Digitale Transformation

Digitalisierung braucht Botschafter in Unternehmen

| Autor / Redakteur: Carolin Desirée Töpfer / Elena Koch

Wichtig für eine erfolgreiche Digitalisierung sind interne Botschafter.
Wichtig für eine erfolgreiche Digitalisierung sind interne Botschafter. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Der deutsche Mittelstand freut sich über volle Auftragsbücher und leidet gleichzeitig am Fachkräftemangel. Keine gute Situation, um auch noch ein umfangreiches Change Projekt, wie die strategische Digitalisierung anzugehen.

Wer eine erfolgreiche Digitale Transformation anstrebt, muss sich zwangsläufig mit zeitgemäßer IT Infrastruktur, Datenkommunikation in Echtzeit, smarten Geräten und nachhaltigem Wissensmanagement für die gesamte Belegschaft auseinandersetzen. Viele Unternehmen sehen dadurch das eigene Geschäftsmodells und interne Unternehmensprozesse aus einer ganz neuen Perspektive. Eine kritische Analyse offenbart aber auch die jeweiligen Herausforderungen für das Unternehmen. Die wenigsten Mittelständler haben in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich in ihre IT Infrastruktur und Anwendungen investiert und haben nun einiges nachzuholen.

Denn im Jahr 2018 geht es nicht mehr nur darum, ein gutes Angebot zu haben und dieses irgendwie an Kunden zu verkaufen. Wie bei Technik-Produkten und Software schon lange üblich, verschmelzen getrennte Geschäftsbereiche für den Kunden unsichtbar zu einem Gesamt-Erlebnis. Vor allem für den B2B Bereich bedeutet das auch, dass zuverlässige Rohdaten und technische Schnittstellen zum Datenaustausch immer wichtiger werden.

Digitalisierung ist nicht gleich Digitalisierung

Ein großer Faktor für den derzeitigen digitalen Stillstand in Unternehmen ist das unterschiedliche Verständnis des Begriffs „Digitalisierung“. Computer gibt es schließlich schon seit den 70er oder spätestens 80er Jahren auf den Schreibtischen. Viele Entscheider wähnen sich daher auch heute noch auf dem richtigen Weg, wenn es irgendeine Art von sichtbarer IT Hardware im Unternehmen gibt. Diese ist zudem vergleichsweise einfach zu beschaffen. Der unsichtbare Teil – Netzwerke, Datenbanken, Software, Serverlösungen und Sicherheits-Anwendungen sind in den wenigsten Unternehmen ein großes Thema. Genau hier liegen aber die Möglichkeiten der digitalen Welt verborgen.

Dabei bedeutet „Digitale Transformation“ nicht, dass in Zukunft nur noch digital gearbeitet werden muss. Vielmehr kommt zu der alten Welt, oft noch erkennbar durch die Arbeit mit Stift und Papier, eine komplett neue Welt hinzu. Beide wird es in Unternehmen weiterhin geben. Zumindest so lange es noch Kunden gibt, für die eine Bestellung per Fax oder Rechnungsversand einfacher abzuwickeln ist als per Datentransfer, E-Mail oder Online-Shop. Eben, weil auch jene Kunden noch vor oder in einem Transformations-Prozess stecken. Aber wie wird aus einem mittelständischen Unternehmen ein Digital Leader, der alte analoge Geschäftsbeziehungen weiter pflegen kann und gleichzeitig neue digitale Wege einschlägt?

Digitalisierung braucht interne Botschafter

Externe Berater und Technologie-Experten können Impulse geben und dabei helfen, komplexe Fragen zu klären. Die grundlegende Bereitschaft für den Transformationsprozess muss aber aus dem Herzen des Unternehmens kommen, im besten Fall mit Unterstützung der Führungsebene. Personal-, Marketing- und Sales-Teams übernehmen häufig die Rolle der ersten internen Botschafter und Treiber des digitalen Wandels. In diesen Abteilungen ist der Druck sich zu bewegen bereits besonders groß.

Während die Personalabteilungen händeringend nach Fachkräften fahnden, suchen auch solche außerhalb des IT Bereichs sich den Arbeitgeber immer öfter nach digitalen Angeboten sowie der Möglichkeit moderner Arbeitsweisen aus. Wer schon im Bewerbungsprozess den Eindruck hat, der potentielle zukünftige Arbeitgeber kennt die Gepflogenheiten der digitalen Welt noch nicht, wird sich vielleicht zweimal überlegen, ob er den Arbeitsvertrag unterschreibt.

