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Ziele machen glücklich 2020 mit Leichtigkeit mehr erreichen

| Autor / Redakteur: Sandra Schubert / Julia Krause

Herausfordernde Ziele lassen uns über uns selbst und unsere Grenzen hinauswachsen. Die persönliche Weiterentwicklung macht uns glücklich. Das sind gute Gründe, 2020 nicht auf motivierende Ziele und die dazugehörige Belohnung zu verzichten.

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Aus der Motivationsforschung wissen wir, dass Menschen immer dann am glücklichsten sind, wenn sie sich einer angemessenen Herausforderung stellen können
Aus der Motivationsforschung wissen wir, dass Menschen immer dann am glücklichsten sind, wenn sie sich einer angemessenen Herausforderung stellen können
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Zum Thema Ziele verfolgt der Psychologe und Flow-Forscher Mihaly Csikszentmihalyi folgende Meinung: „Ziele zentrieren die psychische Energie, legen Prioritäten fest und schaffen so Ordnung im Bewusstsein. Fehlt diese Struktur, werden unsere Denkvorgänge willkürlich, und in vielen Fällen wird sich auch unser Gefühlsleben rasch abschwächen.“ Den eigenen Antrieb zu kennen motiviert und macht glücklich, wie folgendes Beispiel zeigt: Anna-Maria ist nicht nur Unternehmensgründerin in der Fitnessbranche und Autorin, sondern auch als Model tätig. Sie hat ein Konzept für Firmen und Einzelpersonen entwickelt, wie sich im Alltag körperliche Aktivität und Entspannung in Einklang bringen lassen. Nun steht sie vor der Herausforderung, dass das Modeln zwar gutes Geld bringt, aber sehr zeitintensiv ist und dadurch der Unternehmensaufbau zu kurz kommt. Im Rahmen eines Coachings habe ich sie gebeten, sich über ihre Ziele klar zu werden. Warum brennt sie für den Unternehmenszweck? Welche Mission verfolgt sie mit ihrem Tun? Welche Wünsche möchte sie sich durch ihr Unternehmen persönlich erfüllen? Welche Art von Leben will sie sich dadurch ermöglichen? Die Antworten auf diese Fragen sind ganz entscheidend, denn sie machen uns den Sinn, im Business oft mit „Purpose“ betitelt, unseres Handelns klar.

Die Geschichte des Lebens selber schreiben

Autonomie ist ein wesentliches menschliches Grundbedürfnis. Viktor Frankl meint dazu: „Der Mensch ist nur da wirklich Mensch, wo er sich die Geschichte seines Lebens nicht diktieren lässt, sondern sie selber schreibt.“ 100 Prozent selbstbestimmt ist heute kaum jemand. Zwar leben wir in einer Zeit der Optionen, aber die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, oder von unterwegs übers Internet, macht uns zwar deutlich ortsunabhängiger und selbstbestimmter, aber auch getriebener. Die schnelle Taktung und das Gefühl „always on“ sein zu müssen verursacht Stress. Unsere dadurch entstehende Einschätzung, zum Großteil fremdbestimmt zu sein, macht uns unglücklich. Wir leiden unter Kontrollverlust und fühlen uns nicht mehr als Herr über unsere Zeit, sondern eher als Diener, der zerrissen ist zwischen verschiedenen Herren, sprich Prioritäten. Selbstbestimmung ist schön – keine Frage! Doch je größer die Freiheit, desto mehr steigt auch der Grad der Eigenverantwortung.

Sie wünschen sich mehr Selbstbestimmtheit in 2020? Dann drehen Sie als Angestellter den Spieß doch einmal um und machen Sie einen „Personal Business Plan“ für das neue Jahr. Als Unternehmer sollten Sie dies ohnehin tun! Überlegen Sie selbst, was Sie motiviert und welche Ziele Sie angehen wollen. Ich bin mir sicher, diese Eigeninitiative wird belohnt und Sie tragen selbst ein großes Stück zu Ihrem Glück 2020 bei.

Vom Fokus zur erfolgreichen Tagesschau

Kommen wir noch einmal zurück zu Anna-Maria. Ein weiteres Ergebnis unseres Coachings ist, dass sie eine konkrete Wochenplanung macht und sich jede Woche ihre drei Hauptziele notiert. Sie bekommt dadurch einen klaren Fokus, was wirklich wichtig ist und sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, auch ungeliebte Tätigkeiten erledigt zu bekommen. Denn durch die Ziele ist ihr auch auf der operativen Ebene klar, warum sie dies tut. Was auf Wochenbasis funktioniert, klappt übrigens ebenfalls bestens mit einem Tagesmotto. Und wenn wir am Ende des Tages gedanklich abschließen – ich nenne das gerne meine „Tagesschau“ – dann ist es wahrscheinlicher, dass wir ein Erfolgserlebnis verzeichnen als ohne klaren Fokus. Und es ist wahrscheinlicher, dass wir die wirklich wichtigen Dinge erledigen als ohne Tagesziel. Das wiederum führt zu einem sehr wertvollen Gefühl, dass die Psychologen als „Selbstwirksamkeit“ bezeichnen: Wir erleben uns selbst als effektiv und kompetent. Das erhöht nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern macht definitiv auch glücklich!

