Schwerpunktthema ,Digital Economy‘

Die vernetzte Wirtschaft ist da!

| Redakteur: Dr. Gesine Herzberger

Viele Unternehmen erkennen laut Umfrage, dass sich das Wettbewerbsumfeld im Zuge des digitalen Wandels verändert. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der Befragten beobachtet, dass Wettbewerber aus der Internetbranche in ihren Markt drängen. Ein Viertel (25 Prozent) gibt an, dass Konkurrenten aus der eigenen Branche, die frühzeitig auf die Digitalisierung gesetzt haben, nun besser dastehen als sie. Ein Drittel (34 Prozent) der befragten Unternehmenslenker sagt offen, dass sie Probleme haben, die Digitalisierung zu bewältigen. Fast ein Fünftel (19 Prozent) ist sogar der Meinung, dass die Digitalisierung die Existenz ihres Unternehmens gefährdet. „Der digitale Wandel ist ein Prozess der schöpferischen Zerstörung“, sagte Kempf. „Das sollte die Verantwortlichen anspornen. Niemand ist der Entwicklung hilflos ausgeliefert, man kann sie gestalten.“

Mehr als ein Drittel ohne Digitalstrategie

Die Unternehmen reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen auf den digitalen Wandel: Vier von fünf (82 Prozent) schulen ihre Mitarbeiter für den Einsatz digitaler Technologien. Um mehr Know-how bei digitalen Themen zu gewinnen, schließen 61 Prozent Partnerschaften mit IT- beziehungsweise Internetunternehmen. 58 Prozent geben an, dass sie viel Geld investieren, um den digitalen Wandel zu bewältigen. Dagegen hat ein Drittel (37 Prozent) der deutschen Unternehmen bisher keine Digitalstrategie.

„Eine Digitalstrategie ist die Grundlage für die Bewältigung der Herausforderungen“, betonte Prof. Dieter Kempf. Hier müssten viele Unternehmen dringend nachbessern. Ein Viertel (24 Prozent) hat zumindest in einzelnen Unternehmensbereichen eine Digitalstrategie. Immerhin 39 Prozent der Unternehmen haben eine zentrale Strategie für verschiedene Aspekte der Digitalisierung.

Die Digitalisierung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Aus Sicht des BITKOM ist die Digitalisierung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Um die digitale Welt aktiv gestalten zu können, muss Deutschland einseitige Abhängigkeiten vermeiden und wichtige Schlüsseltechnologien beherrschen. „Wir brauchen mehr digitale Souveränität“, betonte Kempf auf der CeBIT. BITKOM verortet den Begriff der digitalen Souveränität zwischen den Gegenpolen der Fremdbestimmung und der Autarkie. Kempf: „Wir wollen weder das eine noch das andere. Digitale Souveränität heißt, dass wir in zentralen Technologiefeldern über Kompetenzen verfügen. Darüber hinaus müssen wir in der Lage sein, selbstbestimmt und fachkundig zwischen den Angeboten leistungsfähiger, vertrauenswürdiger Partner zu entscheiden.“

Mehr digitale Souveränität könne nur erreicht werden, wenn alle politischen Bereiche stärker auf die Digitalisierung ausgerichtet werden, ermahnte Kempf. Dies betreffe als zentrale Themen das Urheber-, Wettbewerbs- und Steuerrecht, den Daten- und Verbraucherschutz sowie die Telekommunikations- und Medienordnung. Veraltete Gesetze dürfen innovative Geschäftsmodelle nicht verhindern und Start-ups müssen auf dem Weg zum Global Player optimale Bedingungen in der Gründungs- und Wachstumsphase vorfinden. Darüber hinaus müssen Wirtschaft, Staat und Bürger absolut vertraulich und geschützt in digitalen Netzen kommunizieren können. Kempf: „Die Digitalisierung muss sich wie ein roter Faden durch alle Politikfelder ziehen.“

Zur Studienerhebung

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris Umfrageforschung im Auftrag des BITKOM durchgeführt hat. Dabei wurden im Februar 2015 insgeamt 505 Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

* Mehr Informationen zur CeBIT sowie zum Schwerpunktthema D!CONOMY erfahren Siehier. Das vollständige PDF zur BITKOM-Studie finden Siehier.

Ergänzendes zum Thema
 
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