Proaktivität im Digitalmarketing 5 Maßnahmen für den zielführenden Einsatz von Marketing Intelligence

Autor / Redakteur: Michael Diestelberg* / Antonia Röper

Im Marketing gibt es oft viele Daten, die häufig in vielen verschiedenen, unabhängigen Tools verteilt liegen. Mittels Marketing Intelligence können diese Daten jedoch zusammengeführt werden, sodass ein ganzheitlicher kanalübergreifender Blick auf das Marketing entstehen kann. Wie Sie Marketing Intelligence zielführend einsetzen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Marketing Intelligence bietet nicht nur ein größeres Maß an verlässlicher Planbarkeit, sondern auch zunehmende Sicherheit beim Outcome von Kampagnen.
Marketing Intelligence bietet nicht nur ein größeres Maß an verlässlicher Planbarkeit, sondern auch zunehmende Sicherheit beim Outcome von Kampagnen.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Die Corona-Krise wird die Werbebranche auch in diesem Jahr weiterhin beschäftigen. Dennoch liegt in jeder Krise auch eine Chance. Auch wenn ein erhöhter Kostendruck die aktuellen Planungen im Marketing bestimmt, versprechen die Prognosen für 2021 auch verhaltenen Optimismus: 46 Prozent der Mitglieder im Branchenverband OWM gehen 2021 von gleichbleibenden Werbebudgets aus. Die Mediaagentur JOM rechnet, nach einem deutlichen Minus von 6 Prozent im letzten Jahr, selbst bei zurückhaltender Marktentwicklung mit einem Aufschwung von 3,5 Prozent bei den Netto-Werbeinvestitionen.

Unumstritten ist, dass digitale Kanäle als einzige Mediengattung von der Krise profitiert haben und das ausklingende Jahr mit einem Zuwachs beschließen. Dementsprechend dürften sie erste Wahl für viele Marketer sein, die sich, ganz gleich ob trotz oder Post-Corona, 2021 dem Ziel der Umsatzsteigerung verschrieben haben. Dies geht einher mit steigenden Anforderungen an digitale Kampagnen. Wirksamkeit und ein effizienter Budgeteinsatz etablieren sich mehr und mehr als zentrale Erfolgskriterien, die bereits im Vorfeld gründlich bedacht werden müssen.

Die Lösung, wie Marketingentscheider diesem Anspruch gerecht werden können, lautet Proaktivität: Ein größeres Maß an verlässlicher Planbarkeit garantiert zunehmende Sicherheit beim Outcome von Kampagnen. Mehr denn je ist vorausschauendes Denken gefragt. Marketer stehen vor der Herausforderung, ganzheitlich und kanalübergreifend so zu planen, dass kontinuierliche Optimierungen möglich sind.

In Abhängigkeit vom Budgeteinsatz ebnen agile Planung und Umsetzung den Weg zur Gewinnmaximierung. Beim Erreichen dieses Zieles nimmt Technologie eine Schlüsselrolle ein – sofern sie einsatzfertige und leicht integrierbare Lösungen mit entsprechend kurzer „Time-to-value“ bereithält, kann sie Marketern die tägliche Arbeit vereinfachen. Marketer haben dann die Möglichkeit aktiv zu handeln und Maßnahmen umsichtig zu gestalten.

In diesem Sinn befördert konsequent eingesetzte Marketing Intelligence ein planbares und vorausschauendes Handeln. Werden entsprechende Funktionalitäten in den Marketingalltag implementiert, können sie entscheidende Optimierungen bewirken.

