Expertenbeitrag

 Stephan Hellwig

Stephan Hellwig

Head of Regional Sales, OPED GmbH

Interview „Clubhouse ist wie eine digitale Hausparty mit Freunden“

Redakteur: Lena Müller

Keine Live-Events in den letzten Monaten, keine Möglichkeit für Treffen und um sich zu vernetzen. Die Lösung? Clubhouse! Die App war Anfang des Jahres DAS Gesprächsthema, jeder wollte dabei sein. Stephan Hellwig, Head of Regional Sales bei der OPED GmbH, ist Experte auf diesem Gebiet. Im Interview wollten wir unter anderem von ihm wissen: Ist der Hype um Clubhouse schon wieder vorbei?

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Clubhouse ist wie eine Hausparty mit Freunden: Man sitzt zusammen mit Menschen in einem Raum, unterhält sich über ein Thema – man muss auch nicht mitsprechen, kann nur zuhören.
Clubhouse ist wie eine Hausparty mit Freunden: Man sitzt zusammen mit Menschen in einem Raum, unterhält sich über ein Thema – man muss auch nicht mitsprechen, kann nur zuhören.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Rund um Clubhouse haben sich seit dem Hype im Januar viele Fragen ergeben: Wie erhalte ich eine Einladung? Welche Themen eignen sich für die App? Wie bereite ich mich am besten auf einen Talk vor?

Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer der Clubhouse Webinare, die marconomy im März in Kooperation mit dem Verein Deutsche Fachpresse veranstaltete. In spannenden Vorträgen berichteten Stephan Hellwig, Head of Regional Sales (OPED GmbH), und Mandy Schamber, Projektmanagement Digitale Medienentwicklung (dfv Mediengruppe), über ihre Erfahrungen mit Clubhouse und gaben den Teilnehmern wertvolle Tipps, wie diese mit der App umgehen können. Moderiert wurden die Events von Gunther Schunk, Chief Communication Officer der Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, und Bernd Adam, Managing Director der Deutschen Fachpresse.

Sie haben das Webinar verpasst? Kein Problem, wir haben noch einmal bei Stephan nachgefragt und die wichtigsten Statements für Sie zusammengefasst.

Stephan, das Webinar zum Thema Clubhouse wurde nun schon zweimal durchgeführt. Wie erklärst du diese große Begeisterung für die App und ist der Hype eigentlich schon wieder auf dem absteigenden Ast?

Clubhouse ist die angesagteste Social Media App 2021. Die unerwarteten Auftritte von Thomas Gottschalk, Joko Winterscheid, Gerhard Schröder und Philipp Amthor haben die Bekanntheit der App auch in Deutschland gesteigert. Gleichzeitig gibt es die App aber nur für iPhone-Nutzer und man braucht eine Einladung, um der Community beitreten zu können. Wenn reichweitenstarke Influencer also öffentlichkeitswirksam demonstrieren, wie sie es gerade auf Clubhouse tun, die Nutzung aber exklusiv ist, dann löst das eben diesen Hype aus. Im Moment sieht es so aus, als ob die Anziehungskraft etwas nachgelassen hat. Audio ist aber weiterhin in. Deshalb springen ja auch Facebook und Twitter auf den Zug auf.

Im Webinar hast du gesagt: „Clubhouse ist wie eine digitale Hausparty mit Freunden.“ Wie muss man sich das vorstellen?

Bei Clubhouse geht es um den Austausch in Echtzeit. Die Menschen strömen in die Räume großer Marken und bekannter Persönlichkeiten, weil sie die ungeschnittene Version hören wollen – fast als würden sie zu einer Hausparty kommen. Dazu passt auch das Konzept der „Räume“: In den Räumen bilden sich kleinere, intimere Gemeinschaften als auf den großen sozialen Plattformen. Bei Clubhouse ist es irgendwie leiser und persönlicher. Konsumenten und Unternehmen können sich auf authentischer Ebene miteinander austauschen. Diese Intimität gibt es auf anderen Social Media Plattformen oft nicht. Bei Clubhouse fühlt es sich so an, als säße man wirklich mit den anderen Menschen auf einem Sofa. Als Zuhörer kann ich einfach in einen Raum reingehen und zuhören. Und wenn ich möchte auch mitsprechen. Und wenn mich das Thema langweilt, dann verschwinde ich unauffällig und wechsele in einen anderen Raum – so wie eben auf einer Hausparty mit Freunden und Bekannten.

