Bewegtbild im B2B – Teil 2

11 Video-Formate an denen kein Weg vorbei führt

| Autor / Redakteur: Claudia Leischner / Georgina Bott

6. Produktfilm

Ein Produktfilm soll Interesse wecken, Informationen vermitteln und nicht langweilen. In der Praxis ist das eine schwierige Gratwanderung zwischen Information, Entertainment und klaren Verkaufszielen – gerade wenn der Film im Web eingesetzt wird. Doch die Erfahrung zeigt, dass Nutzer – bei bereits bestehendem Interesse – auch bereit sind, sich Filme anzusehen, die länger dauern als eine Minute. Datev erklärt so zum Beispiel seinen Service „Unternehmen online“. Und weil allzu herkömmliche Produktfilme manchmal langweilig sind, setzt die Versicherung VHV in einem B2B-Produktfilm bewusst auf ein sehr visionäres Produkt.

7. Videoblog

Videoblogs sind Formate, die – wie der Name schon sagt – den Charakter des kontinuierlichen Bloggens in Videoform übertragen. Der Unterschied zu normalen Blogs ist das Medium Video – allein stehend oder um den jeweiligen Text zu unterstützen. Diese Form des Bloggens wird auch als vidblogging, vlogging oder vidding bezeichnet. Die Länge dieser Videos liegt zwischen wenigen Sekunden und bis zu zehn Minuten, die meisten Videos sind aber zwischen einer und vier Minuten lang. Grund hierfür ist die ehemals begrenzte Kapazität der verschiedenen Videoplattformen. Mittlerweile haben sich Videoblogs als gängiges Format für B2C etabliert. Dort sind vor allem die sogenannten YouTube-Stars wie „Bibi“ Bianca Heinicke, Julian Bam, Sami Slimani, LeFloid und Co ein Begriff. Aber auch in der B2B-Kommunikation gibt es bereits vereinzelt Protagonisten, die in Videoform kontinuierlich ein Fachthema besetzen.

Beispiel: Der Geschäftsführer der Digitalagentur mediascale, Wolfgang Bscheid, widmet sich in bereits über 80 Folgen von „Bscheid gsagt“ regelmäßig aktuellen Fragen rund um das digitale Marketing. Von der Buchbesprechung (Die Biographie von Steve Jobs) über Begriffserklärungen (zum Beispiel Marketingautomatisierung) bis hin zu konkreten Tipps für den Berufsalltag der Marketer („So geht Native Advertising richtig“).

8. Virals

Virals, also Videos, die sich weitgehend von selbst verbreiten, weil Internetnutzer sie massenhaft teilen, sind das Königsformat unter dem Bewegtbildformaten. Mittlerweile hat sich unter den Handelsketten weltweit eine Art Wettlauf um das erfolgreichste Weihnachtsviral für Endkonsumenten entwickelt. Weil Virals vor allem dann funktionieren, wenn sie stark polarisieren, Emotionen auslösen beziehungsweise schräg und unkonventionell sind, scheuen viele Unternehmen dieses Format noch im B2B-Umfeld.

Mit mittlerweile über 9 Mio. Abrufen hat der Roboter-Hersteller Kuka einen der wenigen Coups gelandet. Das Tischtennismatch zwischen dem deutschen Top-Spieler Timo Boll und dem Kuka-Roboter gehört zu den B2B-Highlights im Netz.

9. Webinar

Das interaktive Seminar im Web. Mithilfe einer Webkonferenz-Software können hier Schulungen, Präsentationen und Vorträge abgehalten werden. Hört sich entspannter an als ein herkömmliches Seminar, aber Obacht: Start- und Endzeit werden eingetragen. Der Austausch findet zumeist über Webcam und Mikrofon statt. Es gibt auch die Möglichkeit via Live-Chat zu kommunizieren. Teilnehmer müssen sich in der Regel vorab anmelden und einloggen. Webinare werden gerne sowohl für Produktschulungen als auch für Verkaufszwecke genutzt, bei denen sich auch konkurrierende Dienstleister vorstellen können. So setzt beispielsweise die digitale Plattform iBusiness Webinare jeder Art um. Wie Webinare in der Regel funktionieren, zeigt das Video der PDS Handwerkersoftware.

