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Studie Remote Working Digitale Arbeitsplätze – der Anfang ist gemacht

| Redakteur: Lena Müller

Gemäß einer Avanade-Umfrage sind die deutschen Großunternehmen inzwischen relativ gut gerüstet für Remote Working und digitale Arbeitsplätze: 55 Prozent der Unternehmen gaben zum Erhebungszeitpunkt an, nach eigener Einschätzung bereits alle Vorbereitungen zur Nutzung entsprechender Plattformen und Services getroffen zu haben.

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Als größte Aufgabe bei der Verbesserung der Workplace Experience – also den positiven Mitarbeitererfahrungen – empfanden die Befragten einer Studie hierzulande konsequenterweise die Modernisierung der IT-Infrastruktur.
Als größte Aufgabe bei der Verbesserung der Workplace Experience – also den positiven Mitarbeitererfahrungen – empfanden die Befragten einer Studie hierzulande konsequenterweise die Modernisierung der IT-Infrastruktur.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Rund 40 Prozent hatten den Transformationsprozess zumindest begonnen. Bemerkenswert ist dabei der Fokus auf Technologie – kulturelle Aspekte und die Zusammenführung der digitalen mit den realen Mitarbeitererfahrungen hängen etwas hinterher. So gaben jeweils gut rund zwölf Prozent der Befragten an, diesen beiden Punkten erst im Laufe des kommenden Jahres oder später Beachtung schenken zu wollen, so dass hier eine weitere Besserung ab Mitte 2020 zu erwarten ist.

Mit diesen Zahlen schneiden die deutschen Unternehmen in Sachen Remote Working auch im internationalen Vergleich gut ab: Weltweit hatten zum Erhebungszeitpunkt erst 44 Prozent der Befragten Entscheider ihre Unternehmen diesbezüglich am Ziel gesehen, 47 Prozent hatten den Transformationsprozess jedoch begonnen. Auch im Hinblick auf kulturelle Aspekte (17 Prozent) und der Zusammenführung digitaler sowie realer Mitarbeitererfahrungen (20 Prozent) sind die deutschen Unternehmen in Führung. Frankreich und Italien sind mit 52 beziehungsweise 53 Prozent auf einem ähnlichen Implementierungsniveau wie Deutschland. Spanien (31 Prozent), die nordischen Länder Europas (35 Prozent) sowie Japan (37 Prozent) fallen relativ deutlich ab, wenn es um die vollständige Umsetzung moderner Plattformen und Services für digitale Arbeitsplätze geht. Die USA lagen mit 41 Prozent im Mittelfeld.

Herausforderungen bei der Einführung von Remote Working & Co.

Als größte Aufgabe bei der Verbesserung der Workplace Experience – also den positiven Mitarbeitererfahrungen – empfanden die Befragten hierzulande konsequenterweise die Modernisierung der IT-Infrastruktur. Hier sahen 62 Prozent Herausforderungen, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Auf den Plätzen folgten die Themen Produktivität (49 Prozent) und Skalierung beziehungsweise Automatisierung der IT-Infrastruktur (46 Prozent). Der Faktor Mensch und Kultur wurde hier hingegen mit nur 33 Prozent als gering gewertet. Im internationalen Vergleich tun sich deutsche Unternehmen damit offenbar in Sachen IT schwerer als ihre Pendants im Ausland. Die Modernisierung der IT war für alle anderen Befragten deutlich weniger herausfordernd (alle anderen Länder unter 50 Prozent). Das ist umso erstaunlicher, als zum Beispiel die Zahl der Applikationen relativ vergleichbar ist: Sowohl in Deutschland als auch in den befragten ausländischen Unternehmen verwendet die große Mehrheit (überall mehr als 93 Prozent) der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Mittel zwischen fünf und 15 Anwendungen wie Office-Tools etc. täglich, die meisten sogar nur fünf bis zehn.

Details zur Erhebung

Die Erhebung wurde im Januar 2020 gemeinsam mit Vanson Bourn fertiggestellt. Befragt wurden in Deutschland 150 Großunternehmen, alle mit einem Umsatz von mindestens 500 Millionen Euro und 95 Prozent von mindestens einer Milliarde Euro. 148 von ihnen beschäftigen zwischen 5.000 und 25.000 Mitarbeiter, die restlichen zwei über 25.000. Jeweils zwölf Prozent der Unternehmen stammen aus den Branchen Maschinenbau, Finanz, Konsumgüterindustrie und Handel, die restlichen etwa 40 Prozent aus anderen Bereichen. Weltweit haben 1.375 hochrangigen Entscheidungsträger an der Umfrage teilgenommen, die in Deutschland zu einem Fünftel aus dem Personalbereich, dem betrieblichen Umfeld und der IT stammten; jeweils etwa 15 Prozent sind im Marketing oder Support und weitere zehn in anderen Bereichen beschäftigt. Die größte Gruppe stellten hierzulande mit je etwa 15 Prozent CIOs und Verantwortliche für den Kundenservice. 80 Prozent der Befragten sind die alleinigen Entscheider für dieses Thema.

*Quelle: Avanade

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