Rückblick #B2BDays2018

B2B Marketing Days 2018 – „Bereit für den nächsten Schritt“

| Autor / Redakteur: Elena Koch / Georgina Bott

Im Workshop von Mark Herten (Account Director und Prokurist, Publitek) und Stuart Cording (Vice President & Managing Director, Publitek) spielte Content Marketing eine Rolle. Insbesondere das Zielgruppen-Marketing, denn um Content nutzergerecht kreieren zu können, bedürfe es einer genauen Zielgruppenanalyse. B2B Unternehmen haben meist das Vergnügen mit den Techies der Branche, den Ingenieuren. In der Kommunikation mit dieser Zielgruppe gilt es einiges zu beachten. Doch warum ist Content Marketing überhaupt so wichtig? „Im Durchschnitt besuchen potenzielle Kunden 10,5 Websites, bevor sie einen Anbieter kontaktieren“, so Mark Herten. Deshalb ist es wichtig, die Inhalte optimal aufzubereiten und auf die Zielgruppe zuzuschneiden. Anhand einer selbst durchgeführten Studie zeigten die beiden Referenten, welche Kanäle bei dieser Recherche am bedeutendsten sind. An erster Stelle steht die klassische Search Engine, an zweiter folgt die Social Media Welt, soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder LinkedIn gelten hier als Hype der Branche. Und drittens folgen Printprodukte, die oft unterschätzt werden, doch nach wie vor gerne von Ingenieuren zur Informationssuche genutzt werden. Außerdem zeigt die Studie, welche Inhalte für die User bei der Suche am wichtigsten sind, wie diese Inhalte bevorzugt aufbereitet sein sollten sowie für welchen Content die User am ehesten bereit sind, ihre Kontaktdaten abzugeben.

Emotionen im B2B Marketing? Ja, unbedingt! Das bestätigt Oliver Spitzer von der Emotionsforschungs-Agentur september online in seinem Vortrag auf den B2B Marketing Days. Er stellte einen Praxiscase der Marke Bosch Thermotechnik vor. Rosemarie Widuckel von Bosch untermauerte seinen Vortrag mit ihren Eindrücken aus der B2B-Sichtweise. Um das Verfahren der Emotionsforschung zu verstehen, wurde zu Beginn ein TV-Werbespot von Lufthansa gezeigt und anschließend ein Liniendiagramm, wie sich Emotionen, wie Vertrauen, Attraktion, Nähe, Relevanz, Sympathie, Skepsis und Distress bei den Zuschauern an welchen Stellen verändern. Auch im Bosch Case wurde dieses spezielle Verfahren mit Sensoren, die unter anderem an Gesichtsmuskeln oder dem Finger angebracht wurden, an der Zielgruppe, den Installateuren angewandt. Im zweiten Teil wurden die Installateure zwar auch persönlich befragt, doch diese Ergebnisse sind oft ziemlich bezugslos zur Realität. Denn ein ganz menschlicher Vorgang beim Erwachsenwerden, sei eine Art Schicht um sich herum zu bauen, so der Emotions-Experte. Während ein Kind beispielsweise sagen würde „Juhu, Spaghetti mit Tomatensoße“, äußert sich der Erwachsene oft mit rationalen Antworten, wie „Vielleicht verzichte ich doch lieber bei dem weißen Hemd, das für meinen Vortrag fleckenlos bleiben sollte.“ Ziel der Agentur im Bosch Case war es, die Akzeptanz der B2B-Kunden bezüglich einer Verknüpfung der Marke Junkers mit der Marke Bosch zu erforschen. Aufgrund der Ergebnisse, die Respekt und Ängstlichkeit der Installateure in Bezug auf die Veränderung zeigten, wurde ein Werbefilm entwickelt, der die Installateure als modernen „Hero“ zeigte.

