Trends 2022 3 Trends, die Unternehmer 2022 einplanen müssen

Ein Gastbeitrag von Heiko Jahn*

Nie schien die Welt komplexer als heute. Die Weltwirtschaft ist geprägt von Lieferengpässen und massiven Umbrüchen in der Arbeitswelt. Drei Ansätze wie Unternehmen 2022 trotzdem planen können.

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Mit welchen Trends können Unternehmen 2022 doch noch planen?
Mit welchen Trends können Unternehmen 2022 doch noch planen?
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Wer auf die vergangenen zwei Jahre zurückblickt, dem wird klar: Unternehmen, die klassisch einmal im Jahr planen, können nicht flexibel genug auf Krisen und plötzliche Veränderungen reagieren. Das dynamische Umfeld, in dem sich Unternehmen heute bewegen, spricht für sich. Beinahe jedes Unternehmen ist aktuell entweder von Lieferengpässen betroffen oder von Schließungen aufgrund von Corona. Immer wieder müssen neue Konzepte umgesetzt werden, wie Mitarbeitende remote integriert und der Arbeitsplatz so gestaltet wird, dass Menschen auch wieder ins Büro zurückkehren können. Die weiter zunehmenden Extremwetterereignisse führen darüber hinaus zu einer Verschärfung der ohnehin bestehenden Krisen. Nicht zu vergessen sind außerdem ein verändertes Konsumklima und der um sich greifende Fachkräfte-Mangel. Wie also können Unternehmen der Volatiliät in dieser immer dynamischeren Zeit begegnen? Hier sind drei Ideen, wie Unternehmen Agilität in ihre Planung bringen.

Trend 1: bessere Informationen durch Daten in der Cloud

Unternehmen, die globale Märkte bedienen, müssen regionale Gegebenheiten im Blick behalten. Dies erfordert oft eine umfangreiche Datenanalyse. Es beginnt bei der regionalen Nachfrage nach einem Produkt und geht bis hin zur Verfügbarkeit von Rohstoffen oder Fachkräften, die für die Herstellung und Lieferung des Produkts erforderlich sind. Unternehmen, die im Jahr 2022 widerstands- und wettbewerbsfähiger werden wollen, müssen prüfen, ob sie in der Lage sind, den lokalen Anforderungen gerecht zu werden. Die Cloud ist hier der Schlüssel, um aus den verfügbaren Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Die Cloud gibt Unternehmen einen einfacheren Zugang zu verschiedensten Datenquellen. Mit der richtigen Software können Unternehmen aus diesen Daten wichtige Einblicke in das Verhalten und die Bedürfnisse ihrer Kunden, Mitarbeiter und Mitbewerber zu erlangen. So macht es die Cloud für Unternehmen einfacher, effektiv in verschiedenen Märkten zu operieren. Der Zugriff auf diese Daten wird demnach für Unternehmen immer wichtiger. Insbesondere dann, wenn sie neue Märkte erschließen, Kundenbedürfnisse sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene ansprechen und trotz weltweit verteilter Mitarbeiter produktiv bleiben wollen. Sind einmal mehr Daten in einer skalierbaren Cloud-Infrastruktur vorhanden, können Unternehmen zum einen lokale Nuancen in ihren Plänen berücksichtigen. So können sie Entscheidungen treffen, die alle Märkte strategisch ansprechen. Zum anderen sind Unternehmen auf diese Weise in der Lage aus diesen Daten schnell neue Schlüsse zu ziehen. Das verschafft ihnen die nötige Agilität, um dem allgegenwärtigen Wandel in der Geschwindigkeit zu begegnen, die ihm gerecht wird.

Trend 2: Nachfragespitzen durch “Demand Sensing” abfangen

Natürlich betreffen Engpässe in der Lieferkette diverse Branchen vom Automobilhersteller bis zum E-Commerce-Händler für Spielekonsolen. Es gibt 2022 jedoch auch noch einen anderen Faktor, der Unternehmen vor eine unerwartete Hürden stellt. Was ist, wenn ein Produkt viral geht? Mit Apps wie TikTok entsteht Viralität deutlich schneller als je zuvor. Wenn ein Produkt aufgrund eines Hypes schnell ausverkauft ist, ist es wichtig, sich über so eine “künstliche” Nachfragespitze im Klaren zu sein. Das Beispiel der Unterversorgung mit Masken oder Testkapazitäten zu Beginn der Pandemie zeigt auch, dass dies nicht nur ein Problem im Consumer-Markt ist.

