch die Zufriedenheit mit und die Bindung an das Unternehmen. Dies ist besonders interessant, wenn beispielsweise Vertrieb oder Fahrer in der Logistikbranche viel unterwegs sind und wenig vom Flurfunk der Kohlenstoffwelt mitbekommen. Darüber hinaus begeistern sich die meisten HR-Verantwortlichen für die Innovationsaussage, die Mobile-Learning-Anwender über sich selbst treffen. In der Regel zieht das auch neue Talente an.

Break-even im zweiten Jahr

Mobile-Learning rechnet sich schnell, ein Beispiel: Wer ganz klassisch 1.000 Mitarbeiter einer dezentralen Organisation einen Tag pro Jahr auf eine Präsenzschulung schickt, zahlt per annum – Reise-, Veranstaltungskosten und Spesen mitgerechnet – schnell 500.000 Euro. Dem stehen als mobiler Gegenentwurf initial je 100.000 Euro für Lerninhalte und ein Mobile-Learning-System inklusive rund 300.000 Euro für Tablets gegenüber. Insgesamt schlagen also 500.000 Euro zu Buche. Entsprechend rechnet sich Mobile Learning schon im zweiten Jahr. Allerdings rate ich – bei aller Euphorie – davon ab, Mobile Learning als Ersatz für Präsenzschulungen zu begreifen. Viel wichtiger ist der gesunde Mix unterschiedlicher Methoden.

Was das mit dem Mobile-Learning-Markt macht

Mobile Learning und sein Markt entwickeln sich schnell. Innerhalb der nächsten beiden Jahre wird dieser Bereich fester Bestandteil des E-Learnings sein. Unternehmen, die Mitarbeiter schulen, neue Talente anziehen und Personal halten wollen, müssen sich schon jetzt auf die steigenden mobilen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter einstellen. Um vor allem darauf, die mobilen Berufseinsteiger von morgen an Bord zu bekommen. Dazu muss das mobile Lernen den digitalen Wandel in der Aus- und Weiterbildung auf die Schiene bringen – und zwar schon heute.

Björn Carstensen ist Geschäftsführer von SENSOR Digitalmedia.
Björn Carstensen ist Geschäftsführer von SENSOR Digitalmedia. (Bild: Peter Hamel)

Über den Autor

Björn Carstensen ist gemeinsam mit Kay Mathiesen Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Hamburger Unternehmens SENSOR Digitalmedia Germany GmbH, das das Mobile Learning System Lemon® entwickelt hat. Die beiden Partner haben das Start-up 2016 in Hamburg aus der Taufe gehoben. Carstensen verfügt über langjährige unternehmerische Erfahrung und ist Spezialist für die Bereiche Kommunikation und Design.

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