XING Studie Das Arbeitsjahr 2020: weniger Urlaub, hybride Office-Lösungen, neuer Führungsstil

Redakteur: Fiona Gaubitz

Das deutschsprachige berufliche Netzwerk XING befragt seit Mai 2020 seine Mitglieder in regelmäßigen Abständen zur aktuellen Stimmung und Arbeitssituation im Rahmen des Corona Barometers. Die Ergebnisse der aktuellen November-Befragung liegen nun vor:

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Die Langzeitstudie wertet 2020 die aktuelle Stimmung und Arbeitssituation im Rahmen des Corona Barometers aus.
Die Langzeitstudie wertet 2020 die aktuelle Stimmung und Arbeitssituation im Rahmen des Corona Barometers aus.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

So war das Arbeitsjahr 2020 der Befragten

Ging es im Mai noch rund 52 Prozent der befragten deutschen XING Mitglieder sehr gut bis gut, sind es im November nur rund 44 Prozent. Allerdings lassen sich die Deutschen ihren Optimismus nicht ganz nehmen. Der Zukunft blicken die Befragten etwas positiver entgegen als im Mai: Wenn sie an die Situation in einem Jahr denken, sind die Aussichten für fast 55 Prozent sehr positiv bzw. positiv, im Mai haben rund 52 Prozent die Zukunft so positiv bewertet.

In Summe war das Arbeitsjahr 2020 – trotz Corona-Krise – für rund 57 Prozent der befragten Deutschen zufriedenstellend.

Weniger Urlaub gleich weniger Erholung?

Rund drei Viertel – ca. 71 Prozent – der deutschen Befragten empfinden das Jahr 2020 als anstrengender und herausfordernder als die vergangenen Jahre. Ein Grund für die größere, wahrgenommene Anstrengung könnte sein, dass rund 74 Prozent der deutschen Befragten angaben, 2020 weniger Urlaub gemacht zu haben als in den Jahren zuvor – im Vergleich der höchste Wert innerhalb der drei deutschsprachigen Länder. Österreich lag bei ca. 68 Prozent, die Schweiz bei ca. 70 Prozent.

Der geringe Anteil an genommenem Urlaub hat auch direkten Einfluss auf den Erholungsgrad: So fühlen sich rund 64 Prozent derjenigen Deutschen, die 2020 weniger Urlaub gemacht haben, auch weniger erholt.

Hybrid-Office dürfte sich durchsetzen

Im Mai waren fast 47 Prozent der Befragten aus Deutschland ausschließlich im Homeoffice, so sind es im November nur noch rund 32 Prozent – wobei Deutschland hier im Vergleich zu Österreich mit ca. 38 Prozent und der Schweiz mit ca. 33 Prozent den niedrigsten Wert hat. Rund 40 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland arbeiten im November teilweise im Homeoffice, im Mai waren es noch ca. 24 Prozent. „An dieser Entwicklung sehen wir, dass sich hybride Office-Lösungen, also Arbeiten sowohl im Büro als auch im Homeoffice, durchzusetzen scheinen“, so Sabrina Zeplin, Geschäftsführerin XING GmbH.

Nach wie vor vermissen rund 73 Prozent der Befragten im Homeoffice am meisten die sozialen Kontakte. Die Vorgesetzten und die Kommunikation mit diesen fehlen nur etwas mehr als einem Viertel der Befragten Deutschen (ca. 26 Prozent). Die räumliche Trennung zwischen Arbeit und Wohnen beziehungsweise Freizeit ist für ca. 44 Prozent der Befragten in Deutschland nach wie vor eine Herausforderung, aber auch ein ergonomischer Arbeitsplatz fehlt mehr als jedem Dritten.

Pandemie verändert Führungsstil der Vorgesetzten

Die Pandemie verändert vieles – auch den Führungsstil in Deutschlands Unternehmen, denn mehr als ein Viertel der Befragten ohne Führungsverantwortung gaben im November an, dass sich der Führungsstil ihrer Vorgesetzten verändert hätte. Am häufigsten nannten sie, dass die deutschen Führungskräfte mehr Verantwortung und Entscheidungsbefugnis übertragen (ca. 32 Prozent).

Rund 30 Prozent gaben an, die Führungskräfte kommunizieren im Homeoffice weniger als im Büro, allerdings gaben 25 Prozent der Befragten an, dass die Führungskraft im Homeoffice besser erreichbar ist. Auch nehmen mehr als ein Viertel der Befragten ihre Führungskraft empathischer war als vor der Krise.

Das sagen Führungskräfte über sich selbst

Mehr als 40 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, ihren Führungsstil geändert zu haben. Fast 9 von 10 Führungskräften versuchen, ihre Mitarbeiter besser zu motivieren und 7 von 10 sind der Meinung, ihren Mitarbeitern mehr Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse zu geben.

Zu den Hauptaufgaben von Führungskräften gehören die Festlegung klarer Ziele, Kommunikation einer Vision und Vorgabe der Strategie – immerhin rund 69 Prozent (klare Ziele festlegen) beziehungsweise mehr als 59 Prozent (Vision und Strategie) tun dies nun verstärkt.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Auch im Bereich der Kontrolle durch Vorgesetzte hat die Corona-Pandemie eine Auswirkung, doch die Wahrnehmung von Angestellten und Führungskräften geht auseinander. Nur rund 20 Prozent der befragten Angestellten fühlen sich im Homeoffice durch ihre Führungskraft weniger kontrolliert. Allerdings ist jede dritte Führungskraft der Meinung, die Mitarbeiter im Homeoffice weniger zu kontrollieren. Mehr Kontrolle üben übrigens rund 10 Prozent der Führungskräfte aus.

Im November 2020 nahmen 629 aktive XING-Mitglieder aus Deutschland, 329 aus Österreich und 350 aus der Schweiz, an der Umfrage teil. Die Befragung zum Corona Barometer findet in regelmäßigen Abständen statt.

*Quelle: XING

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