Studie „Die Entwicklung der Arbeitswelt“

Angst vor Kollege Maschine

| Redakteur: Dr. Gesine Herzberger

Sieht doch ganz nett aus oder? Der Arbeitskollege der Zukunft ist eine intelligente Maschine, zumindest befürchtet das jeder zweite Befragte der Studie „Die Entwicklung der Arbeitszeit“.
Sieht doch ganz nett aus oder? Der Arbeitskollege der Zukunft ist eine intelligente Maschine, zumindest befürchtet das jeder zweite Befragte der Studie „Die Entwicklung der Arbeitszeit“. (Bildquelle: pixabay, CCO Public Domain)

Die Arbeitswelt steckt mitten in gravierenden Umbrüchen. Viele Angestellte schwanken zwischen Angst, Hoffnung und Skepsis und fast jeder Zweite befürchtet, dass intelligente Maschinen den Menschen am Arbeitsplatz ersetzen werden. Das sind Ergebnisse der Studie „Die Entwicklung der Arbeitswelt“.

Arbeitnehmer möchten ein Umfeld schaffen, das sowohl größere Freiheiten und Zusammenarbeit ermöglicht als auch Mitarbeiterbedenken bezüglich Arbeitsplatzsicherheit regelt und Möglichkeiten für sinnvolle Tätigkeiten bietet. Um sich so auf die Zukunft der Arbeit vorzubereiten.

Die zukünftigen Veränderungen werden von den Befragten allerdings unterschiedlich angesehen. Europäer sehen die Veränderungen demnach im Job skeptischer als asiatische Angestellte. Und innerhalb Europas zeigen sich die Niederländer deutlich fortschrittsfreundlicher als ihre deutschen Nachbarn.

„Europa zeigt im Vergleich zum Rest der Welt die meiste Skepsis gegenüber Änderungen“, sagt Steven van Tuijl, Geschäftsführer von ADP in Deutschland.

Im asiatisch-pazifischen Raum etwa sind 81 Prozent der Angestellten von der Zukunft und den einhergehenden Veränderungen begeistert, in Europa nur 59 Prozent. Laut Studie sind die Unterschiede zwischen den Regionen vor allem auf die scharfe Trennung zurückzuführen, die viele Europäer zwischen Arbeit und Freizeit ziehen – und die damit verbundene Angst, dass neue Trends diese in Frage stellen.

Ängste sind laut ADP insbesondere hinsichtlich jener Trends festzustellen, die die Arbeitsplatzsicherheit oder finanzielle Sicherheit gefährden können. Zusätzlich fühlen sich die Europäer durch einen zunehmenden Wettbewerb mit Arbeitskräften aus dem asiatisch-pazifischen Raum und Lateinamerika um Arbeitsplätze bedroht.

„Sie glauben, dass dies möglicherweise ihren gewohnten Lebensstil mit moderaten Arbeitszeiten und regelmäßigen Auszeiten für Freizeit und Familienurlaube in Frage stellt”, sagt van Tuijl.

Wie aus der Untersuchung hervorgeht, hält die Mehrheit der Befragten heute Veränderungen für möglich, die vor zwei Jahrzehnten kaum denkbar gewesen wären. 89 Prozent der Befragten möchten demnach einer Arbeit nachgehen, die sie persönlich interessiert oder die gesellschaftliche Auswirkungen mit sich bringt. 82 Prozent hoffen, ihre Arbeitszeit selbst einteilen zu können. 95 Prozent der Arbeitnehmer glauben, dass sie von überall auf der Welt aus arbeiten können. Gleichzeitig erwarten 58 Prozent, dass ein festes Renteneintrittsalter zusehends verschwindet.

Der Blick auf Deutschland fördert im Vergleich ebenfalls interessante Fakten zutage. Während hierzulande nur jeder fünfte Arbeitnehmer seinen Arbeitszeitplan selbst festlegt, tut dies in den Niederlanden bereits knapp jeder Zweite. Auch in der Nutzung mobiler Endgeräte liegen die Niederlande vor Deutschland. Während dort bereits 34 Prozent komplett mit Mobilgeräten arbeiten, sind es hier lediglich 23 Prozent. Auch das Verhältnis Mensch/Maschine beurteilen die Nachbarländer anders. So gehen in den Niederlanden 62 Prozent davon aus, dass Roboter und künstliche Intelligenz den Menschen bei monotonen Arbeiten ersetzen, in Deutschland glauben hingegen nur 39 Prozent an die Wachablösung am Fließband durch vernetzte Maschinen. Im Schnitt befürchten ganze 45 Prozent der Befragten, dass die Automatisierung den Menschen ersetzen wird.

Zur Studienerhebung

Für die Studie „Die Entwicklung der Arbeitswelt“ hat ADP, Anbieter von Human Capital Management-Lösungen (HCM), mehr als 2.400 Arbeitgeber und Arbeitnehmer in 13 Ländern befragt.

Ergänzendes zum Thema
 
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