27.04.2022

Finance for Future: Neugründungen in der Finanzbranche spiegeln Gesellschaftsbild wieder

Lübeck, April 2022. Werfen anstehende ESG-Richtlinien bereits ihre Schatten voraus? Ein aktueller Blick ins Handelsregister zeigt, ob sich die Branche der Finanzdienstleistungen in Deutschland zunehmend nachhaltiger, sozialer und diverser aufstellt.

Finanzbranche in belebter Gründerstimmung

Im vergangenen Jahr 2021 keimte Hoffnung auf ein Ende der Pandemie auf, die sich auch in Unternehmensgründungen widerspiegelt: Mit 1.061 Eintragungen verzeichnete das Handelsregister den höchsten Stand an Neuzugängen der Finanzdienstleistungsbranche seit 14 Jahren. Damals brach der Gründungskurs der deutschen Bankenwirtschaft im Zuge der Weltfinanzkrise von 2007 auf 2008 um 45 Prozent ein. In diesem Wendejahr mussten zudem 74 Unternehmen Insolvenz anmelden. 2021 steht die Sparte viel stabiler da – nur 29 Companies, also rund zwei Drittel weniger, haben die Segel gestrichen. Eine zukunftsgewandte Stimmung und solide Marktpräsenzen, damit startete die Branche in 2022 und meldet im ersten Quartal schon 202 Neugründungen mit Finanz-Branchenzugehörigkeit.

Sustainable Finance  

Deutschlands Finanzbranche steht vor einem herausfordernden Jahrzehnt, in dem das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen, Klimaneutralität bis 2045 und Finanzmarktstabilität im Fokus stehen werden. Nachhaltig investieren, sowohl für private als auch für institutionelle Anleger, ist zum Metatrend geworden, der sich seit diesem Jahr durch die neuen ESG-Richtlinien zur Unternehmensrealität wandelt. Allein Deutschlands älteste Ökobank, die GLS-Bank, gewann 2021 40.000 neue Kund*innen[1].

Neben den etablierten ökologisch auftretenden Marktteilnehmern positionieren sich auch neugegründete Unternehmen der Finanzbranche via Handelsregistereintrag als nachhaltig, grün, ökologisch oder umweltbewusst. 47 Start-ups führen diese Attribute in ihrer Selbstbeschreibung, das sind 4,5 Prozent der Neugründungen aus 2021.                   

Mehr Gründerinnen im Board  

Gute Nachrichten für die Finanzwelt: 2021 verfügten 113 neu gegründete Firmen über mindestens ein weibliches Mitglied im Gründer*innen-Team. Das sind erstmalig über 10 Prozent Female Founder in der deutschen Finanzindustrie. Zum Vergleich: 2011 lag die deutsche Wirtschaft bei knapp über 5 Prozent weiblicher Co-Gründer, 2001 waren es gerade mal etwas über 1 Prozent. „In diese Entwicklung spielt sicher mit rein, dass immer mehr Finanzdienstleistungs-Angebote von Frauen für Frauen auf den Markt eintreten“, beobachtet Robert Sperl, Geschäftsführer der databyte GmbH, die Branche. „Sowohl im Bereich Sustainability als auch bei der Gleichstellung wird nicht zuletzt das Thema ESG das Gründungsgeschehen in den kommenden Monaten bewegen.“        

 

Über databyte

Die databyte GmbH ist Anbieter einer innovativen Online-Applikation und verfügt mit rund 7 Millionen Firmenprofilen und über 100 Millionen Einzelinformationen über eine der umfangreichsten Datenbanken für deutsche Wirtschaftsinformationen.

Unter databyte.de werden in einer Online-Anwendung Handelsregisterinformationen, Firmenprofile, Gewerbedaten sowie Bonitätseinschätzungen tagesaktuell veröffentlicht. Die Produkte und Dienstleistungen von databyte bieten eine hohe Markttransparenz und werden genutzt für Unternehmensrecherchen, Kundenstamm-Monitoring, Forderungsmanagement und Neukundengewinnung. Im Rahmen der Datenverarbeitung legt databyte besonderen Wert auf die Einhaltung der Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes und der DSGVO Richtlinien. Die selektierbaren Informationen sind ausschließlich für Gewerbetreibende abrufbar und bedürfen einer vorausgegangenen verifizierten Anmeldung. Weiterführende Informationen liefert www.databyte.de


[1] https://www.gls.de/privatkunden/gls-bank/aktuelles/presse/gruenes-geld-wirkt-doch-taxonomie-ist-greenwashing/