Studie

Mitarbeiter haben keine Angst, von KI ersetzt zu werden

| Redakteur: Katharina Juschkat

Keine Angst vor Automatisierung: Nur 8 % der Befragten glauben, dass sie von KI oder Robotertechnologien in Zukunft ersetzt werden.
Keine Angst vor Automatisierung: Nur 8 % der Befragten glauben, dass sie von KI oder Robotertechnologien in Zukunft ersetzt werden. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Eine Studie von Automation Anywhere untersucht die Auswirkungen von KI und Roboter am Arbeitsplatz. Viele Mitarbeiter stehen den Technologien nicht negativ gegenüber - genutzt werden sie bisher von wenigen. Die Ergebnisse der Studie.

Die Automatisierung am Arbeitsplatz wird weltweit eher positiv aufgenommen, so ein Ergebnis der Studie von Software-Anbieter Automation Anywhere zum Thema Robotic Process Automation (RPA). Doch es gibt auch Einschränkungen: Vielerorts muss erst noch evaluiert werden, wie die neuen Technologien überhaupt eingesetzt werden können.

Die Studie „Making Work Human: 5 Challenges” erläutert die wichtigsten Hindernisse, die Unternehmen im Weg stehen, die Automatisierungstechnologien – insbesondere RPA und Künstliche Intelligenz (KI) zu skalieren – und gleichzeitig die Anforderungen der Arbeitskräfte der Zukunft zu erfüllen.

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Wichtige Punkte der Studie:

  • Der Studie zufolge haben Mitarbeiter keine Angst durch Automatisierungs- und KI-Technologie ersetzt zu werden, obwohl es diesbezüglich viele Berichte gibt. Im Gegenteil, sie sind neugierig darauf, wie KI sie bei ihrer Arbeit unterstützen kann.
  • Fast drei Viertel (72 %) der 4.000 befragten Mitarbeiter denken nicht, dass Technologien sie ersetzen werden, sondern vielmehr, dass sie mit ihnen arbeiten werden. 8 % der Befragten glauben stark Gegenteiliges.
  • 57 % der Mitarbeiter sind der Meinung, ihre Produktivität könne langfristig gesteigert werden, wenn ihre Unternehmen mehr Testläufe durchführen würden, um verschiedene Formen von Automatisierung und KI zu testen.
  • Zwei Drittel (66 %) der Befragten möchten mehr darüber erfahren, wie KI sie bei ihren Aufgaben unterstützen kann. Gleichzeitig warnt der Bericht Unternehmen davor, die Fähigkeiten von Automatisierung und KI zu überzeichnen, um dem wachsenden Trend des „KI-Washings“ entgegenzuwirken – ähnlich dem früheren „Green-Washing“ in der Anfangszeit von Corporate Sustainability. Über die Hälfte der Befragten Mitarbeiter (57 %) gibt an, viele Leute über KI reden zu hören, ohne dass diese KI wirklich einzuschätzen können.

Dennoch nutzen nur 38 % der weltweit befragten Mitarbeiter Automatisierungs-Technologien, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Erwartungen zufolge wird die Zahl der Anwender aber weiter steigen. Die Studie zeigt darüber hinaus, dass es weltweit erhebliche Unterschiede gibt, wie gut Mitarbeiter die Technologien annehmen. Nur 13 % der Arbeitnehmer in Japan und 26 % in Großbritannien nutzen Automatisierung in ihrer derzeitigen Rolle, verglichen mit 49 % in den USA und 66 % in Indien. Mitarbeiter weltweit sind sich aber laut der Studienergebnisse einig, dass der Einsatz von KI- und Automatisierungstechnologien ihre Produktivität steigert.

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Die Studie stellt fünf Herausforderungen dar, vor denen Unternehmen bei der Skalierung der Automatisierung stehen. Gleichzeitig gibt sie Aufschluss darüber, welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen können, um diese zu adressieren.

