Umfrage „So arbeitet Deutschland“

Wunschwelt vs. Wirklichkeit – Arbeiten in Deutschland

| Redakteur: Georgina Bott

Die Wünsche der Arbeitnehmer und die Realität in Deutschland gehen oft auseinander. Die Umfrage „So arbeitet Deutschland“ zeigt die Unterschiede.
Die Wünsche der Arbeitnehmer und die Realität in Deutschland gehen oft auseinander. Die Umfrage „So arbeitet Deutschland“ zeigt die Unterschiede. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice wann immer es im Büro zu stressig ist. Viele Arbeitnehmer haben eine genaue Wunschvorstellung ihrer Arbeitsbedingungen – doch die Wirklichkeit schaut oft anders aus.

Für mehr als die Hälfte der Festangestellten und Freelancer in Deutschland sind Überstunden selbstverständlich. Ein Großteil fühlt sich sogar verpflichtet, im Krankheitsfall zu arbeiten – obwohl ihnen die negativen Folgen bewusst sind. Zum zweiten Mal in Folge wurde die „So arbeitet Deutschland-Umfrage“ unter mehr als 1.164 Teilnehmern zu aktuellen Arbeitssituationen und Vorstellungen der Arbeitswelt durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: Präsenzkultur entspricht nicht der Wunscharbeitswelt der Menschen in Deutschland, ist jedoch oft Realität. „So arbeitet Deutschland“ macht deutlich, dass die Berufstätigen hohes Engagement zeigen, dafür aber auch flexible Strukturen fordern.

Infografik: „So arbeitet Deutschland“
Infografik: „So arbeitet Deutschland“ (Bild: SThree)

Arbeiten, wann man möchte

73 Prozent der Berufstätigen in Deutschland würden sich ihre Arbeitszeit gerne komplett frei einteilen. Auch wenn dies bedeutet, spätabends oder am Wochenende zu arbeiten, dafür aber zu anderen Zeiten frei zu haben. „Die Berufstätigen wünschen sich, bei den Arbeitszeiten mitzureden. Viele Unternehmen bieten bereits verschiedene Arbeitszeitmodelle an und profitieren davon. So steigern sie ihre Attraktivität als Arbeitgeber und fördern die Mitarbeiterzufriedenheit, ohne dafür ein großes Investment zu erbringen. Letztlich muss natürlich immer abgewägt werden, in welchen Branchen und Tätigkeiten eine zu hundertprozentig flexible Arbeitszeit sinnvoll und realisierbar ist“, so Luuk Houtepen, Director Business Development bei SThree.

Immer im Einsatz: Arbeiten trotz Krankheit

Egal ob Erkältung, Rücken- oder Kopfschmerzen: 71 Prozent der Umfrage-Teilnehmer arbeiten trotz Krankheit – entweder aus dem Homeoffice oder sie kommen ins Unternehmen. Und das, obwohl es scheinbar nicht erwartet wird. Denn laut 72 Prozent ist es für die Anerkennung des Chefs nicht wichtig, im Krankheitsfall zu arbeiten. Die Hauptgründe, warum sich ein Großteil dennoch krank zur Arbeit schleppt: 42 Prozent der Befragten gaben an, dass die Aufgaben sonst liegen bleiben würden und zeitlich nicht machbar wären. Wiederum 31 Prozent gaben die Eigenmotivation als Grund an. Dabei sind sich die Berufstätigen der negativen Folgen bewusst, die ihr Verhalten mit sich bringt. Hierzu zählt mit 77 Prozent die Gefahr, Kollegen anzustecken. Knapp dahinter die verzögerte Genesung mit 74 Prozent und mit 22 Prozent auf dem dritten Platz die geringere Arbeitsqualität.

