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SEO Ranking-Faktoren-Studie 2013 Die Top 3 Eigenschaften gut positionierter Webseiten

| Redakteur: Dr. Gesine Herzberger

Suchmaschinen arbeiten mit Algorithmen, um Webseiten nach Themen und Relevanz zu bewerten. Auf Grundlage dieser Wertung werden alle Seiten in einem Suchmaschinen-Index strukturiert zusammengefasst.

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Während Keyword-Links und -Domains an Relevanz verloren haben, werden gute Inhalte immer wichtiger. Hier gilt: Qualität ist Trumpf!
Während Keyword-Links und -Domains an Relevanz verloren haben, werden gute Inhalte immer wichtiger. Hier gilt: Qualität ist Trumpf!
(Bildquelle: Searchmetrics)

Bei Suchanfragen von Nutzern werden die Webseiten dann aufgrund dieser Struktur in einer möglichst optimalen Rangfolge angezeigt. Die Erzeugung dieser Rangfolge sowie die Kriterien zur Bewertung von Webseiten werden als Ranking-Faktoren bezeichnet. Wer oder was bestimmt aber nun, auf welcher Position eine URL in den Suchmaschinenergebnissen angezeigt wird? Und was sind die wichtigsten Ranking-Faktoren? Dieser Frage hat sich die Firma Searchmetrics gewidmet. Bereits zum zweiten Mal setzte sich der Anbieter von Search- und Social-Analyse-Software mit Rangkorrelationskoeffizienten auseinander.

Keywords weniger wichtig

Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie: Grundvoraussetzung für ein hohes Ranking ist zunächst ein guter technischer Seitenaufbau. Wichtig sind weiterhin gute Inhalte und Backlinks, immer größere Bedeutung erlangen auch Shares und Likes, also die sogenannten „Social Signals”. Überraschend: Keywords haben – zumindest in der Funktion als Linktext oder Domain-Name – an Relevanz verloren. So hat ein Keyword in der URL und vor allem im Domainnamen lange keinen so positiven Einfluss mehr, wie es viele Jahre lang der Fall war. Das gilt auch für Backlinks in Form von Nur-Keyword-Linktexten, meint Marcus Tober, Geschäftsführer und Gründer von Searchmetrics. „Die Zeit der harten Keywordoptimierung bei Links ist vorbei. Google legt nun deutlich mehr Wert auf natürlichere Linkprofile. Harte Keywordlinks verlieren damit deutlich an Einfluss und können sich zum Beispiel bei Google-Updates gegen schlechte Links sogar nachteilig auswirken.“ Das bedeutet allerdings nicht, dass grundsätzliche Annahmen rund um die Existenz von Keywords hinfällig werden: „Die Platzierung themenrelevanter Begriffe ist nach wie vor ein Muss – nur eben nicht mehr zwangsweise so prominent in der Domain oder der URL. Die Implementierung im Seitentitel oder der Description ist ebenso erfolgreich.“

Die Macht der Backlinks

Für das Ranking einer Seite enorm wichtig ist nach wie vor die Anzahl von Backlinks. „Seiten mit mehr Links ranken einfach besser“, fasst Tober zusammen. „Allerdings ist nicht mehr nur die Quantität entscheidend, sondern immer mehr auch die Qualität.“ Hier gilt: Je natürlicher das Linkprofil, desto größer die Wahrscheinlichkeit eines positiven Rankings. So ist beispielsweise der Anteil der Nofollow-Links gestiegen, genau wie der Anteil der Backlinks mit einem Stoppwort oder die Anzahl von Worten im Ankertext. Auch die SEO-Visibility der Linkquelle spielt eine Rolle: Je relevanter die Seite, von der der Link stammt, desto wertvoller ist deren Verweis auf die eigene Seite.

Der „Brand-Faktor”

Die Studie zeigt, dass Brands in Sachen Ranking bei vielen Regeln die Ausnahme bilden. So befinden sich auf den vorderen Positionen zahlreicher Search Engine Result Pages (SERPs) große Marken beziehungsweise bekannte Produkte und damit Seiten, die grundlegende Ranking-Prinzipien (oft Onpage-Faktoren) häufig nicht erfüllen. „Viele Korrelationen weisen hier in der Detailansicht teilweise deutliche Ausschläge auf; beispielsweise haben Brands oft weniger Text auf der Seite, das Keyword häufig gar nicht im Titel und auch eher selten übergeordnete Überschriften – und positionieren sich trotzdem auf den ersten Plätzen in den Suchergebnissen“, beschreibt Tober den „Brand-Faktor“. Dies kann zum Teil auf die deutlich besseren Werte für einzelne Offpage-Faktoren zurückgeführt werden: Die Webseiten starker Marken und Produkte weisen mehr und qualitativ bessere Links auf und vereinen so mehr Social Signals auf sich.

