Affiliate Marketing im B2B 6 Gründe, warum Affiliate in den Online-Marketing-Mix gehört

Autor / Redakteur: Dino Leupold von Löwenthal / Dr. Gesine Herzberger

Als eine der ersten Disziplinen im Netz gilt Affiliate Marketing heute vor allem als Impulsgeber für neue Vermarktungsansätze. Auch deshalb wächst seit einiger Zeit die Nachfrage nach Affiliate-Programmen im B2B. Hier 6 Gründe, warum Affiliate Marketing auch weiterhin in den Online-Marketing-Mix gehört.

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(Bildquelle: Pixabay, CCO Public Domain)

1. Starke Vertriebspartner

Im Laufe der vergangenen 20 Jahre hat sich das Affiliate Marketing stark gewandelt und dabei immer weiter professionalisiert. Hinter vielen erfolgreichen Affiliate-Programmen stecken heute große Firmen oder Konzerne wie beispielsweise Arvato Bertelsmann bei der DeutschlandCard oder Lufthansa bei Miles & More. In den vergangenen Jahren sind zudem prominente Medienunternehmen wie RTL (gutscheine.de) und Pro-Sieben-Sat.1 (u.a. preis24.de und Verivox) in das Affiliate Marketing eingestiegen.

2. Risikoarme Abrechnungsmodelle

Affiliate Marketing ist wahrscheinlich der flexibelste und am einfachsten zu planende Kanal im Online Marketing – vor allem, wenn es um die Kosten geht. Von CPM (cost-per-mille) über CPC (cost-per-click) und CPL (cost-per-lead) oder CPS (cost-per-sale) bis hin zu Hybridmodellen und Werbekostenzuschüssen sind alle Abrechnungs- und Vergütungsmodelle möglich und über die meisten Affiliate-Netzwerke auch problemlos umsetzbar. Hinzu kommt, dass im Affiliate Marketing fast immer auf Basis der erzielten Performance vergütet wird. Das heißt: Dem Werbungtreibenden entstehen nur dann Kosten, wenn der User auch die gewünschte Aktion ausführt. Das finanzielle Risiko im Affiliate Marketing ist deshalb überschaubar und der CPO (cost-per-order) im Vergleich zu anderen Online-Werbemaßnahmen leicht kalkulierbar.

Dino Leupold von Löwenthal ist Head of Affiliate Marketing & Lead Generation bei explido iProspect.
Dino Leupold von Löwenthal ist Head of Affiliate Marketing & Lead Generation bei explido iProspect.
(Bildquelle: explido iProspect)

3. Volle Transparenz

Affiliate Marketing sieht sich gelegentlich mit Betrugsvorwürfen konfrontiert. Die Frage, wie Affiliate-Manager den sogenannten Fraud erkennen und ihm vorbeugen können, ist deshalb ein Thema für Marketer. In der Praxis zählt vor allem die Erfahrung der Experten. Außerdem hat sich die Affiliate-Branche zu absoluter Transparenz verpflichtet. Dadurch lassen sich die wenigen schwarze Schafe meist schnell erkennen. Auch in anderen Online Marketingdisziplinen wie beispielsweise dem Display Advertising gibt es Klick-Bot-Betrug oder Werbemittel werden im nicht-sichtbaren Bereich einer Webseite ausgeliefert, was dem Merchant pro View oder Klick unnötige Kosten verursacht. Vermarkter, Agenturen und Technologieanbieter schieben sich bei diesen Phänomenen gegenseitig die Verantwortung zu. Im Affiliate Marketing ist man hier schon einen Schritt weiter und vergütet die Vermarkter und Partner nur bei einer validen, also nachweislich im Shop zustande gekommenen Transaktion.

4. Weltweite Ausrichtung

Ob in Deutschland oder international, im Affiliate Marketing hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Vor allem die Einführung der neuen Cookie-Richtlinie in Europa stellte die Branche vor neue Herausforderungen. Eine Weiterentwicklung der bestehenden Technologien war die Folge. Darüber hinaus expandierten zahlreiche Affiliate-Netzwerke ins Ausland. Umgekehrt etablierten sich einige ausländische Netzwerke im deutschen Markt.

