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Best Practice Guide Innovation Die beste Investition heißt Innovation

| Autor / Redakteur: Philipp Petzka/Cora Rosenkranz* / Lena Müller

Auch (Wirtschafts)leben bedeutet Veränderung. Und das war schon immer so. Letztlich war schon die Erfindung des Faustkeils eine Innovation, die dem Erfinder einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber seinen Nachbarn brachte. Seit der Industrialisierung und erst recht der Digitalisierung der Wirtschaft hat sich das Tempo der Innovation allerdings rasant vervielfacht und es wird sich auch in Zukunft exponentiell weiter erhöhen.

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Neue technische Möglichkeiten, sich stetig verändernde Marktbedingungen und ein steigender Wettbewerbsdruck durch die globale wirtschaftliche Vernetzung sind nur einige Gründe, warum die erfolgreiche Innovation für Unternehmen heute eine existenzielle Bedeutung hat.
Neue technische Möglichkeiten, sich stetig verändernde Marktbedingungen und ein steigender Wettbewerbsdruck durch die globale wirtschaftliche Vernetzung sind nur einige Gründe, warum die erfolgreiche Innovation für Unternehmen heute eine existenzielle Bedeutung hat.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Für Unternehmen heißt das, es reicht längst nicht mehr, alle fünf bis zehn Jahre einen Geistesblitz zu haben, um sich am Markt zu behaupten. Vielmehr muss stetige Innovation zum festen Bestandteil der Unternehmensstrategie werden.

Neue technische Möglichkeiten, sich stetig verändernde Marktbedingungen und ein steigender Wettbewerbsdruck durch die globale wirtschaftliche Vernetzung sind nur einige Gründe, warum die erfolgreiche Innovation für Unternehmen heute eine existenzielle Bedeutung hat. Die Betonung liegt dabei auf „erfolgreich“, denn Neuerungen, die sich am Markt oder im Unternehmen nicht durchsetzen können oder nicht das halten, was sie versprechen, können zu teuren Fehlinvestitionen werden. Entscheidend ist es also, Prozesse und Verfahren zu etablieren, um Innovationsimpulse zu fördern und möglichst wirksam zu evaluieren.

Wie wichtig vielfältige Impulse und eine sorgfältige Evaluation sind, zeigt sich anschaulich am Beispiel der deutschen Automobilindustrie: obwohl die Branche eigentlich als besonders innovativ gilt, wurde sie in punkto Elektromobilität vom Branchen-Neuling Tesla regelrecht überrumpelt. Der Grund für diese Entwicklung liegt wohl hauptsächlich in der strikten Fokussierung auf die eigene Branche. Das heißt, alle Hersteller hatten zwar ihre Mitbewerber fest im Blick; es ist aber nicht gelungen, „über den Tellerrand hinaus zu schauen“ und wichtige gesamtgesellschaftliche Entwicklungen in die eigenen Strategien miteinzubeziehen.

Vier Faktoren erhöhen den Innovationsdruck

  • 1. Der rasante technische Fortschritt und die Digitalisierung eröffnen ständig neue Möglichkeiten und bergen vielfältige Chancen, aber auch das Risiko, Entwicklungen nicht früh genug zu erkennen und gar nicht oder falsch zu reagieren.
  • 2. Neue Devices und Funktionalitäten, diverse Plattformen und sich wandelnde Nutzerpräferenzen verlangen eine ständige Überprüfung von Produkten, Services und Angeboten. Die Anforderungen an Anbieter verändern sich kontinuierlich und es gilt, mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten.
  • 3. Kürzere Produktlebenszyklen sorgen für zusätzliche Beschleunigung. Die Zeitspannen von der Idee über die Planung und Entwicklung bis zur Markteinführung haben sich in den letzten Jahren extrem verkürzt.
  • 4. Die nach wie vor zunehmende Globalisierung erhöht den Wettbewerbsdruck deutlich. Unternehmen treten heute gegen Konkurrenten aus der gesamten Welt an und neue Vertriebs- und Fertigungstechniken finden innerhalb kürzester Zeit allen Teilen der Welt ihren Weg auf den europäischen Markt.