Einsatz von Marketing Intelligence

Wie KI-gestützte Lösungen dabei helfen, diesen Anspruch umzusetzen und unerwarteten Ereignissen entgegenzuwirken, illustrieren diese 5 Maßnahmen:

  • Von Daten zu Aktionen: Die Verknüpfung der Analyse von Kundendaten mit der gezielten Aktivierung von Verbrauchern ist essenziell für einen proaktiven Marketing-Ansatz. Mit Hilfe von KI werden aus Daten verlässliche Insights aufbereitet. Aus diesen wiederum lassen sich konkrete Marketingaktivitäten ableiten, die Aufschluss darüber geben, wie die strategische Kundenaktivierung verbessert werden kann. Eine gezielte Nutzersegmentierung bietet zum Beispiel die Möglichkeit anhand bestimmter Performance-Kennzahlen optimale Kontaktzeitpunkte und Kanäle zu definieren.
  • Zuverlässigeres Planen durch KI: Marketer, die wissen, wie ihre Kunden ticken, können genauer planen. KI-Funktionalitäten sind in der Lage künftiges Kundenverhalten präzise vorauszusagen. Auf diese Weise können Konversionswahrscheinlichkeiten oder der gesamte Customer-Lifetime-Value im Vorfeld berechnet werden. Das legt den Grundstein für eine personalisierte Verbraucheransprache und hilft Budget optimiert einzusetzen. Im E-Commerce-Marketing empfiehlt es sich beispielsweise, anhand von Prognosen zu bestimmen, welche Konsumenten durch Rabatt-Gutscheine zum Kauf bewegt werden. Ein selektives Vorgehen, bei dem Coupons nicht pauschal, sondern nur Nutzern mit entsprechend hoher Tendenz zur Konversion bereitgestellt werden, kann die Marge von Onlinehändlern erhöhen.
  • Stetige Überwachung der Performance und Datenbasis: Kontinuierliches Monitoring zahlt sich aus, bindet klassischerweise aber viele Ressourcen. Machine Learning ermöglicht hingegen eine beständige Überwachung der Datenbasis sowie der Performance von Kampagnen ohne hohen Zeitaufwand. Technologie kann ungeahnte Potenziale zur Optimierung offenlegen. Automatisierte Alerts in Echtzeit geben Auskunft darüber, wie entscheidende Metriken und Dimensionen von Webseiten abschneiden. Treten Auffälligkeiten auf, stellen Sofort-Benachrichtigungen unmittelbare Reaktionsfähigkeit und die zielführende Behebung von Fehlerquellen sicher, sodass die Performance nicht ins Stocken kommt.
  • Qualitative Empfehlungen: Die Qualität der Empfehlungen von beispielsweise Produktvorschlägen wird durch den Einsatz von KI deutlich gesteigert. Sie macht es möglich, für den Kunden banal wirkende Empfehlungen durch eine kontinuierliche Erfassung von Präferenzen und Affinitäten auf Datenbasis zu verfeinern oder kann inhaltsorientierte Vorschläge nach dem “next-best-content” Prinzip gezielt aussteuern.
  • Errichtung einer Datenstrategie: Ohne Daten geht nichts. Das solide Fundament jeder techbasierten Optimierung ist deshalb eine zeitgemäße Datenstrategie. Vor dem Hintergrund aktueller Cookie-Regulationen sollte diese alternative, anonymisierbare Tracking-Optionen mitdenken, datenschutzkonform ausgestaltet sein und konsequent auf First-Party-Daten fokussieren. Die Erhebung eigener Daten verspricht vollständige Datenhoheit und birgt Vorteile gegenüber Wettbewerbern. Werden alle verfügbaren und relevanten Datenquellen zusammengeführt, zahlt dies auf die gesamte weitere Planbarkeit ein.

Fazit

Der übergreifende Einsatz von Marketing Intelligence zahlt sich aus. Unsichere Krisenzeiten ebnen die Chance umzudenken und ein Investment in den Technologie-Stack zur mittelfristigen Umsatzsteigerung zu tätigen. Denn durch die Nutzung von Technologie erhalten Marketer ein höheres Maß an Proaktivität und Agilität im digitalen Marketing.

Der Einsatz von Technologie garantiert eine wirksame und langfristige Kundenansprache und unterstützt die Gesamtrentabilität werbetreibender Unternehmen. So eröffnet die Pandemie den Blick für eine fortschrittliche und ganzheitliche Steuerung von Kampagnen mit einer vordefinierten, intelligenten Datenanalyse.

*Michael Diestelberg ist Vice President Product & Marketing bei Mapp.

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