Weder über- oder unterfordern

Aus der Motivationsforschung wissen wir, dass Menschen immer dann am glücklichsten sind, wenn sie sich einer angemessenen Herausforderung stellen können. Ziele sollten also „stretchy“ sein, das bedeutet, dass man sich „strecken“, also anstrengen muss, um an das Ziel zu kommen. Dann stellen sich Glücksmomente ein, welche die Wissenschaft als „Flow“ bezeichnet. Flow bedeutet, wir gehen in unserem Tun auf und vergessen die Welt um uns herum. Eine weitere Voraussetzung dafür, dass sich „Flow“ einstellen kann, ist, dass wir unsere Stärken einsetzen können und von unserer Umwelt positives Feedback erfahren. Wann immer also etwas schwierig wird, hilft es, sich auf seine Talente zu konzentrieren. Mein Tipp für 2020: Werden Sie sich darüber klar, welche Ihrer Charaktereigenschaften für Sie erfolgsentscheidend und/oder erfolgsversprechend sind. Im nächsten Schritt überlegen Sie, wie Sie diese Talente stärker einsetzen können.

Zum Glück dürfen wir uns entwickeln!

Was wir auf jeden Fall brauchen, um im Business, im Vertrieb und auch generell 2020 erfolgreich zu sein, ist Innovation. Für diese selbstgesteuerte Erneuerung braucht es relevante Entwicklungsziele: „2020 will ich weniger reisen und trotzdem Zeit mit meinen Kunden verbringen. Dazu eigne ich mir technisches Wissen in Sachen Webkonferenzen an.“ Oder „Ich will im Vertrieb digitaler arbeiten und … stärker nutzen!“ Selbstverständlich sind dabei Ziele erwünscht, die sich nicht nur auf Technik beziehen, sondern auch auf die Verhaltensebene oder die Persönlichkeit. Sich hier weiterzuentwickeln macht glücklich, denn es zahlt auf das Grundbedürfnis „Kompetenz erleben“ ein und steigert die gefühlte Selbstwirksamkeit. Meine Empfehlung an alle Führungskräfte: Vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeitern nicht nur Businessziele, sondern vor allem auch Entwicklungsziele.

Motivation, die bleibt … bitte mehr Belohnung!

Trotz gestiegener Selbstbestimmtheit und Konzentration auf die eigenen Stärken bleibt Zielerreichung manchmal anstrengend. Dumm nur, dass unser Gehirn alles vermeidet, was zu viel Energie kostet. Das führt zu einer wohlbekannten Krankheit, der Aufschieberitis, in der Fachsprache auch als Prokrastination bekannt. Was dagegen hilft: Selbstdisziplin und Selbstliebe in Form von Belohnungen. Beim Abarbeiten der To-Do-Liste und beim Einhalten der vorher gemachten Zeitplanung bleibt die Freude über das Erreichte oft auf der Strecke – oder planen Sie bereits aktiv Zeit für Freude und Feiern ein? Wenn das Ziel/Teilziel erreicht ist, dann gilt es nicht einfach weiterzumachen, sondern sich ordentlich zu freuen und den Glückscocktail an Serotonin, Dopamin, Endorphin etc. zu genießen. Lenken wir unsere Wahrnehmung ganz bewusst auf positive Zwischenergebnisse. Verknüpfen wir Etappen- und Endziele mit konkreten Belohnungen, dann geben wir nicht nur mehr Gas, sondern unser Gehirn speichert die Tätigkeit, die zur Zielerreichung geführt hat, als positive Lernerfahrung ab. Dieser Erfolg motiviert und hilft uns, beim nächsten Mal schneller ins Handeln zu kommen!

Ergänzendes zum Thema
Das Buch zum Thema

( Bild: Wiley-VCH/Sandra Schubert )

Happy Sales

Mit Positiver Psychologie und Zeitmanagement zum Erfolg im Verkauf

von Sandra Schubert

336 Seiten, Hardcover

€ 19,99

ISBN 978-3527508327

Verlag: Wiley-VCH

(ID:46286132)

Über den Autor

 Sandra Schubert

Sandra Schubert

Verkäuferin, Rednerin, Trainerin