Alle Unternehmen brauchen Innovation

Natürlich ist der Innovationsdruck in unterschiedlichen Branchen unterschiedlich stark ausgeprägt. Während ein E-Commerce oder FinTech Unternehmen quasi täglich um das beste User-Erlebnis ringen muss, gibt es vor allem im B2B-Bereich durchaus noch sehr konservative Wirtschaftszweige, in denen die Kunden zum Beispiel seit Jahrzehnten per Fax bestellen und augenscheinlich keine Notwendigkeit sehen, diese bewährten Verfahren zu verändern. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Schon ein Generationswechsel kann sehr plötzlich für tiefgreifende Veränderungen des Kundenverhaltens sorgen und zum Beispiel komfortablere Prozesse in einen entscheidenden Vorteil für Mitbewerber verwandeln. Darauf sollten Unternehmen vorbereitet sein.

Innovationen werden aus Ideen gemacht

Doch woher kommen eigentlich Ideen? Die Antwort ist ganz einfach: viele sind eigentlich schon da und im Arbeitsalltag ständig präsent. Neue Ideen entstehen nämlich immer dann, wenn Probleme erkannt und Prozesse und vermeintlich Unveränderliches hinterfragt werden. Zumindest wenn es um Optimierungspotenziale geht, wissen die Mitarbeiter in Unternehmen in der Regel ganz genau, warum zum Beispiel ein Konkurrenzprodukt erfolgreicher ist, welche internen Prozesse mäßig effizient sind oder aus welchen Gründen Kunden an bestimmten Stellen der digitalen Customer Journey abspringen ... Für Unternehmen, die die Zukunft erfolgreich gestalten wollen, gilt es diesen wertvollen Schatz an Wissen und Kreativität zu heben.

Die Zeit sollten Sie sich nehmen

Obwohl die Notwendigkeit von Innovation im Management durchaus wahrgenommen wird, besteht häufig der Eindruck, dass im hektischen Tagesgeschäft die Zeit dazu fehlt. Dabei kann schon mit geringem Aufwand viel erreicht werden. Wenn es beispielsweise gelingt, Mitarbeiter verschiedener Abteilungen regelmäßig in einer offenen konstruktiven Atmosphäre zum „Ideen-Workshop“ zusammenzubringen, entstehen spannende neue Gedanken. Dabei können schon 30 Minuten pro Woche ein sehr guter Anfang sein. Natürlich lohnt es sich auch mehr zu investieren bis hin zum unternehmenseigenen Think Tank. Wichtig ist es aber immer, möglichst unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen nutzbar zu machen. Denn Diversität fördert die Kreativität.

Von der Idee zur erfolgreichen Umsetzung – mit Sicherheit

Über den Erfolg einer Innovation entscheidet letztendlich der Anwender, egal ob es sich um interne Prozessoptimierungen oder ein revolutionäres neues Produkt für den Endkunden handelt. Deshalb empfiehlt es sich, während des gesamten Entwicklungsprozesses engen Kontakt zu den Anwendern zu halten und immer wieder ihr Feedback einzuholen. So werden Fehler vermieden und die Akzeptanz erhöht.

In bestimmten Fällen empfiehlt es sich außerdem, frühzeitig kompetente Partner ins Boot zu holen. So lassen sich zum Beispiel die Lösungsmöglichkeiten, die die Digitalisierung vielen Unternehmen eröffnet, häufig nicht wirklich überblicken.

Hindernisse überwinden – Innovation befördern

Als Innovationshemmnis haben sich in vielen Unternehmen vor allem die folgenden drei Punkte erwiesen:

  • 1. Zeitmangel: Unternehmen sind im Alltag ausgelastet und es gibt scheinbar kaum freie Ressourcen – schon gar nicht für eine kontinuierliche Innovation. Hier ist das Management in der Verantwortung. Es gilt, dem Thema Innovation eine klare Priorität einzuräumen. Oft reicht es schon, wenn sich Teams einmal in der Woche für 30 Minuten zusammensetzen.
  • 2. Mangelnde Mitarbeiter-Motivation: Auch der Mensch selbst kann Innovation im Weg stehen. Denn er liebt die Routine, Innovation aber stellt eine Veränderung dar. Deswegen kann es passieren, dass auch sinnvolle Neuerungen im Unternehmen nicht angenommen werden. Hier gilt es, den Sinn der Veränderung immer wieder klar zu kommunizieren und auch die Zweifler im Team zu überzeugen.
  • 3. Realitätsferne Entwicklung: Gerade, wenn es um die Neuorganisation interner Prozesse geht, sind die Mitarbeiter die besten Ratgeber. Haben sie den Eindruck, dass Veränderungen nicht abgesprochen waren, entstehen schnell Frust und ein Graben zwischen oben und unten. Schwierig ist es auch, wenn Innovationen am Menschen vorbei entwickelt werden, etwa durch externe Berater, die nur auf die Effizienz schauen aber nicht darauf, wie die Prozesse tatsächlich funktionieren.

Best Practices und Leitmotive für das Gelingen von Innovationsprozessen

Das beste Leitmotiv zur Einführung von Innovation ist ein Blick in die Zukunft: Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was in den nächsten fünf bis zehn Jahren passieren wird. Welche Herausforderung und Trends wird es geben, wie werden sie sich auf das eigene Unternehmen auswirken? Aus den Antworten auf diese Fragen lassen sich Lösungskonzepte entwickeln, die möglichst verschiedene Optionen berücksichtigen und auf diese Weise ausreichend Flexibilität bieten, um auf jede Entwicklung adäquat reagieren zu können.

Best Practice Guide Innovation

  • 1. Immer nah am Markt entwickeln. Egal, ob es sich um Produkte oder Prozesse handelt. Hier bietet sich die Lead User Methode an. Kunden oder Power-User können an der Entwicklung beteiligt werden und ihr Feedback geben. Begeisterte User tun das in der Regel ohne Bezahlung und können sogar als Multiplikatoren dienen.
  • 2. Interne Kooperation fördern. Der Austausch zwischen Abteilungen und Mitarbeitern schafft wertvolle Innovationsimpulse und sollte belohnt werden. Diversität bringt neue Denkweisen und Ideen hervor.
  • 3. Agile Führung. Führungskräfte sollten den Innovations-Prozess nicht zu sehr beeinflussen, sondern viel mehr begleiten, anstoßen und optimale Rahmenbedingungen schaffen. Es ist wichtig, Freiräume zu eröffnen. Zu viel Lenkung stört.
  • 4. Das passende Mindset. Gerade am Anfang ist es wichtig, nicht steigende Umsätze im Auge zu haben, sondern sich auf den Wert des neuen Produktes oder des neuen Prozesses für die Zielgruppe zu konzentrieren. Der Effekt: man bietet etwas an, was der andere haben will. Daraus resultieren steigende Effizienz und Nutzen bei geringeren Kosten und damit echter Mehrwert für den Kunden.
  • 5. Lean Start Up Ansatz: In dieser Methode wird jeder einzelne Schritt verifiziert. Ohne Feedback geht es nicht weiter im Prozess. So kann sichergestellt werden, dass nur entwickelt wird, was auch wirklich nachgefragt ist.

Fazit

Die Weichen für die Zukunft werden heute gestellt. Angesichts der dynamischen Entwicklung von Märkten und Technologien wird die Fähigkeit zur Innovation für Unternehmen zur existentiellen Herausforderung. Um dieser Hausforderung gewachsen zu sein, gilt es für Unternehmen, Innovationsprozesse nachhaltig zu implementieren und eine offene und konstruktive Innovationskultur zu schaffen. Wichtig ist es, die kreativen Potenziale der Mitarbeiter dauerhaft nutzbar zu machen und zukunftsweisende Ideen in einem professionellen Prozess mit kompetenter Unterstützung von Experten und kontinuierlichem Nutzer-Feedback zur Marktreife zu entwickeln.

*Philipp Petzka ist Head of Product bei i-ways und Cora Rosenkranz IT-Journalistin für Wordfinder PR.

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