Es mag verlockend sein, einen Überschuss an Produkten zu bestellen, um diese unerwartete Nachfrage zu befriedigen. Führt man sich jedoch vor Augen, dass Versandzeiten auch 2022 um ein Vielfaches länger sein werden, kann dies zum Problem werden: Im schlimmsten Fall geht der Trendzyklus weiter und die Nachfrage normalisiert sich. Und Händler, die überschüssige Bestände geordert haben, müssen versuchen, die Verluste auszugleichen, die mit der Herstellung, dem Transport, der Lagerung und der anschließenden Senkung des Preises für diese nun unnötigen Bestände verbunden sind.

Eine Lösung hierfür ist das sogenannte “Demand Sensing”. Dies ist ein Tool, welches Social Media nach Produkterwähnungen durchsucht und analysiert, um kurzfristige Veränderungen in der Verbraucherstimmung zu verstehen und vorherzusehen. Richtig eingesetzt, kann die Nachfragesteuerung Unternehmen dabei helfen, zusätzliche Bestände aufzubauen, um erwartete Nachfragespitzen zu decken.

Trend 3: Transformationsprojekte wieder groß denken

Zu Beginn der Pandemie, als die große Unsicherheit um sich griff, haben viele Unternehmen wichtige Transformationsprojekte auf Eis gelegt. Nur wenige haben diese Projekte inzwischen wieder aufgenommen. Stattdessen entstand ein Flickenteppich: Die pandemiebedingten IT-Investitionen konzentrierten sich größtenteils auf Maßnahmen und Tools, die schnell eingerichtet werden konnten, um zum Beispiel das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Was nun jedoch fehlt, sind langfristige Investitionen in wirklich digitale Prozesse.

Weltweit wird für das Jahr 2022 ein Anstieg der IT-Ausgaben auf 5,5 Prozent prognostiziert – und auch in Deutschland wird dieser Trend zu beobachten sein. Es ist unklar, ob eine solche Summe ausreicht, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Denn eine verbesserte IT-Infrastruktur ist nicht nur notwendig, um sich am Markt zu behaupten. Auch die besten Talente auf dem Arbeitsmarkt setzen eine hervorragende Ausstattung voraus – insbesondere dann, wenn sie remote arbeiten. Kurzfristige Programme reichen also nicht aus, um diese Lücke in der Digitalisierung zu schließen. Größere Transformationsprojekte müssen neu bewertet und neu priorisiert werden, damit Unternehmen strategisch wettbewerbsfähig, effizient und zukunftssicher sein können. Das bedeutet, dass wir von einem defensiven Ansatz, der nur mit kurzfristigen, schnellen Lösungen auf Krisen reagiert, zu einem offensiven Ansatz übergehen müssen, und mit umfassenden Transformationsprojekten Unternehmen langfristig auf Leistung und Wachstum ausrichten.

Fazit: Mit agiler Planung die nächste Krise einkalkulieren

Die Umbrüche der letzten zwei Jahre von der Corona-Pandemie bis zu den Lieferketten-Problemen lassen alle Unternehmen mit einer schlechten Datenbasis zurück. Soll heißen, wer sich auf die historischen Daten der letzten 24 Monate verlässt, um auf die nächste zwölf zu schließen, wird nicht weit kommen. Worauf es jetzt ankommt, ist, agil auf akute Veränderungen zu reagieren. Die Trends zeigen, dass es wichtig ist, die Digitalisierung konsequent weiter zu verfolgen. Die Cloud, Demand Sensing und IT-Infrastruktur sind Werkzeuge dafür, schnell zu reagieren. Eine sich immer schneller drehende Welt verlangt von Unternehmern eine nie dagewesene Flexibilität in der Planung.

*Heiko Jahn ist Regional Vice President & Country Leader beiAnaplan.

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