#MARKETING_CETRICITY

Die Learnings des 46. Deutschen Marketing Tags

| Autor: Georgina Bott

Gründer und CEO von The Social Chain, Steven Bartlett, sprach in seiner Keynote auf dem 46. Deutschen Marketing Tag über „AI and Social Media – How we are no longer in control”.
Gründer und CEO von The Social Chain, Steven Bartlett, sprach in seiner Keynote auf dem 46. Deutschen Marketing Tag über „AI and Social Media – How we are no longer in control”. (Bild: marconomy)

Personalisierung, datengetriebenes Marketing und Social Media – das sind nur einige Trend-Themen, die auf dem 46. Deutschen Marketing Tag in Düsseldorf diskutiert wurden. Wir von marconomy waren mit dabei und haben unsere drei Learnings für Sie zusammengefasst.

Am 4. und 5. Dezember brachte der Deutsche Marketing Verband rund 1.500 Marketer aus ganz Deutschland zusammen, um über aktuelle Themen und Herausforderungen im Marketing zu sprechen. Der Kongress stand unter dem Motto #MARKETING_CETRICITY und fokussierte damit die intelligente und effiziente Kundenansprache durch das Marketing. Neben nationalen und internationalen Keynotes, präsentierten Unternehmen aus dem B2C- und B2B-Bereich ihre Cases in verschiedenen Veranstaltungsformaten.

Marketing in der Zukunft – was wird sich verändern?

So kurz vor dem Jahresende beschäftigen sich Marketer natürlich mit den Trend-Themen für das kommende Jahr – so auch auf dem Deutschen Marketing Tag 2019. In seiner Keynote „AI and Social Media – How we are no longer in control” appellierte der Gründer und CEO von The Social Chain, Steven Bartlett, an die Marketer dieser Welt: „Never fall into the trap of believing that anybody inherently gives a shit about you, your products or how hard you’ve work.” Um eine Botschaft zu verbreiten, brauche es mehr als nur die Botschaft selbst. Emotionen und die Identifikation mit dem Unternehmen seien die wesentlichen Voraussetzungen um eine Message in die Welt zu bringen. Ehrlichkeit und Präsenz seien zwei wichtige Faktoren für das Marketing der Zukunft. Und wo ginge das besser als in den Sozialen Medien?

Auch Steve Plesker, Geschäftsführer Markt/Produkte, AOK-Bundesverband, brachte dieses Thema auf den Punkt: „Guter Content ist einfach. Damit zu scheitern auch.“ Denn viel entscheidender als die Botschaft an sich, sei die Neuausrichtung der gesamten Marketingstruktur. Es ist also ebenso wichtig, die Strukturen in den Marketing-Abteilungen selbst unter die Lupe zu nehmen. So plädierte Prof. Dr. Jürgen Seitz, Professor für Marketing, Medien und Digitale Wirtschaft, Hochschule der Medien Stuttgart, im Plenum für einen Umbau der Marketing-Abteilungen in Richtung Redaktion. Außerdem müsse das Marketing in der Kreation hinsichtlich neuer digitaler Werbeformate, wie beispielsweise Adressable TV, umdenken. Letztendlich komme es darauf an, relevant für die Zielgruppe zu sein, so Professor Seitz.

Marketing-Abteilungen, die heute noch nicht an morgen denken, werden also in Zukunft Probleme bekommen – vor allem wenn es um digitale und agile Prozesse geht. Neben diesem grundsätzlichen Ausblick in die Zukunft des Marketings konnten wir drei weitere Learnings aus dem Deutschen Marketing Tag 2019 mitnehmen:

1. Marke und Marketing müssen relevant sein!

In Zukunft wird es weniger um die massenhafte Verbreitung von Botschaften gehen, sondern viel mehr um Relevanz – und zwar in allen Bereichen. Neben relevantem Content für die passende Zielgruppe oder glaubwürdigen Influencern, steht hier auch das Thema „Marke“ auf der Liste. Warum? Weil wir nur Relevanz schaffen können, indem unsere Marke genau das repräsentiert. „Produkte können mit der Zeit an Relevanz verlieren. Deshalb sind starke Marken so wichtig, um ihre Strahlkraft auf neue Produkte zu übertragen,“ so Elisa Buhr, Marketing Manager Ahoj-Brause, Katjes Fassin GmbH & Co. KG in ihrem Vortrag.