Für Werbetreibende ist es deshalb heute einfacher denn je, ein internationales Partnerprogramm mit nur einem Netzwerk als Partner zu betreiben. Aber auch die Agenturlandschaft selbst hat sich verändert: Einige große Agenturen haben sich weltweit agierenden Netzwerken angeschlossen, um den individuellen Bedürfnissen ihrer Kunden noch besser gerecht werden und alle Services aus einer Hand anbieten zu können.

5. Neue Potenziale im B2B

Auch wenn Affiliate Marketing sich bisher schwerpunktmäßig auf den B2C-Bereich – den Verkauf von Produkten an private Endkunden – konzentriert hat, gibt es durchaus Möglichkeiten und Chancen, auch Kunden im B2B mit Affiliate Marketing zu erreichen. Großes Potential haben hier leicht erklärbare Produkte wie beispielsweise Artikel zur Büroausstattung, Handy- sowie Strom- und Gasverträge. Bei erklärungsintensiveren Produkten kann eine Affiliate-Leadkampagne als Türöffner zu den Interessenten fungieren. Wenn es dann konkreter wird, hilft ein persönliches Beratungsgespräch weiter.

6. Innovationstreiber

Neue innovative Publisher wie die Modeplattformen Fashionfreax.net oder swipy.de erweitern den Markt und gelten als vielversprechende Treiber. Im B2B kann beispielsweise die Zusammenarbeit mit „wer-liefert-was“ – der Website für berufliche Lieferantensuche – Klein- und Mittelbetrieben helfen, je nach Produkt erfolgreiches Affiliate Marketing zu praktizieren. Vorteile im B2B-Affiliate Marketing hier: Hohe Provisionen, überdurchschnittliche Warenkörbe und der Gewinn von Stammkunden.

Fazit:

Nachdem das Affiliate Marketing einiges an Höhen und Tiefen hinter sich hat und auch gelegentlich am Pranger stand, sprechen Wachstumsraten, steigende Umsatzzahlen und der kontinuierliche Launch neuer Partnerprogramme sowie die stetige Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in diesem Bereich heute eine ganz andere, eine erfolgreiche Sprache. Die Wachstumsrate neu gestarteter Partnerprogramme liegt bei großen Affiliate-Netzwerken bei rund 20 Prozent – verglichen mit dem Vorjahr.

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Über den Autor:

Dino Leupold von Löwenthal ist Head of Affiliate Marketing & Lead Generation bei explido iProspect. Parallel dazu verantwortet er die Projektleitung der TactixX, der führenden Branchenveranstaltung für Affiliate Marketing im deutschsprachigen Raum. Dino Leupold von Löwenthal ist seit 2005 im Online Marketing zuhause und arbeitet seit 2012 für explido iProspect. Davor war er bei der ValueClick Deutschland GmbH in den Bereichen Affiliate Marketing und Corporate Sales beschäftigt.

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Über Affiliate Marketing:

Affiliate-Marketing ist unter dem großen Dach des Online-Marketings beheimatet und ist eine Form des Provisionsgeschäfts, das auf dem Prinzip der Vermittlungsprovision basiert. Wie genau funktioniert das Modell des Affiliate-Marketings? Ein Webseitenbetreiber, beispielsweise ein Blog, hat auf seinem Online-Auftritt freie Werbefläche. Diese Fläche stellt er dann denjenigen zur Verfügung, die ein Interesse daran haben, im Internet zu werben, weil sie beispielsweise etwas verkaufen oder Mitglieder werben möchten. Der Webseitenbetreiber, der die Reichweite seiner Website und freie Werbeplätze zur Verfügung stellt, wird im Affiliate-Marketing als „Publisher" oder auch „Affiliate" bezeichnet. Der Werbetreibende hingegen heißt „Merchant" oder „Advertiser".

Im Affiliate-Marketing wird dann eine Provision gezahlt, wenn der gesetzte Link zu einem Erfolg führt. Dies kann auf verschiedenen Modellen basieren: Durch den Klick auf das Werbemittel (Cost-per-Click (CPC)), die Kontaktaufnahme mit dem Kunden (Cost-per-Lead (CPL)) oder den Verkauf (Cost-per-Order (CPO) oder Cost-per-Sale (CPS)). Die gesetzten Links sind durch individuelle Codes gekennzeichnet und so kann der Händler erkennen, von welchem Affiliate der Kunde auf seine Website gelenkt wurde.

(Quelle: http://www.gruenderszene.de)

* Weitere Informationen und Beispiele finden Sie unter http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/affiliate-marketing.

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