10. Werbefilm

Mehr Infos als in einem Werbespot bietet der Werbefilm. Dieser hilft Unternehmen sich professionell und emotional zu präsentieren. Ob im Internet oder in einer Kundenpräsentation – ein Werbevideo verdeutlicht der Zielgruppe überzeugend, anschaulich und gerne auch emotional genau das, was eine Firma ausmacht. Dabei muss es innerhalb kurzer Zeit die gewünschte Botschaft übertragen. In der Regel wird dabei ein Protagonist in den Mittelpunkt gestellt, der von seiner positiven Erfahrung berichtet. Ein Beispiel zeigt SAP, die eine Mitarbeiterin des Getränke-Anlagenherstellers Krones über die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems berichten lässt.

11. Online-Werbespots

Im Unterschied zum langen Werbefilm muss Online-Videowerbung in nur wenigen Sekunden muss die Botschaft beim Kunden platzieren und den Nutzer vom Weiterklicken abhalten. Je nach Kanal und Medium sollte der Spot individuell konzipiert und geschnitten werden. Die derzeit wohl am häufigste genutzte Form, das Facebook Video Ad, beispielsweise hat ganze zwei Sekunden, um die Nutzer zu fesseln. Weil das Video dort auch ohne Ton startet, sollten Untertitel die Regel sein. Pre-Roll-Videos für YouTube können vom Nutzer bei fehlendem Interesse ebenfalls schnell weggeklickt werden. Netzwerke wie Instagram und Snapchat werden für die B2B-Kommunikation bisher eher selten genutzt.

Welches Bewegtbildformat Unternehmen in ihrer B2B-Kommunikation einsetzen sollen, hängt stark von den jeweiligen Zielsetzungen ab. Wichtig ist es, die Eigenheiten der verschiedenen Formate und Kanäle vorher in die Planung miteinzubeziehen und sich auch intensiver Gedanken über die Distribution der bewegten Bilder zu machen. Denn die wenigsten Corporate-Videos werden zu Virals. Trotzdem lohnt es sich für Unternehmen, in einer immer visueller werdenden Welt auch in der B2B-Kommunikation Videos einzusetzen. Die Gründe liegen auf der Hand.

Claudia Leischner verantwortet als General Manager bei gyro (Dentsu Aegis Netzwerk) München hierzulande das gesamte operative Geschäft der Agentur.
Claudia Leischner verantwortet als General Manager bei gyro (Dentsu Aegis Netzwerk) München hierzulande das gesamte operative Geschäft der Agentur. (Bild: cocodibu)

Über die Autorin

Claudia Leischner verantwortet als General Manager bei gyro (Dentsu Aegis Netzwerk) München hierzulande das gesamte operative Geschäft der Agentur. Seit 2012 berichtet sie in dieser Position direkt an den weltweiten gyro-CEO Christoph Becker. 2009 startete sie ihre Karriere bei gyro zunächst als Client Service Director und war in dieser Position für die Kundenbetreuung verantwortlich. Claudia Leischner studierte Jura an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Über gyro
gyro ist das weltweit erste, internationale Fullservice B2B-Agenturnetzwerk. 700 kreative Köpfe haben sich zum Ziel gesetzt, B2B-Kommunikationskonzepte zu entwickeln, die den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, nicht nur das Unternehmen. Sie sind an 17 Standorten über alle Kontinente hinweg vernetzt. Auf internationaler Ebene arbeitet gyro beispielsweise für Kunden wie Abbott, Deloitte, HP, Kimberly-Clark, L’Oreal, SAP, USG oder Virgin Atlantic zusammen. gyro ist von der Fachzeitschrift Advertising Age im US-Ranking der „Top 50“-Agenturen gelistet und außerdem im dritten Jahr in Folge zur B2B-Agentur des Jahres gekürt. 2016 erhielt gyro auch die Auszeichnungen „Agentur des Jahres“ der international Business-Marketing-Association sowie „Large Agency of the Year“ des B2B-Magazins.

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