Wie Emotionsforschung zu einer revolutionären B2B-Kampagne führte

Vortrag und Präsentation

Wie Emotionsforschung zu einer revolutionären B2B-Kampagne führte

08.11.18 - Emotionen im B2B Marketing? Ja, unbedingt! Das bestätigt Oliver Spitzer in seinem Vortrag anhand eines Praxiscases von Bosch auf den marconomy B2B Marketing Days 2018. Hier geht's zum Video des Vortrags lesen

Zukunft: „Denken Sie anders, denken Sie größer!“

Karel J. Golta, Keynotespeaker aus Zürich, begann seine Keynote zu Beginn der B2B Marketing Days mit einer kleinen Gedankenreise: „Stellen Sie sich vor, wir machen 30 Schritte. Der erste Schritt ist einen Meter lang, der zweite zwei Meter, der dritte jetzt doppelt so lang – also vier Meter, der nächste Schritt gleich acht Meter und so weiter. Wie weit würden wir laufen?“ Das Publikum durfte nun raten und die nächstgelegene Antwort wurde mit einer Tafel Schweizer Schokolade belohnt. „Zehntausend Meter, eine Million Meter, zum Mond und wieder zurück, …“ wurde geraten. Die richtige Antwort: „Eine Milliarde Meter, sprich zum Mond aber nicht wieder zurück.“ Übertragen auf das exponentielle Technologiewachstum der Gegenwart sei eine neue Denkweise gefordert. „Was wäre wenn … alles was automatisiert werden kann, auch automatisiert werden würde? … wir für ein normales Leben nicht mehr arbeiten müssten?“ Solche Fragen scheinen weit entfernt, doch ist das wirklich so? „Was wäre wenn … jeder Arbeiter eine Fabrik sein Eigen nennen könnte? … alle trotz unterschiedlichen Sprachen miteinander kommunizieren könnten?“ – dank dem Internet sei das heute schon möglich. Wir müssen anfangen anders, größer zu denken. „Moonshot Thinking“ ist laut Karel J. Golta der neue Begriff. Sein Appell an die Marketer, die etwas verändern möchten:

  • 1. Setzen Sie sich ein Ziel, das weit außerhalb der Möglichkeit liegt
  • 2. Planen Sie jetzt von der Mondlandung rückwärts
  • 3. „Ärmel hoch“ und konsequent Ziel verfolgen

Auch zum Start in den zweiten Tag der B2B Marketing Days wagten wir einen Blick in die Zukunft. Im Atlas der Zukunft begeisterte Mark Stevenson (Author, Broadcaster and Expert on global trends and innovations) die Besucher. „The horse is here to stay but the automobile is only a novelty – a fad“, sagte im Jahr 1927 der Präsident der Michigan Bank zu Henry Ford’s Anwalt. Im letzten Jahrhundert hat sich einiges verändert. Heute schlagen wir uns mit Ängsten wie der Ersetzung des Menschen durch Künstliche Intelligenz herum. Dabei werden wir nicht durch KI ersetzt, sondern durch jemanden der KI beherrscht, das legte Mark Stevenson den Teilnehmern ans Herz. Bei dem ganzen Trubel um Digitalisierung und Co. vergessen wir jedoch oft die negativen Auswirkungen des Wirtschaftswandels auf unsere Umwelt. Wie wird die Wirtschaft unsere Zukunft verändern? Viele von uns werden laut dem Referenten in zehn Jahren nicht mehr hier sitzen, weil viele Unternehmen bei dem schnellen Wandel nicht mehr mitkommen würden. Auch er rät uns: „Engage in projects that are bigger than you.“

Atlas der Zukunft – „We do Things Differently“

Vortrag und Präsentation

Atlas der Zukunft – „We do Things Differently“

08.11.18 - Wie wird sich die Gesellschaft in Bezug auf Technologie, Gesundheit und Handel verändern? Und welche Fragen sollten sich intelligente Unternehmen stellen? Die Antworten darauf gab Mark Stevenson in seiner Keynote auf den marconomy B2B Marketing Days 2018. Hier geht's zum Video des Vortrags. lesen