Was brauche ich, um einen Account anzulegen? Und sollte ich einen persönlichen oder einen Unternehmensaccount einstellen?

Für einen Account brauche ich eine Mobilfunknummer, ein iPhone und eine Einladung. Ich persönlich rate von einem Unternehmensaccount mit Logo im Profilbild und Marke als Name eher ab. Bei Clubhouse legt man besonderen Wert darauf, dass Unternehmen eben keine Werbung für sich machen. Stattdessen ist es eher eine gute Gelegenheit der eigenen Community zuzuhören. Im direkten Austausch können Unternehmen herausfinden, was die Konsumenten wirklich bewegt. Hier können Themen und Trends diskutiert werden. Gleichzeitig haben sie die Möglichkeit sich an Gesprächen über Hintergründe zu Produktentwicklung, Vermarktung oder Verhaltensnormen zu beteiligen. Marken können auf Clubhouse ein direktes Feedback von Kunden bekommen. Deshalb empfehle ich, dass Unternehmen mit ihren Mitarbeitern bei Clubhouse aktiv sind. Das Branding kann dann über die Headline, Farben im Profilbild und eine „powered by…“-Erwähnung funktionieren.

Wie lange dauert ein Talk in der Regel und wie viel Vorbereitungszeit würdest du einplanen?

Eine Stunde – das ist eine gute Länge für einen Talk. 15 Minuten für die Paneldiskussion mit den Speakern, dann 30 Minuten Q&A und am Ende noch einmal eine Zusammenfassung in Kombination mit einem Fazit. Die Vorbereitung dauert länger. Ich lege Wert auf eine diverse Bühne und bemühe mich um unterschiedliche Speaker, die verschiedene Perspektiven in den Talk bringen. In den Vorgesprächen legen wir dann die Rollen fest und sammeln Themenschwerpunkte, an denen wir uns orientieren können.

Clubhouse und Datenschutz – das ist ja schon seit dem Aufkommen der App so eine Sache … Stimmt es, dass alle Gespräche in den Räumen aufgezeichnet werden?

Laut den AGB von Clubhouse darf man keine Audioaufzeichnung erstellen, ohne dass die Personen schriftlich eingewilligt haben. Clubhouse selbst zeichnet die Gespräche zur Sicherheit auf und löscht die Aufnahmen, wenn es während der Gespräche keinen Regelverstoß gab.

Jetzt macht es aus Sicht eines B2B-Marketers natürlich Sinn, die Teilnehmer eines Talks nach einer Session zu einem potenziellen Kunden zu transformieren beziehungsweise ihn als Kunden für das Unternehmen zu gewinnen. Wie stellt man das am besten an, hast du Tipps?

Auf Clubhouse selbst gibt es keine Möglichkeit, außerhalb der Räume miteinander zu kommunizieren. Ich habe deshalb Informationen zu meinen Kontaktdaten und einen Call-to-Action in der Bio hinterlassen. Außerdem lade ich die Audience gerne dazu ein, mir nicht nur auf Clubhouse zu folgen, sondern sich auch auf LinkedIn mit mir zu vernetzen. Ich mache das selbst genauso, wenn ich mit interessanten Gesprächspartnern auf der Bühne stehe. Wie du siehst, nutze ich Clubhouse also eher als weiteren Kanal für Social Selling und weniger für Werbung und Pitches.

Wie setzt ihr Clubhouse bei OPED ein?

Bei Clubhouse moderiere ich Räume zu den Themen Vertrieb und Führung. Meine Fachexpertise zahlt auch auf die Glaubwürdigkeit unseres Unternehmens ein. Menschen kaufen nicht einfach von Menschen. Sie kaufen von Profis, sie lassen sich von Experten beraten und vertrauen den Fachspezialisten. Deshalb profitiert auch OPED davon. Gleichzeitig folge ich gerne Trendthemen. Mir ist es wichtig zu hören, was die Menschen bewegt. Damit bleibe ich am Puls der Zeit. Und das setze ich im Vertrieb und Marketing bei OPED ein.

Stephan, vielen lieben Dank für das nette Gespräch!

Lead Management Summit 2021

Stephan Hellwig auf dem Lead Management Summit 2021

   
       

Stephan Hellwig ist in diesem Jahr Speaker auf dem Lead Management Summit am 1. und 2. Juli. In seinem Vortrag zeigt er, wie das Bestandskundenmanagement bei der OPED GmbH eingeführt wurde. Außerdem gibt er viele Tipps und Tricks im Hinblick auf die Verknüpfung mit einem CRM-System.


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