Homeoffice: Zu Hause ist es am schönsten

Richtig durchgesetzt hat sich das Homeoffice in Deutschland noch nicht: Nur zwölf Prozent ihrer Arbeitszeit verbringen die Befragten zu Hause. Das reicht vielen nicht; 39 Prozent würden lieber häufiger fern des Büros arbeiten. Dabei beurteilen die Arbeitnehmer das Thema durchaus ambivalent. Zu den Top zwei der positiven Auswirkungen zählt mit 55 Prozent effektiveres Arbeiten, dicht gefolgt, mit 54 Prozent, von stärkerer Motivation, wenn der Wunsch nach Homeoffice erfüllt wird. Die Gefahr von Einzelkämpfern im Homeoffice sehen 68 Prozent nicht. Eine negative Auswirkung ist mit 51 Prozent ein schlechter Informationsfluss. „Die Wunscharbeitswelt der Menschen in Deutschland verdeutlicht: Immer weniger haben Lust auf eine Präsenzkultur. Und mit den richtigen Strukturen für das Homeoffice profitieren Mitarbeiter und Unternehmen davon – keine langen Anfahrtszeiten, eine bessere Work-Life-Balance und motiviertere Angestellte“, so Luuk Houtepen.

Bunt gemischte Teams? Nein, danke!

Diversity

Bunt gemischte Teams? Nein, danke!

27.06.17 - Gut ein Viertel der Berufstätigen in Deutschland findet, dass ihr Team nicht vielfältig ist. Es stellt sich die Frage: Ist New Work in Deutschland schon in der Realität angekommen – und wollen die Menschen in Deutschland überhaupt so arbeiten? lesen

Die fleißigen Deutschen: Klischee oder Realität?

„Verantwortungsbewusst, eigenmotiviert, ausgelastet – drei Schlagworte, mit denen sich die Arbeitsweise von Freelancern und Festangestellten in Deutschland beschreiben lässt. Die „So arbeitet Deutschland-Ergebnisse“ zeigen, dass es für 53 Prozent aller Befragten selbstverständlich ist, Überstunden, respektive Extrastunden bei Freiberuflern, zu leisten, um alle Projekte zu erledigen“, erläutert Luuk Houtepen. Auch wenn es bei der Arbeit mal ruhiger zugeht, suchen sich 65 Prozent weitere Aufgaben und 20 Prozent fordern von ihren Vorgesetzten zusätzliche ein. Die Konsequenz: Langeweile bei der Arbeit scheint kein Problem der befragten Freelancer und Angestellten in Deutschland zu sein. So sehen 67 Prozent kein Risiko für das Boreout-Syndrom, den Zustand dauerhafter Unterforderung im Arbeitsleben.

Zur Umfrage

In der „So arbeitet Deutschland-Umfrage“ von SThree wurden mehr als 1.000 Angestellte, Freelancer, Berufseinsteiger, Fach- und Führungskräfte in ganz Deutschland zu ihrer Wunscharbeitswelt und der Wirklichkeit befragt.

Über das Unternehmen

Die 1986 in London gegründete SThree Group ist eine international tätige Personalberatung. SThree unterstützt Fach- und Führungskräfte bei der individuellen Karrieregestaltung ebenso wie Unternehmen bei der Suche nach hochspezialisierten Mitarbeitern für Festanstellungen und Projektaufträge. Mit derzeit über 2.800 Beschäftigten weltweit, zählt die Personalberatung zu den größten der Branche und ist in Deutschland führender Vermittler von Professionals in Festanstellungen. Über 600 Mitarbeiter arbeiten an Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart sowie Wien und Zürich. In der DACH-Region erwirtschaftet SThree jährlich knapp 210 Millionen Euro Umsatz. Mit den Geschäftszweigen Computer Futures, Progressive Recruitment, Huxley und Real Staffing deckt SThree im deutschsprachigen Raum die Bereiche IT, Ingenieurswesen und Global Energy, Bank- und Finanzwesen sowie Life Sciences ab. Als Branchenexperten kennen die spezialisierten Berater die Herausforderungen der jeweiligen Märkte und profitieren von ihrem lokalen wie internationalen Kunden- und Kandidatennetzwerk. Als Schnittstelle zwischen Fach- und Führungskräften sowie Unternehmen verfügt SThree über umfassende Expertise des Arbeitsmarktes und der Arbeitswelt 4.0.

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