Onlinehandel 5 Gründe, warum die Verpackungsindustrie digitalisiert werden muss

Autor / Redakteur: Mikael Fristedt Westre* / Lena Müller

Verpackungen sind überall. Konsumenten oder Unternehmen, wir alle nutzen oder benötigen Verpackungen, sie spielen in allen denkbaren Bereichen eine Rolle. Durch die Corona-Pandemie haben jetzt noch mehr Unternehmen ihr Geschäft auf online umgestellt, und es ist zu erwarten, dass Konsumenten zukünftig noch deutlich mehr online bestellen.

Die meisten Verpackungen aus dem Onlinehandel werden immer noch in einer klassischen braunen Schachtel geliefert.
Die meisten Verpackungen aus dem Onlinehandel werden immer noch in einer klassischen braunen Schachtel geliefert.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Doch während sich unser Einkaufsverhalten rasend schnell verändert, kaufen Händler ihre Verpackungen zum größten Teil noch immer wie vor zehn Jahren. Kann die digitale Revolution da nichts tun? Doch! Mikael Fristedt Westre nennt in diesem Beitrag fünf Gründe, warum sich die Verpackungsindustrie jetzt digitalisieren muss.

1. Zeitersparnis

Zunächst einmal ist festzustellen, dass auf dem derzeitigen Verpackungsmarkt eine wahnsinnige Vielfalt herrscht. Das ist natürlich wünschenswert und großartig, aber überfordert jedes Unternehmen ohne spezielle Beschaffungsexpertise. Hier greift ein großer Vorteil digitalisierter Beschaffungsplattformen: Händler können eine professionelle Angebotsanfrage erstellen und die Anbieter vergleichen – das spart Zeit! Wer nicht ein Studium in Verpackungsbeschaffung absolvieren möchte, kann auf einer digitalen Plattform schnell und einfach verschiedene Angebote vergleichen und die jeweils beste Verpackung für das jeweilige Produkt finden. So haben Händler alles auf einen Blick.

2. Kostenersparnis

Ein zweiter Vorteil der Digitalisierung der Verpackungsindustrie hängt mit dem vorherigen Punkt direkt zusammen. Denn: Wer die Vergleichsmöglichkeit zwischen verschiedenen Lieferanten hat, kann auch die Preisunterschiede feststellen. Hier gilt das alte Sprichwort „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Lieferanten, die proaktiv und ehrgeizig ihr Geschäft ausbauen wollen, werden innovative Wege finden, um Kosten für ihre Kunden zu sparen.

3. Nachhaltigere Verpackung

Erst vor kurzem gab das Umweltbundesamt bekannt, dass der Verbrauch von Verpackungen in Deutschland erneut anstieg. Inzwischen verbrauchen die Deutschen jährlich 18,9 Millionen Tonnen Verpackungen, das sind mehr als 200 Kilogramm pro Person! Als Faustregel gilt, dass eine nachhaltige Verpackungslösung aus einem Material hergestellt wird, das sowohl erneuerbar als auch leicht recycelbar ist. Die wirklich entscheidende Frage ist aber, ob wiederverwertbare Verpackungen auch tatsächlich recycelt werden. Die meisten Verpackungen sind wiederverwertbar (auch Kunststoffe), aber wird das Material am Ende tatsächlich in neuen Produkten verwendet? Im Falle von Kartonverpackungen lautet die Antwort ja - in Europa wurden laut Stora Enso 2018 etwa 72 Prozent des Papiers und der Pappe recycelt. Fasern können fünf bis sieben Mal, in manchen Fällen sogar mehr als 20 Mal recycelt werden. Sobald die Fasern zu stark abgebaut sind, um recycelt zu werden, können sie zur Erzeugung von Bioenergie verwendet werden.

Der Schlüssel zu einer nachhaltigeren Verpackungswirtschaft liegt darin, es Unternehmen und Verbrauchern zu erleichtern, eine nachhaltige Wahl zu treffen. Unternehmen brauchen Zugang zu Informationen über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verpackungsmaterialien und darüber, wo sie diese von vertrauenswürdigen Lieferanten beziehen können. Durch die Bereitstellung eines einfachen Zugangs zu nachhaltigen Verpackungen, können mehr Unternehmen eine gute Wahl für die Umwelt treffen.

4. Individualisierte Verpackung

Die meisten Verpackungen aus dem Onlinehandel werden immer noch in einer klassischen braunen Schachtel geliefert. Ein Grund dafür ist, dass es für Unternehmen schwierig war, kosteneffiziente Lösungen für Markenverpackungen oder Sondereditionen zu finden. Doch jeder weiß, dass Verpackungen viel mehr als nur eine Schutzhülle für Produkte sind, nämlich der erste Berührungspunkt des Kunden mit der Marke. Deshalb sollte bereits die Verpackung das Design und die DNA der Marke widerspiegeln, es braucht individualisierte Verpackungen. Die Digitalisierung in der Verpackungsproduktion sowie die Verpackungsbeschaffung über Online-Plattformen gibt Unternehmen die Möglichkeit, kreativ zu sein und individualisierte Verpackungen kreieren zu lassen. Und das sollten sie auch - denn das Kundenerlebnis ist das A und O!

5. Automatisierung

Ein automatisierter Workflow ermöglicht es Einzelhändlern, jederzeit und überall auf Informationen zuzugreifen und vormals manuelle Aufgaben zu automatisieren. Die Digitalisierung der Verpackungsindustrie beinhaltet, dass mehr Prozesse ohne großen personellen Aufwand abgewickelt werden können. Auftragsplanung, Lieferungsabrufe und Analysen erfordern weniger Aufmerksamkeit und manuelle Eingriffe. Das bedeutet, dass Unternehmen mehr Zeit für die Verbesserung ihres Geschäfts aufwenden können, anstatt es zu verwalten!

Die Digitalisierung jetzt anpacken

Es gibt viele gute Gründe, dass die Digitalisierung auch in der Verpackungsindustrie ankommt und diese verbessert. Egal ob Vergleichbarkeit, Kostenersparnis oder einer der anderen Vorteile digitaler Verpackungsbeschaffung – Fakt ist, dass Unternehmen mit der Digitalisierung der Verpackungsindustrie zu besseren Verpackungseinkäufern werden. Es ist darüber hinaus nicht davon auszugehen, dass die Digitalisierung ausgerechnet vor dieser Branche Halt macht. Die digitale Revolution ist in der Verpackungsindustrie angekommen und es ist an der Zeit, dass Unternehmen anfangen sie umzusetzen.

*Mikael Fristedt Westre ist CEO und Gründer von Box Inc.

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