Digitalisierung: „Arbeiten im Whirlpool? Ja! Homeoffice ist die Zukunft.“

Wenn eine Website nicht innerhalb von 1,5 Sekunden geladen ist, springen 60 Prozent der User ab. Was sagt uns diese Aussage? Wir brauchen Digitalisierung! Olaf Moerk, Director Marketing & Communication bei DEHN & SÖHNE, führte durch das Barcamp „Digitalisierung 4U“ Hier ging es vor allem darum, Grundlegende Strategien zu besprechen, die Unternehmen für eine erfolgreiche Digitalisierung brauchen. Unter anderem brauche es ein Team, auf das man sich verlassen kann. Als kleine Anekdote heftete Olaf Moerk das Bild von einer Biene und einer Fliege an eine Pinnwand. Wenn man nun beide Tierchen in eine Flasche packen würde, welche würde den Ausgang finden? Die Biene fliegt immer geradeaus und findet so den Ausgang nicht, die Fliege dagegen fliegt kreuz und quer. Durch ihre Neugier und Experimentierfreudigkeit schafft sie es, aus der Flasche zu entkommen. Grundlegend ging es in dem Barcamp darum, Erfahrungen unter den Teilnehmern auszutauschen. Wie ist der Stand des Digitalisierungsvorhabens? Was läuft gut, welche Hindernisse müssen noch überwunden werden? Von diesem Erfahrungsaustausch konnten alle Teilnehmer profitieren.

„Haben wir digitale Pioniere im Raum? Wer versucht aktuell, den Chef davon zu überzeugen, die Digitalisierung voranzutreiben? Dann habe ich jetzt die Antworten für Sie.“ Mit diesen Worten startete Carolin Desirée Töpfer, Gründerin eines VR Startups, Digital Strategy Consultant und Bloggerin (digitalisierung-jetzt.de) in ihre Keynote auf den B2B Marketing Days. Diese drei Punkte begeistern sie an der Digitalisierung:

#New Work im Corporate Rahmen: Arbeiten im Whirlpool? Ja! Homeoffice-Möglichkeiten sind für Sales- und Marketing-Mitarbeiter nicht nur gewünscht, sondern schon fast selbstverständlich.

#Gamification und neue Kommunikationskanäle: Gamification macht Spaß und ist auch für Büroarbeit geeignet.

#Daten bereinigen: Was bringt eine Stammkundenliste mit der Spalte Ehegatte, wenn ein anderer dort den Namen des Hundes einträgt und zur Firmenveranstaltung dann Kunde mit Hund eingeladen wird? Datenbasiertes Arbeiten macht Prozesse effizienter, Unternehmen attraktiver und Zukunft erst möglich.

Digitalisierung obwohl die Geschäfte laufen? Argumente für digitale Pioniere

Vortrag und Präsentation

Digitalisierung obwohl die Geschäfte laufen? Argumente für digitale Pioniere

06.11.18 - Um die Digitalisierung im Unternehmen voranzubringen ist oft Überzeugungsarbeit gefragt. Wie digitale Pioniere ihren Chef überzeugen können, zeigte Carolin Desirée Töpfer in ihrer Keynote auf den marconomy B2B Marketing Days 2018. Hier geht's zum Video des Vortrags. lesen

App ist nicht gleich App – das vermittelte das Barcamp von Daniela Kühne und Tamara Grünzweil, SPS Marketing GmbH. Apps können beispielsweise anstatt der klassischen PowerPoint-Präsentation auf Messen verwendet werden. Klarer Vorteil laut den Beiden: mehr Interaktion mit den Besuchern des Messestandes. Eine weitere Möglichkeit sei auch die Mitarbeiter-App. Klarer Vorteil hierbei: Auch Mitarbeiter der Produktion, Zustellung etc., die im normalen Arbeitsalltag keinen Zugang zum Intranet haben, können erreicht werden. Im Verlauf des Barcamps erarbeiteten die Referentinnen gemeinsam mit den Teilnehmern zehn Schritte zur Einführung einer App. Von Painpoints, über IT-Fragen bis hin zur Content-Erstellung nahmen die Teilnehmer zahlreiche Tipps für ihre App-Einführung mit.

„Ohne Digitalstrategie kein Marktzugang nach 2030“ – diese Aussage warf Jürgen Mugrauer von Gutekunst & Co.KG Federnfabriken in den Raum. Der Marketingetat eines KMU könnte laut ihm wie folgt aussehen: 42 Prozent Messen, Kundenevents – 12 Prozent Produktinformation – 10 Prozent klassische Werbung – 8 Prozent Firmen-Website – 5 Prozent Produktdokumentationen – 5 Prozent Online-Werbung – 4 Prozent Public Relations. Bleibe also wenig Budget übrig für eine richtige Digitalstrategie. Er zeigte den Teilnehmern das allgemeine Problem auf, vor dem viele B2Bler stehen: zu wenig Budget und zu viele To-Dos. Um dem Problem aus dem Weg zu gehen, zeigte er sechs wichtige Punkte, die bei der Einführung einer Digitalstrategie beachtet werden sollten, auf.

