„Digital-Marketing-Monitor 2020“

Das Potenzial von Online Marketing wird nicht ausgeschöpft

| Redakteur: Georgina Bott

Einer aktuellen Studie zufolge fehlt es Unternehmen an Strategie, Budget und internem Know-how, um im digitalen Marketing richtig durchzustarten.
Einer aktuellen Studie zufolge fehlt es Unternehmen an Strategie, Budget und internem Know-how, um im digitalen Marketing richtig durchzustarten. (Bild: gemeinfrei / Pexels)

Wie hoch ist der Reifegrad des Digital Marketings in Unternehmen aus der DACH-Region? Dieser Frage geht der aktuelle „Digital-Marketing-Monitor 2020“ nach. Das Ergebnis: Online Marketing ist angekommen, das Potenzial wird jedoch noch nicht ausgeschöpft. Warum?

Der „Digital-Marketing-Monitor 2020“ untersucht den Reifegrad des digitalen Marketings in Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Demnach haben 65 Prozent der befragten Unternehmen noch keine ganzheitliche Digital-Strategie. Unternehmen erkennen zwar die Chancen des Digital Marketings, jedoch fehlen Strategie, Budget und das interne Know-how, um das Potenzial von aktuellen Trends auszuschöpfen, so die Ergebnisse der Studie.

Digital-Marketing-Trends: Was treibt die Branche um?

Kundendaten sind der Schatz für Unternehmen. Je genauer eine Firma ihre Konsumenten kennt, desto besser kann sie ihnen persönliche Angebote machen. Marketer sehen deshalb neben Social Media und Künstlicher Intelligenz (KI) großes Potential in der Personalisierung ihrer Maßnahmen.

Personalisierung gehört für die Befragten zu den wichtigsten Trends. Konkret geht es darum, die vorhandenen Daten über Kunden besser zu verwalten, auszuwerten und auf diese auszurichten. Hier zeigen sich allerdings Unterschiede je nach Unternehmensgrösse: Mehr als ein Drittel der grossen Unternehmen will sich diesem Thema in den nächsten Monaten widmen, aber nur rund ein Sechstel der kleinen Firmen.

Ebenso bedeutsam ist Social Media Marketing. 40 Prozent der Marketer aus kleinen Unternehmen wollen sich künftig darauf konzentrieren, bei großen sind es 35 Prozent. Für beide Gruppen ist es der Top-Trend des Jahres – mittelgroße Betriebe hingegen schreiben Social Media eine geringere Bedeutung zu.

Als weiteren bedeutenden Trend nennen Marketer künstliche Intelligenz (KI), mit der sich unter anderem das Konsumentenverhalten voraussagen lassen soll. Die Einstellung dazu variiert jedoch stark: Während mehr als die Hälfte der mittelgroßen Unternehmen KI mit großer Skepsis begegnet, glauben bei kleinen und großen Betrieben über 70 Prozent an die Vorteile durch ihren Einsatz. Dennoch nutzen nur knapp 50 Prozent der großen Unternehmen die Technologie, bei den kleinen sind es lediglich 13 Prozent.

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Status Quo im Digital Marketing: Wie weit sind Unternehmen in der DACH-Region?

Digital Marketing umfasst viele unterschiedliche Disziplinen. Drei Viertel der Marketer betreiben Marketing via Social Media. Etwas mehr als die Hälfte befasst sich mit Suchmaschinen-Optimierung (SEO) und Content Marketing. Deutlich geringer findet dagegen Mobile Marketing Anwendung.

Social Media ist das wichtigste Instrument. Drei Viertel der Befragten setzen darauf, fast ebenso viele haben eine Strategie. Dabei belässt mehr als die Hälfte diese im eigenen Haus. Für die Umsetzung suchen Unternehmen Agenturen: je ein Drittel, um Kampagnen zu planen, Inhalte zu erstellen oder für Monitoring und Analytics. Fast 90 Prozent der Firmen nutzen Facebook, unabhängig von Betriebsgröße und Branche. Knapp die Hälfte der Probanden nutzt die Microsoft-Tochter LinkedIn, die damit Xing als Business-Plattform überholt. Ebenso viele Unternehmen verwenden das Echtzeit-Medium Twitter. Eine geringere Rolle spielen Instagram, YouTube oder Pinterest.

Mehr als die Hälfte der Befragten hat bereits Content Marketing betrieben, ebenso viele haben dafür eine Strategie. Drei Viertel erstellen Inhalte selbst, fast genauso viele pflegen sie auch eigenständig, Agenturen übernehmen die Rolle des strategischen Beraters. Lediglich ein Drittel sieht „Zielgruppenrelevanz und Personalisierung“ als Erfolgsfaktor. Wenig Einfluss schreiben sie auch der Qualität des Contents zu – das heißt „journalistischer Qualität“, „SEO-optimierter Aufbereitung“ sowie „mitreißendem Storytelling“. Kein Wunder, dass drei Viertel die größte Schwierigkeit darin sehen, Kundeninteresse zu wecken.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen passt ihre Webseite an die Erfordernisse der Suchmaschinen an. 40 Prozent erledigen alle Aktivitäten inhouse, ein knappes Drittel lagert die Aufgaben aus. Ebenso viele bewerten SEO als zu teuer und aufwendig. Zudem glaubt ein Drittel, dass es zu lange dauert, bis SEO sichtbare Ergebnisse erzielt. Google ist mit 80 Prozent die meistgenutzte Suchmaschine für Anzeigen. Mit der Positionierung von Anzeigen beschäftigt sich aber nur weniger als die Hälfte. Klassische Textanzeigen sind für 60 Prozent die erste Wahl. 40 Prozent setzen auf Display-Ads, die als Bild- oder Textanzeigen innerhalb von Texten anderer Webseiten erscheinen.

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* Der „Digital-Marketing-Monitor 2020“ von Namics – A Merkle Company fußt auf einer qualitativen und quantitativen Erhebung. Zur qualitativen Datenerhebung hat Namics Marketing-Manager aus Deutschland und der Schweiz befragt. Sie arbeiten in Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Grössen. Namics-Analysten haben daraus Hypothesen entwickelt und diese über Fragebögen mit einem Panel aus 200 DACH-Marketingexperten validieren lassen. Die gewonnenen Daten hat Namics im Monitor ausgewertet und aufbereitet.

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