Der Leiter des Forschungsteams der „Making Work Human“-Studie Dr. Chris Brauer sagt dazu: „Mit dieser Studie wollten wir herausfinden, wie Unternehmen nach erfolgreichen Testläufen Automatisierung skalieren können. Wir haben fünf Herausforderungen für Unternehmen aufgedeckt. Wie bei allen großen Technologie-Revolutionen der Geschichte muss dies ganzheitlich betrachtet werden. Nur dann sorgt die Ergänzung von digitalen Mitarbeitern in Unternehmen und Teams für das notwendige Gleichgewicht.“

Die fünf Herausforderungen sind:

  • 1. Technologie: Die Herausforderungen in Bezug auf die Skalierbarkeit erfordern den Aufbau einer Unternehmenskultur, die sich mit den Technologien weiterentwickelt. Organisationen mit einer kurzfristigen Vision werden nur kleinere Anwenderszenarien realisieren. Diese schöpfen die Vorteile von Automatisierung und KI nicht aus.
  • 2. Kompetenzen: Zukünftig werden alle Arbeitsplätze durch die Automatisierung unterstützt. Allerdings, ohne die Unterstützung und den Ausbau von Kompetenzen in den Teams sehen Unternehmen zwar kurzfristig eine höhere Effizienz, langfristig lässt sich diese jedoch nicht aufrechterhalten. Die Fokussierung auf Produktivität ist somit nicht nachhaltig.
  • 3. Diversity: Vertrauen in Automatisierung und KI aufzubauen ist eine Herausforderung. Diese lässt sich nur dann lösen, wenn sichergestellt ist, dass es Möglichkeiten gibt, die Technologie geschlechterneutral einzusetzen.
  • 4. Authentizität: Die Herausforderung besteht darin, „KI-Washing“ zu vermeiden – und bei den Fähigkeiten der Technologie nicht zu übertreiben. Je weniger Mitarbeiter dem Unternehmen vertrauen, desto schwieriger ist es, die Technologien einzusetzen und den Wert langfristig zu realisieren.
  • 5. Belastbarkeit: Ohne Mut zur Veränderung wird sich die Technologie nur langsam weiterentwickeln, ebenso wie die Fähigkeiten der Mitarbeiter und die Vielfalt und Authentizität eines Unternehmens.

Dr. Chris Brauer erläutert ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie: „Ziel unserer Forschung war es zu ermitteln, ob Automatisierung Arbeit ‚menschlicher‘ machen kann. Wir haben herausgefunden, dass Unternehmen, die ‚Digital Worker‘ neben menschlichen Mitarbeitern einsetzen, ihre Leistung um 28 % steigern können. Die gleichen Unternehmen schneiden auch bei Faktoren, die einen Arbeitsplatz ‚menschlicher‘ machen, um 33 % besser ab.“

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Mihir Shukula, CEO und Co-Founder von Automation Anywhere schlussfolgert: „Wir haben die Studie in Auftrag gegeben, um ein besseres und detaillierteres Verständnis für die praktischen Aspekte der Skalierung von Automatisierung und KI zu bekommen, nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kunden und Partner. Für uns war es wichtig, auch die Mitarbeiter der Unternehmen miteinzubeziehen. Sie sind weltweit am stärksten vom Einsatz der Technologien betroffen und gleichzeitig können sie am meisten davon profitieren. Von den Fähigkeiten über Diversity bis hin zur Authentizität – die Branche muss auch weiterhin die Herausforderungen und Probleme diskutieren und in Frage stellen, um eine verantwortungsbewusste und ethische Entwicklung der Automatisierung sicherzustellen.“

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Methoden der Studie

Unterstützt von Automation Anywhere wurde die Forschung von einem akademischen Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Chris Brauer, Director of Innovation am Institute of Management Studies (IMS) der Goldsmiths, University of London, und Dr. Jennifer Barth durchgeführt. Die Mitarbeiterbefragung konzentrierte sich auf die Mitarbeiterperspektive der Automatisierungstechnologien. Die Umfrage wurde unter 4.000 Arbeitnehmern in vier Ländern (je 1.000 aus den USA, Großbritannien, Indien und Japan) durchgeführt. Die Daten aus der Mitarbeiterbefragung wurden mit Hilfe einer komplexen Variablen- und Einzelvariablenanalyse untersucht.

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Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem PartnerportalElektronikpraxis erschienen.

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