Data Marketing: „Super KI sind Maschinen, die um ein vielfaches intelligenter sind als der Mensch.“

Was ist eigentlich Künstliche Intelligenz (KI)? Alexander Krull, Senior Vice President Global Sales bei Webtrekk, unterteilte in seinem Vortrag KI in allgemeine KI – Maschinen, die sich so verhalten, als verfügten sie über Intelligenz –, Super KI –Maschinen, die um ein vielfaches intelligenter sind als der Mensch und sich ständig weiterentwickeln können – und schwache KI – zum einen Software, die besser funktioniert als der Mensch wie zum Beispiel Alexa und zum anderen das künstliche Generieren von Wissen zur Verbesserung des Kundenerlebnisses. In letzterem Teilbereich der KI werden Algorithmen eingesetzt, die das (Kauf-)Verhalten eines Kunden automatisiert analysieren sollen und so Marketing und Vertrieb unterstützen. „94 Prozent der Einkäufer nutzen das Internet, um nach passenden Lieferanten zu suchen“, so Alexander Krull. Dennoch sei der Kunde erst durch eine optimale Cross-Channel Informationssuche optimal zufriedengestellt. Das heißt, nach wie vor komme es auf eine Mischung aus Internet, persönlichem Kontakt und Printmedien an.

Das Thema Data Marketing ist auch im Hinblick auf rechtliche Grundlagen unabdingbar – allem voran die DSGVO. Sie gibt es schon lange, doch seit der Gesetzesänderung im Mai 2018 ist sie in aller Munde. Dr. Carsten Ulbricht, Bartsch Rechtsanwälte, räumte in seinem Vortrag mit den DSGVO-Mythen auf. Hierzu zeigte er unterschiedlichste Herangehensweisen, wie Firmen mit dem Thema Cookies umgegangen sind. Tipps zu Tracking und Targeting sowie Mitverantwortlichkeiten für Facebook-Seiten sollten den Zuhörern für ihre zukünftige DSGVO-konforme Arbeit helfen.

Update DSGVO – Business as usual oder daily panic?

Vortrag und Präsentation

Update DSGVO – Business as usual oder daily panic?

06.11.18 - Seit Mai 2018 ist die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) vollumfänglich gültig. Dennoch verursacht sie immer noch Panik in europäischen Unternehmen. Auf den marconomy B2B Marketing Days 2018 räumte Dr. Carsten Ulbricht mit den typischen Mythen auf. Hier geht's zum Video des Vortrags. lesen

„Unser Stahl baut Brücken“, so der Leitsatz von Arcelor Mittal. Michael Ramlau von der Agentur make/c, stellte bei den B2B Marketing Days anhand des Praxiscases von Acelor Mittal vor, wie man Virtual Reality in einem B2B Unternehmen einsetzt. Zunächst stellte sich die Agentur die Frage, welche Form der Visualisierung am besten zu dem Hersteller von Stahlbrückenteilen passen könnte. Hierbei ist egal ob Animationsfilm, 3D Welt, Augmented Reality, Virtual Reality oder 360° Video – das Produkt sollte erlebbar gemacht werden. „Wir sprechen heute nicht mehr vom Point of Sale, sondern vom Point of Experience”, so Michael Ramlau. Zur Veranschaulichung wurde der Animationsfilm des Unternehmens gezeigt und die Zuhörer erfuhren anschließend, wie man mit einem einfachen fiktiven Bild ein ganzes Video entstehen lassen kann. „In der Businesswelt ist es spannend, Menschen Situationen zu zeigen, die sie sonst nie sehen würden“, so der Speaker. Für Messen hingegen benutze Arcelor Mittal VR-Anwendungen. Besucher haben dabei die Möglichkeit die Brücke mit den Stahlelementen aus jedem Blickwinkel zu betrachten und sogar unter der Brücke hindurch zu laufen.

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