Verkäufer bemerken, dass die Konkurrenz digital aufrüstet und Kunden neue Kommunikationswege nutzen. Wer Daten nicht umfangreich und zeitnah liefern kann, den kostet das heute schon Aufträge. Marketing-Abteilungen haben den ersten Transformations-Prozess häufig schon hinter sich, da sich die relevanten Kanäle in diesem Bereich seit Jahren verändern. Hier leiden Mitarbeiter bereits unter dem Problem, das auch schon viele B2B Kunden und Geschäftspartner haben: Fehlende Daten-Schnittstellen erzeugen manuelle Zusatzarbeit und ziehen Informations- und Feedback-Prozesse in die Länge.

Was müssen Digitalisierungs-Botschafter können?

Die digitalen Fähigkeiten von Mitarbeiter zu Mitarbeiter und somit im gesamten Unternehmen sind meist maximal unterschiedlich. Wer sich dafür einsetzen möchte, dass der Arbeitgeber sich in Richtung digitaler Wandel bewegt, muss aber kein Experte auf dem Gebiet sein. Ein grundsätzliches Interesse, die Bereitschaft in der Freizeit die ein oder andere digitale Anwendungen auszuprobieren und die Fähigkeit, Kollegen für die Digitalisierung zu begeistern, reicht bereits aus.

Denn die Digitale Transformation beginnt vor allem im Kopf. Nur wer für neue schnellere Arbeitsweisen und lebenslanges Lernen offen ist, kann sich auf neue Wege einlassen und sie mitgestalten. Ganz unabhängig von der eigenen Ausbildung und dem Job-Titel, kann also jeder Mitarbeiter Botschafter der digitalen Transformation im Unternehmen sein, der sich zutraut Kollegen zu begeistern und einen Stein des Anstoßes ins Rollen zu bringen.

Die Verantwortung für die Erarbeitung und Umsetzung einer digitalen Strategie liegt aber in der Führungsetage. Die Initiative kann also durchaus „von unten“ kommen, irgendwann muss „oben“ aber auch mitmachen. Ansonsten gehen die digitalen Fähigkeiten der Mitarbeiter noch weiter auseinander und Konflikte zwischen Anhängern der neuen und der alten Arbeitswelt verschärfen sich. Im besten Fall gehen Unternehmensführung, Mitarbeiter und Kunden also gemeinsam Schritt für Schritt den Weg in die digitale Welt.

Speaker bei den B2B Marketing Days 2018

Sie möchten mehr zum Thema Digitale Transformation erfahren? Dann dürfen Sie die Keynote „Digitalisierung obwohl die Geschäfte laufen? Argumente für digitale Pioniere “ von Carolin Desirée Töpfer bei den marconomy B2B Marketing Days am 17. und 18. Oktober 2018 in Würzburg nicht verpassen! Seien Sie dabei und erleben Sie Carolin Desirée Töpfer live auf der Bühne. Hier geht’s zur Anmeldung.

Sie möchten erfahren, welche weiteren spannenden Cases auf den B2B Marketing Days vorgestellt werden und was Sie von unseren Experten lernen können? Informationen hierzu finden Sie im Programm der B2B Marketing Days 2018.

Carolin Desirée Töpfer, Gründerin des Blogs Digitalisierung-jetzt.de, ist Referentin bei den B2B Marketing Days 2018.
Carolin Desirée Töpfer, Gründerin des Blogs Digitalisierung-jetzt.de, ist Referentin bei den B2B Marketing Days 2018. (Bild: Carolin Desirée Töpfer)

Über den Autor

Carolin Desirée Töpfer ist unabhängige Strategie-Beraterin und unterstützt vor allem mittelständische Unternehmen bei der digitalen Transformation. Als Expertin für Datennutzung und Community Building, Datenschutzbeauftragte und IT Sicherheits-Expertin, bietet Sie ihren Kunden eine solide Brücke in die digitale Welt. Nebenbei studiert sie Informatik und baut ein Virtual Reality Startup auf, um die Zukunftstechnologie für spannende Weiterbildungen zu nutzen. Anfang 2018 hat sie ein Netzwerk gegründet, das Frauen den Einstieg in den Bereich IT Sicherheit erleichtert, indem Expertinnen und Interessentinnen sich direkt vernetzen können. Auf ihrem Blog Digitalisierung-jetzt.de und in ihren Workshops und Vorträgen beleuchtet sie die technischen Seiten sowie die sozialen Aspekte der Digitalisierung.

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