Umfrage zur Privatsphäre auf Mobile Devices

Sind Daten auf Smartphones vor dem Arbeitgeber sicher?

| Redakteur: Natalie Wander

Was oder wie viele mobile Informationen kann der Arbeitgeber einsehen? Die Erwartungen der Angestellten und die Realität driften bei dieser Frage weit auseinander.
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Was oder wie viele mobile Informationen kann der Arbeitgeber einsehen? Die Erwartungen der Angestellten und die Realität driften bei dieser Frage weit auseinander. (Bildquelle: MobileIron)

Sie nutzen Ihr privates Smartphone oder Tablet auch geschäftlich und wissen nicht, was Ihr Vorgesetzter einsehen kann? Dann sind Sie damit nicht allein. Laut einer neuen Umfrage sind sich Angestellte nicht sicher, was vertraulich bleibt und was nicht.

Fast die Hälfte der Befragten waren sich einig, dass ihr Arbeitgeber keinerlei Informationen auf ihrem mobilen Endgerät sehen kann, während 15 Prozent diese Meinung nicht teilten. 28 Prozent gehen hingegen davon aus, dass ihr Unternehmen ihre geschäftlichen E-Mails sowie E-Mail-Anhänge prüfen kann. Im Gegensatz dazu glauben 22 Prozent, lediglich ihre Geschäftskontakte seien für die entsprechende Firma sichtbar.

Doch entspricht dies der Realität? Oder klafft zwischen Erwartung und Wirklichkeit eine große Lücke? Wenn man Smartphones und Tablets für die geschäftliche E-Mail-Kommunikation nutzt, kann der Arbeitgeber geschäftliche E-Mails und deren Anhänge genauso einfach nachsehen wie auf einem PC.

Folgende Fakten kann ein Arbeitgeber prüfen:

  • Mobilfunkbetreiber und Land
  • Hersteller, Modell, Version des Betriebssystems
  • Gerätekennung (zum Beispiel: International Mobile Station Equipment Identity)
  • Telefonnummer
  • Komplette Liste der installierten Apps
  • Standort des Geräts
  • Akkustand
  • Speicherkapazität und -nutzung
  • Geschäftliche E-Mails und Anhänge (über einen Exchange Server wie beim PC)
  • Geschäftliche Kontakte (über einen Exchange Server wie beim PC)

Dahingegen gibt es auch einige Informationen, die geheim bleiben:

  • Informationen in den Apps (es sei denn, die App wurde entwickelt, um Informationen an einen Unternehmens-Server zu übermitteln)
  • Persönliche E-Mails und Anhänge
  • SMS
  • Fotos
  • Videos
  • Aktivitäten im Web-Browser
  • Sprachnachrichten

Diese Aufzählungen stellen die Möglichkeiten unter iOS dar. Und natürlich variiert die Sichtbarkeit von Daten auf Smartphones und Tablets je nach mobilem Betriebssystem und Unternehmensrichtlinien.

Insgesamt sind die Teilnehmer der Umfrage am stärksten darüber beunruhigt, dass ihr Arbeitgeber ihre persönliche Kommunikation wie E-Mails und SMS mitlesen kann. Überrascht hat jedoch die Frage nach dem Aufenthaltsort – hierüber sorgen sich weniger als die Hälfte der Befragten. Trotz allem bleiben viele Angestellte skeptisch, Lösungsansätze werden gesucht. Wie das Unbehagen ausgeräumt werden könnte, zeigen folgende Antworten:

  • Für 26 Prozent seien detaillierte Erklärungen darüber, was der Zweck der Sichtbarkeit von bestimmten Informationen auf dem Gerät ist und wie sie persönliche von beruflichen Inhalten trennen, die wichtigste Maßnahme.
  • 20 Prozent möchten, dass der Arbeitgeber von ihnen eine schriftliche Erlaubnis einholt, bevor er auf jegliche Daten auf dem mobilen Gerät zugreift.
  • 18 Prozent genügt eine schriftliche Mitteilung, was ihr Chef sehen kann und was nicht.
  • Wiederum 18 Prozent bevorzugen eine schriftliche Zusage, dass nur auf Unternehmensdaten zugegriffen wird.
  • 15 Prozent der Befragten erwarten, dass der Arbeitgeber ein schriftliches Einverständnis einholt, bevor er auf Daten auf dem Gerät zugreift, die keinen beruflichen Bezug haben.

Diese Lösungsansätze belegen den Wunsch nach klaren Regelungen und einem offenen Dialog zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, kann man sich darauf einstellen und besser damit umgehen.

Zur Datenerhebung:

Vom 14. bis 18. Juni 2013 führte Vision Critical im Auftrag der MobileIron die Online-Umfrage „MobileIron Trust Gap Survey” unter 2.997 zufällig ausgewählten Erwachsenen durch, die im Vereinigten Königreich (993), in den USA (1.004) und in Deutschland (1.000) einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Stichprobe war hinsichtlich Alter, Geschlecht und regionaler Daten ausgewogen.

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