Unternehmensführung

Digital Leadership – wie sich Führungskräfte künftig entwickeln

| Autor / Redakteur: Dr. Willms Buhse* / Saskia Semik

Für jeden Manager gilt: Man muss die Welt da draußen verstehen. Sonst kann man langfristig seine Teams nicht erfolgreich in die richtige Richtung führen.
Für jeden Manager gilt: Man muss die Welt da draußen verstehen. Sonst kann man langfristig seine Teams nicht erfolgreich in die richtige Richtung führen. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Alle treibt derzeit die Frage nach der digitalen Transformation um. Denn eins ist klar: So wie die erdrückende Mehrheit aller Unternehmen derzeit organisiert sind und geführt werden, wird es für die nächste Generation nicht reichen. In den meisten Firmen ist ein Kultur- und Organisationswandel im Gange oder längst überfällig.

In Zeiten, in denen die digitale Transformation das alles beherrschende Thema ist, bedeutet dies wiederum, dass eine moderne Führungskraft eben zwingend auch ein moderner Digital-Leader sein muss. Am anderen Ende der Bewertungsskala findet sich die Late Majority, also jene die sich der Digitalen Transformation verweigern. Nur, was macht einen solchen digitalen Vorrangeher im Vergleich zu den anderen Kollegen überhaupt aus?

Dieser Frage sind wir bei doubleYUU gerade erst in einer Analyse nachgegangen. Wir haben große deutsche Unternehmen gefragt, mit welchem Mindset eine solche moderne Führungskraft ausgestattet ist. Aus vielen Fragestellungen ließ sich am meisten Potential dort erkennen, wo sich die Meinungen der Digital Leader am stärksten von denen der Late Majority unterscheidet. So zeigt sich, dass die Digital-Leader innerhalb eines Konzerns, die folgenden Fragen mit überwältigender Mehrheit mit „Ja“ beantworteten:

Wenn ich also als Führungskraft ab morgen etwas anders machen möchte, dann gilt es dafür zu sorgen diese drei Fragen in Zukunft ehrlich mit „Ja“ zu beantworten:

  • 1. Ich habe großen Spaß daran, neue Internet-Tools und Gadgets auszuprobieren.Ich halte mich stets über die digitalen Potenziale meines Verantwortungsbereichs auf dem Laufenden und setze diese um.
  • 2. Ich habe Erfahrung mit agilen Methoden wie SCRUM, Kanban oder Effectuation.

Zwei Fragen beantworteten die Digital Leader jedoch (fast) alle mit „Nein“:

  • 1. Ich versuche, Fehler zu vermeiden und erwarte das auch von meinen Mitarbeitern.
  • 2. Ich bevorzuge ein Verhältnis zu Kunden, Partnern oder Mitarbeitern, in dem Dinge intern und unter vier Augen geklärt werden.
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Diese beiden Fragen zur Fehlerkultur bedeuten für viele Führungskräfte und Mitarbeiter einen heftigen Paradigmenwechsel. Denn ihre bisherige Fehler- und Firmenkultur sieht vor, dass Kritik – aus Respekt vor dem Kollegen – stets unter vier Augen geäußert wird. Dabei gehört gerade eine andere, transparentere Lernkultur zu den Kernelementen eines modernen Leadership. Das heißt aber auch, dass die Führungskraft mit gutem Beispiel voran geht und bereit ist, offen darüber zu reden, was nicht gut läuft und was gelernt wurde.

Die Rolle des Digital-Leaders birgt jedoch auch die Gefahr, das Umfeld und die Organisation zu überfordern. Wir raten deshalb, sich in die Gedanken derjenigen hineinzuversetzen, denen Veränderungen durch neue Technik und neue Organisationsformen Ängste bereiten. Modernes Führen verlangt heute auch einiges an Empathie.

Partizipation der Mitarbeiter

Weitere wichtige Aspekte moderner Führung, neben dieser neuen Form von Transparenz, liegen zudem in der Bereitschaft, die Mitarbeiter wirklich zu beteiligen (Partizipation), zu vernetzen und ihnen mit Offenheit zu begegnen. Natürlich verlangt das von allen Beteiligten ein hohes Maß an Agilität, die der Digital Leader wiederum selbstverständlich vorleben muss.

Wie wichtig auch der Faktor Partizipation ist, belegte eine aktuelle Studie der Universitäten Marburg und Göttingen. Sie kam zu dem Ergebnis, dass sich Unternehmen, bei denen Arbeitnehmer im Aufsichtsrat die Unternehmensentwicklung mitgestalten, während der vergangenen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie in den Jahren danach wirtschaftlich signifikant besser entwickelt als Firmen ohne Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat.

Eine effektive Vernetzung, also die Überwindung von Hierarchie- und Abteilungsdenken, kann allen Beteiligten helfen, in kurzer Zeit komplexes Wissen zu erlangen.

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Wie schon seit jeher, gilt heute für jeden Manager umso mehr: Man muss die Welt da draußen verstehen. Sonst kann man langfristig seine Teams nicht erfolgreich in die richtige Richtung führen und wird so automatisch zum Verhinderer. Und gerade das will ja eine gute Führungskraft nicht sein. Deshalb muss ein moderner Manager zwingend ein Digital Leader sein. Und das kann man zum Glück lernen, wenn man nur will. Tatsächlich ist der Einstieg in diese Rolle leichter als manche glauben. Als erstes müssen Sie nämlich nur einmal ihren Spieltrieb etwas zurückgewinnen. Der erste Schritt lässt sich auf ein Wort reduzieren: Neugierde.

* Dr. Willms Buhse ist Gründer und CEO der doubleYUU.

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