Ein gutes Beispiel aus dem B2B-Bereich präsentierte Björn Loose, SVP Marketing bei MAN Truck & Bus. Auch er bestätigte die Relevanz von starken Marken im digitalen Zeitalter: „Nie war die Marke wichtiger für uns – auch, um der ganzen Mannschaft eine gemeinsame Richtung zu geben.“ Der Marken-Relaunch von MAN Truck & Bus ist aus unserer Sicht ein gutes Beispiel, denn das Besondere daran ist die Vorgehendweise von innen aus dem Unternehmen heraus. Den gesamten Case finden Sie in unserem Artikel:

„Simplifying Business“ – der erfolgreiche Marken-Relaunch von MAN

Starke Marken

„Simplifying Business“ – der erfolgreiche Marken-Relaunch von MAN

25.06.19 - Vom Nutzfahrzeughersteller zum Anbieter intelligenter Transportlösungen – das war das Ziel des Marken-Relaunches von MAN Trucks & Bus. Das Besondere daran? Der Relaunch wurde erst intern verankert bevor er nach außen transportiert wurde. Uns haben MAN und Blackeight die Herausforderungen sowie die Strategie des Relaunches verraten. lesen

2. Personalisierung ist unerlässlich – gute Kundenbeziehungen sowieso!

Qualität statt Quantität sollte auch in Sachen „Personalisierung“ das Credo für Marketer sein. Individuelle Inhalte und eine personalisierte Ansprache werden wichtiger denn je, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Sven Robl, Head of Oracle Marketing Cloud for Germany & Switzerland betonte in seinem Vortrag, dass die Zielgruppe – gerade im B2B-Bereich – mehr denn je individuell angesprochen werden wolle. Marketing solle unsichtbar werden und genau dann mit den Kunden kommunizieren, wenn sie es wollen. „Wir müssen unsere Kunden besser kennen als sie sich selbst“, so Robl.

Ein gutes Tool dazu ist das Customer Relationship Management System (CRM). Daniela Meisenheimer, Head of Group Communication & Digital Marketing der DOEHLER GmbH, zeigte in Ihrem Vortrag auf, wie ein CRM-System als Grundlage zur erfolgreichen Digitalisierung dienen kann. Sie betonte, dass es gerade im B2B-Bereich immer wichtiger werde, sehr viel über die eigenen Kunden zu wissen. Ein gutes CRM unterstütze dabei, dass alle Sales-Mitarbeiter die Kunden gleich gut kennen und so die beste Betreuung ermöglicht werde. Auch sie ist davon überzeugt, dass es bei der Einführung eines CRMs vor allem auf den Prozess an sich ankommt, denn „ein schlechter Prozess wird nicht gut nur weil man ihn digitalisiert,“ so Meisenheimer.

So unterschiedlich wie die Produkte im Unternehmen oft sind, so unterschiedlich sind auch die verschiedenen Zielgruppen. Deshalb ist eine kundenspezifische Kommunikation ein wichtiger Erfolgsfaktor im Marketing. „Ich bin überzeugt, dass nur diejenigen die in direkten Kontakt mit ihren Kunden treten und personalisierte Inhalte zu Verfügung stellen es schaffen, in der Zukunft relevant zu bleiben,“ brachte es Peter Grebarsche, Head of Digital, Strategy & CRM, L'Oréal Germany Group, auf den Punkt.

3. Direkte Kundeninteraktion durch datengetriebenes Marketing schafft den Vorteil!

Eine individuelle Kundenkommunikation hilft dabei, in direkten Kontakt zu treten, Beziehungen aufzubauen und Kunden letztlich an das Unternehmen zu binden. So viel zur Theorie. Wie aber kann das nun in die Praxis umgesetzt werden? Mit datengestütztem Marketing – und das wird in Zukunft aus den Marketing-Abteilungen nicht mehr wegzudenken sein.

Dr. Florian Heinemann, Geschäftsführer von Project-A Ventures, ist davon überzeugt, dass sich Marketing-Abteilungen in Zukunft neu aufstellen müssen. Dazu werde es in jeder Marketing-Organisation einen Technologie-Verantwortlichen brauchen, der die Teams durch technische Expertise ergänzt – und das auch Inhouse! Die großen Internet-Giganten Google, Amazon, Facebook und Apple – kurz: GAFA – beeinflussen das Kaufverhalten und die Customer Journeys erheblich. Der einzige Weg „da raus“ sei die direkte Kundenbeziehung. Dazu müsse eine eigene Form der Kundeninteraktion, beispielsweise über eine App, den Newsletter oder Messaging, geschaffen werden. Und das funktioniere nur, wenn Marketer die First-Party-Data aus dem Unternehmen verstehen. Basierend darauf können relevante Informationen geschaffen und transportiert werden. „Das ist die Munition, die man heute noch hat für eine direkte Kundenkommunikation,“ so Heinemann.

Um für das kommende Marketing-Jahr gewappnet zu sein, braucht es also jede Menge Wissen über die Zielgruppe, eine starke Marke und das richtige Handwerkszeug im Hintergrund. Wir sind schon gespannt, welche Trends der nächste Deutsche Marketing Tag 2020 hervorbringt und sind im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei!

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05.11.19 - Das Anpassen an eine sich ständig verändernde digitale Welt ist aktuell wohl eine der größten Herausforderungen für Unternehmen. Dazu setzen sie unterschiedliche Geschäftsstrategien ein, deren Anforderungen sich die Marketingabteilung stellen muss. lesen

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