Studie zur Landwirtschaft 4.0

Jeder zweite Landwirt nutzt digitale Technologien

| Redakteur: Georgina Bott

Digitale Technologien können die Arbeit in der Landwirtschaft beträchtlich erleichtern.
Digitale Technologien können die Arbeit in der Landwirtschaft beträchtlich erleichtern. (Bild: gemeinfrei / CC0)

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BITKOM Bundesverband Informa- tionswirtschaft, Telekommuni- kation und Neue Medien e.V.

Die Landwirtschaft digitalisiert sich derzeit rasant und das ist auch gut so, denn Landwirtschaft 4.0 fördert die Transparenz und digitale Technologien ermöglichen ressourcenschonendes Wirtschaften. Wie die Landwirschaft mit diesem Thema umgeht, zeigt eine aktuelle Befragung.

Digitale Technologien erleichtern die Arbeit in der Landwirtschaft beträchtlich: Dank Wetter-Apps und anderen Datenanalysen lassen sich beispielsweise Aussaat und Ernte optimieren, digitalisierte Düngeverfahren ermöglichen eine pflanzen- und umweltgerechtere Bewirtschaftung der Felder und Sensortechnik leistet einen wesentlichen Beitrag zum Tierwohl. Rund vier von zehn Landwirten und Lohnunternehmern (38 Prozent) sind daher der Meinung, dass digitale Technologien dabei helfen, die Akzeptanz moderner Landwirtschaft zu steigern. Das zeigt die repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unterstützt vom Deutschen Bauernverband (DBV) unter 521 Landwirten und sogenannten Lohnunternehmern, die als Dienstleister für Landwirte arbeiten– meist ohne eigene Fläche und ohne eigene Tiere.

Die Meinungen sind geteilt: 38 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass digitale Technologien die Akzeptanz steigern – 22 Prozent sind der Meinung, dass sie eher schadet.
Die Meinungen sind geteilt: 38 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass digitale Technologien die Akzeptanz steigern – 22 Prozent sind der Meinung, dass sie eher schadet. (Bild: Bitkom)

„Die Zeiten von Sense und Harke sind auf den meisten Bauernhöfen vorbei.“

„Mit Smart-Farming-Technologien lässt sich die Landwirtschaft heute transparenter machen. So kann der Verbraucher genau verfolgen, wo die Kartoffel auf dem Teller herkommt, aus welchem Saatgut und mit welchem Dünger sie entstanden ist. Er kommt dadurch wieder näher ans Produkt und den Produzenten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Wenn Wirtschaftlichkeit und Umwelt in einer gesunden Balance zueinander stehen, wird das Vertrauen der Verbraucher gestärkt.“

Allerdings gibt auch ein Fünftel der Branche (22 Prozent) an, dass digitale Technologien der Akzeptanz moderner Landwirtschaft in der Öffentlichkeit schaden, weil sich die Produktion von der Natur entferne. Ein Drittel (35 Prozent) meint, dass digitale Technologien keinen Einfluss auf die Akzeptanz moderner Landwirtschaft haben. „Die Zeiten von Sense und Harke sind auf den meisten Bauernhöfen vorbei. Viele landwirtschaftliche Unternehmen sind hochleistungsfähige Hightech-Betriebe, die durch den Einsatz digitaler Technologien sehr viel ressourcenschonender wirtschaften können“, so Rohleder. Landwirte seien jetzt gefordert, den Verbrauchern die Vorteile der modernen Landwirtschaft zu erklären und für ein Maximum an Transparenz zu sorgen, etwa im Rahmen von Aktionen wie „Offene Hoftore“. „Moderne Produktionsformen sind komplex und brauchen Erklärung. Digitale Technologien können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, industrielle Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz sehr eng zusammenzubringen“, so Rohleder.

Rasante Digitalisierung im Stall und auf dem Acker

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14.11.16 - Auch in der Landwirtschaft ist die Digitalisierung angekommen. Jeder zweite Landwirt betreibt mittlerweile „Smart Farming“ – denn die Digitalisierung verhilft der Landwirtschaft zu mehr Effizienz. Das ergibt eine aktuelle Studie zur Landwirtschaft 4.0. lesen

Die Landwirtschaft digitalisiert sich rasant

Schon heute nutzt mehr als jeder Zweite (53 Prozent) in der Branche digitale Lösungen (gemeinsame Umfrage des Bitkom und des Deutschen Bauernverbands, November 2016). Um die Digitalisierung der Landwirtschaft weiter voranzubringen, schlägt Bitkom unter anderem vor:

  • Netzausbau vorantreiben: Moderne digitale Systeme und Software helfen Landwirten dabei, Kosten zu sparen, weniger Ressourcen einzusetzen und damit die Umwelt zu schonen. Ihr Einsatz erfordert leistungsstarke Internetzugänge, gerade im ländlichen Raum.
  • Geodaten kostenfrei zur Verfügung stellen: Viele digitale Lösungen für die Landwirtschaft benötigen aktuelle und präzise Geodaten, die derzeit bereits staatlich erhoben werden. Die Anbieter solcher Systeme sind ebenso wie die Landwirte darauf angewiesen, dass diese in einem einheitlichen maschinenlesbaren und offenen Datenformat kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
  • Innovation durch Gründerförderung unterstützen: Die Entwicklung innovativer Lösungen benötigt die gezielte Unterstützung neuer Ideen, etwa durch die Förderung von Start-ups im Agrarbereich und die Vereinfachung des Marktzugangs.

Zur Studienerhebung

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 521 Landwirte und Lohnunternehmer befragt. Die Fragestellung lautete: „Moderne Landwirtschaft wird derzeit in der Öffentlichkeit stark diskutiert. Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Akzeptanz moderner Landwirtschaft?“. Die Antwortmöglichkeiten waren: „Digitale Technologien steigern die Akzeptanz moderner Landwirtschaft in der Öffentlichkeit, weil dadurch das Tierwohl erhöht wird und die Felder pflanzen- und umweltgerechter bewirtschaftet werden.“ „Digitale Technologien schaden der Akzeptanz moderner Landwirtschaft in der Öffentlichkeit, weil sich die Produktion von der Natur entfernt.“ und „Digitale Technologien haben keinen Einfluss auf die Akzeptanz moderner Landwirtschaft.“

Über Bitkom

Bitkom vertritt mehr als 2.400 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, davon gut 1.600 Direktmitglieder. Sie erzielen mit 700.000 Beschäftigten jährlich Inlandsumsätze von 140 Milliarden Euro und stehen für Exporte von weiteren 50 Milliarden Euro. Zu den Mitgliedern zählen 1.000 Mittelständler, 300 Start-ups und nahezu alle Global Player. Sie bieten Software, IT-Services, Telekommunikations- oder Internetdienste an, stellen Hardware oder Consumer Electronics her, sind im Bereich der digitalen Medien oder der Netzwirtschaft tätig oder in anderer Weise Teil der digitalen Wirtschaft. 78 Prozent der Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Deutschland, jeweils 9 Prozent kommen aus Europa und den USA, 4 Prozent aus anderen Regionen. Bitkom setzt sich insbesondere für eine innovative Wirtschaftspolitik, eine Modernisierung des Bildungssystems und eine zukunftsorientierte Netzpolitik ein.

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