Künstliche Intelligenz

KI in Unternehmen – warum menschliche Expertise weiterhin gebraucht wird

| Autor / Redakteur: Mathias Wengeler / Johanna Erbacher

Künstliche Intelligenz kann den Menschen hinsichtlich Kreativität und Flexibilität nicht ersetzen!
Künstliche Intelligenz kann den Menschen hinsichtlich Kreativität und Flexibilität nicht ersetzen! (Bild: gemeinfrei / CC0)

Im Alltag müssen Führungskräfte vor allem eins tun: Entscheidungen treffen. Diese basieren meist auf Erfahrungen, Expertise und persönlichen Sichtweisen. Künstliche Intelligenz hingegen bewertet objektiv eine schier unbegrenzte Vielzahl an Daten. Wozu brauchen wir in Zukunft also noch menschliche Expertise?

Die Grundlage für strategische Entscheidungen innerhalb eines Unternehmens bilden vor allem Zahlen und Fakten. Dabei kommt zugute, dass in Zeiten von Big Data mehr Daten als je zuvor vorliegen. Diese jedoch nutzbar zu machen, war bislang mit hohen Kosten und langwierigen Prozessen verbunden. Künstliche Intelligenz ist dabei in der Lage, eine für den Menschen zunächst unüberschaubare Menge an Daten innerhalb kürzester Zeit zu durchforsten, darin Muster zu erkennen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Insofern liefert KI schneller, mehr Zahlen und Fakten als der Mensch und optimiert sich dabei fortlaufend selbst. Was dabei wichtig ist: Der Mensch muss die richtigen Fragen stellen, damit die KI die passenden Antworten liefern kann.

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Von rohen Daten zu echter Wertschöpfung

Aufgrund dieser Vorteile, die KI dem Menschen voraus hat, steht die Frage im Mittelpunkt, ob der Mensch langfristig durch künstliche Intelligenz ersetzt werden kann. Dabei liegt der Fokus meist auf jenen Bereichen, die keine Interpretation von Informationen erfordern, sondern lediglich eine schnelle, präzise Ausführung von Befehlen, die auf erhaltenen Daten basieren. Solche Arbeitsprozesse werden bereits automatisiert wie beispielsweise in der Logistik oder in der Produktion. Ein Produkt muss schnellstmöglich hergestellt werden und auf dem effizientesten Weg an sein Ziel kommen, dabei sind zunächst keine interpretativen Leistungen erforderlich. Bei der Wahl der Unternehmensstrategie oder auch bei unvorhersehbaren Dynamiken jedoch schon. So liegt hier der wesentliche Unterschied zwischen künstlicher und menschlicher Intelligenz: Wir können Informationen interpretieren, umdenken und schnell und kreativ auf veränderte Bedingungen reagieren.

Das heißt, wenn Informationen, die durch eine KI gewonnen wurden, kein Sinn gegeben wird und sie nicht zielgerichtet nutzbar gemacht werden, so sind sie wertlos. Es ist wichtig die Informationen auf ihre Relevanz für das gesteckte Ziel zu überprüfen. Dabei ist es der Mensch, der es schafft, das Gesamtbild im Auge zu behalten. Der Weg dorthin kann durch Änderungen des Plans beschritten werden, solange das Ziel am Ende erreicht wird. Dabei sind auch neue, kreative Lösungen eines Problems denkbar. KI folgt bloß dem vorgegeben Algorithmus. Zwangsläufig ergeben sich also bei einer gewissen Datenmenge immer dieselben Ergebnisse. Geniale Einfälle oder eine notwendige Veränderung der bisherigen, perfekt scheinenden Strategie finden da keinen Platz. Dafür braucht es menschliche Intelligenz.

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Wieso ist menschliche Expertise unersetzbar?

Zusammenfassend ist der Mensch also in zwei wesentlichen Punkten überlegen: Kreativität und Flexibilität. Ersteres meint etwas aus einem neuen Blickwinkel betrachten zu können und eine Lösung zu finden, die nicht einem vorgegebenen Muster entsprechen muss. Letzteres meint hingegen arbeitstechnisch schnell auf neue Einflüsse reagieren zu können. Zudem wird eine intrapersonale und interpersonale Intelligenz gewährleistet, die es uns erlaubt, unser Gegenüber und die jeweilige Gesprächssituation verstehen und dementsprechend reagieren zu können.

Beides ist vor allem in Bereichen wichtig, die eine hohe Expertise und persönliche Interaktion erfordern. So ist beispielsweise in der Marktforschung die Nachfrage nach spezialisiertem Nischenwissen äußerst hoch. Dabei kommt zum Tragen, dass es sich teilweise um Bereiche handelt, die zu komplex für KI sind, die Datenmengen, die für eine entsprechende Analyse wichtig wären, oftmals nicht in ausreichender Form vorliegen und einige Bereiche noch komplett unerforscht sind, sodass nur ein Experte verlässlich darüber urteilen kann, was die richtige Entscheidung ist. Entsprechend kann KI zwar unterstützend agieren, indem sie Informationen, sofern genügend zu analysierende Daten vorliegen, bereitstellt, die dann von Experten interpretiert werden. Jedoch kann sie den Menschen sowohl in interpersonalen Beziehungen als auch in komplexen Fachbereichen nicht ersetzen.

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Regeln brechen als Erfolgsfaktor

KI ist darauf ausgelegt Korrelationen in großen Datenmengen zu finden. Das erleichtert in vielen Bereichen eine Menge Arbeit. Diese Regeln, die die programmierten Algorithmen letztendlich sind, zu brechen und somit einen Weg einzuschlagen, den zuvor noch keiner gegangen ist, kann KI nicht leisten. Der Mensch hingegen schafft es mithilfe seiner Expertise, zukünftige Veränderungen zu erkennen oder eine bestimmte Vision umzusetzen, die nicht immer logisch zu erklären ist. So wäre ein Zusammenspiel aus künstlicher und menschlicher Intelligenz die optimale Lösung für Unternehmen. Die Möglichkeit eine große Masse an Daten zu verarbeiten und eine Vielzahl an Informationen bereitzustellen und die interpretativen Fähigkeiten des Menschen, um den abgeleiteten Handlungsempfehlungen zuwider zu handeln und disruptive Entwicklungen hervorzubringen, die letztendlich die Entwicklung von Märkten vorantreiben.

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*Mathias Wengeler ist Gründer und CEO von Atheneum Partners.

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