Qualität ist Trumpf

Einer der wichtigsten Ranking-Faktoren ist nach wie vor qualitativ hochwertiger Content – und er wird immer wichtiger. Gut bewertete URLs können deutlich mehr Text und eine höhere Anzahl von Medienintegrationen (Bilder, Videos etc.) vorweisen. Auch die (maßvolle) Einbindung von Werbung wirkt sich nicht mehr so negativ auf das Ranking aus wie lange Zeit angenommen. Von Vorteil sind außerdem gute interne Linkstrukturen sowie eine hohe Anzahl von Social Signals. So weisen Webseiten, die auf den vorderen Plätzen der Suchergebnisse rangieren, meist eine hohe Zahl an Likes, Shares, Plus-Ones und Tweets auf. Demzufolge nimmt einerseits die Aktivität von Usern in Social Networks weiter zu, andererseits korrelieren häufig geteilte Inhalte auch immer stärker mit guten Rankings. Der Frage, ob Social Signals das Ranking direkt beeinflussen oder nicht, widmete die Studie einige Detailanalysen. Hierfür wurden über mehrere Wochen hinweg zwei inhaltlich identische Texte zu jeweils zwei verwandten Themenbereichen beobachtet. Diese wurden zunächst auf der gleichen Domain (in einer neutralen Umgebung ohne Sitemap, Links, Kommentarfunktion etc.) veröffentlicht, um dann gezielt mit sozialen Signalen darauf zu verweisen. Dabei wurde deutlich, dass Social Signals das Ranking von URLs auch isoliert beeinflussen. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Sollten sich die prozentualen Wachstumswerte für Shares bei Facebook und Plus-Ones bei Google halten, sollte Google+ den Social Network-Giganten Facebook in der Nutzer-Aktivität schon Anfang 2016 überholt haben.

Bleiben die aktuellen prozentualen Wachstumswerte für geteilte Inhalte bei Facebook und Google Plus-Ones stabil, würde Facebook Anfang 2016 in der Nutzer-Aktivität von Google+ überholt.
Bleiben die aktuellen prozentualen Wachstumswerte für geteilte Inhalte bei Facebook und Google Plus-Ones stabil, würde Facebook Anfang 2016 in der Nutzer-Aktivität von Google+ überholt.
(Bildquelle: Searchmetrics)

Fazit

Um Ihre Webseite im Google-Ranking möglichst gut aussehen zu lassen, sollten Sie vor allem für relevanten, qualitativ hochwertigen Content sorgen. Auch eine sparsam und gezielt eingesetzte Technik bietet dem User einen echten Mehrwert und verbessert das Erlebnis auf der Seite. Nicht zuletzt sollten Sie auf eine ausgewogene, geordnete Linkstruktur achten. Wenn Sie diese Maßnahmen berücksichtigen, erhält Ihre Seite nicht nur mehr Social Signals, sondern auch eine höhere Beachtung in Sachen Backlinks – und Sie sind einer besseren Position in den Suchmaschinenergebnissen einige Schritte näher.

Zur Studienerhebung:

Die Ranking-Faktoren-Studie basiert auf dem Vergleich von Webseiten-Eigenschaften mit der Summe ihrer Top-Positionen in den Suchmaschinenergebnissen von Google und der sich daraus ergebenden Auflistung der Ranking-Qualitäten. Ziel war die Definition und Bewertung von Faktoren, die in den organischen Suchergebnissen besser positionierte Webseiten von weiter hinten platzierten unterscheiden, die also eine positive Rangkorrelation aufweisen. Die Daten wurden im März und Juni 2013 (nach dem Penguin-Update) von Searchmetrics erhoben. Ausgangspool waren die Top 10.000 Suchbegriffe nach Suchvolumen, wobei spezifisch navigationsorientierte Keywords bereits vorab zu großen Teilen ausgeschlossen wurden. Die Datenbasis repräsentiert zu rund 90 Prozent die Datensätze des Vorjahres. In das Setting flossen aber auch aktuelle Keywords ein, die 2012 noch nicht bekannt waren (zum Beispiel „Samsung Galaxy S4“ oder „iPhone 5“).

Die komplette Infografik zur Studie finden Sie hier kostenlos zum Download.

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