Recruting

Digitale Mitarbeitersuche – gegen den Nachwuchskräftemangel ankämpfen

| Autor / Redakteur: Steffen Heym / Georgina Bott

Unternehmen müssen erkennen, dass die Mitarbeitersuche mindestens genauso wichtig ist, wie die Neukundenakquise.
Unternehmen müssen erkennen, dass die Mitarbeitersuche mindestens genauso wichtig ist, wie die Neukundenakquise. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Der steigende Nachwuchskräftemangel in unterschiedlichsten Branchen hat sich längst zum Dauerthema in Deutschland etabliert. Doch welche Maßnahmen können Unternehmen, speziell kleine Betriebe, ergreifen, um diesem entgegen zu wirken und als attraktiver Arbeitgeber von (jungen) Talenten wahrgenommen zu werden?

Gerade für kleine Unternehmen, die häufig nicht über die nötigen Ressourcen verfügen, um sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen, kann dies eine Herausforderung darstellen. Viele Unternehmen haben zudem die Relevanz von Recruiting aufgrund aktuell voller Auftragsbücher und genügend Mitarbeitern noch nicht erkannt. Dass diese jedoch natürlich älter werden und daher die frühzeitige Suche nach Nachwuchskräften ein immens wichtiger Schritt ist, unterschätzen viele Unternehmer

Im Zuge der Digitalisierung müssen Kleinunternehmen zudem erkennen, dass sich die Jobsuche der Arbeitnehmer zum Großteil ins Internet verlagert hat. So gaben beispielsweise 86% der Befragten einer StepStone-Studie an, dass sie zur Arbeitssuche Online-Jobbörsen besuchen und zu ca. 50% Karrierewebsites der Unternehmen nutzen. Auf klassische Offline-Kanäle wie Zeitungen oder Zeitschriften greifen hingegen lediglich 17% der Befragten zurück. Unternehmen, die ihr Budget aktuell also noch vermehrt in Printanzeigen investieren, sollten sich überlegen, ob sie das Budget nicht besser in die Präsenz auf Online-Kanäle verwenden.

Website – der Anlaufpunkt für potenzielle Mitarbeiter

Eine erste wichtige Voraussetzung bei der digitalen Mitarbeitersuche ist die firmeneigene Website. Man kann diese als virtuelles Ladengeschäft sehen: Wenn potenzielle Mitarbeiter oder Kunden einen Laden zum ersten Mal betreten, schauen sie sich genau um. Hierfür muss der Laden natürlich gut aussehen und das bieten, was gesucht wird. Je eher sich der Interessent bzw. Besucher mit den Produkten und dem Unternehmen in dem Laden identifizieren kann, desto eher ist er gewillt auch dort zu kaufen bzw. sich zu bewerben. Genauso verhält es sich auch auf der Website. Sie ist die Basis für eine wirksame Online-Präsenz und gilt nach wie vor als der zentrale Ort im Internet, an dem sich Jobsuchende über das Unternehmen und die Karrieremöglichkeiten informieren: Vorrangig, um Infos über offene Stellen zu erhalten, Referenzen einzusehen oder sich einen Überblick über das Team zu verschaffen. Hierin liegt die große Chance, die Website als Hub für den direkten Bewerberkontakt zu nutzen und ihm eine Anlaufstelle für weiterführende Informationen zu bieten. Zudem nutzen sämtliche Online-Marketing-Maßnahmen, wie Postings auf Social-Media-Kanälen, Stellenanzeigen auf Jobportalen sowie Rezensionen auf Bewertungsportalen, nichts, wenn sie den durch sie generierten Traffic nicht auch an eine zentrale Stelle, die Website, leiten können.

Besonders der Karriere- und Teambereich spielt für den Interessenten eine zentrale Rolle, da er sich so direkt einen Eindruck machen kann, was für ein Unternehmen ihn erwartet, wie seine möglichen Kollegen sich präsentieren und welche Benefits ihn als Mitarbeiter erwarten würden. Je sympathischer sich beispielsweise das Team und auch die Geschäftsführung präsentiert, desto ansprechender und authentischer wirkt das für den Bewerber.

Die Website steht im Zentrum aller Online-Marketing-Aktivitäten und stellt die Möglichkeiten zur direkten Kontaktaufnahme, Einreichen von Bewerbungsunterlagen und Anfragen uvm. an Mehrwert zur Verfügung. Die klassischen Funktionen einer Website - die Information und Darstellung eines Unternehmens sowie das Verleihen von Glaubwürdigkeit und Vertrauen durch Referenzen und Teamvorstellungen – sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil, der beim Design der eigenen Website berücksichtigt sein muss.

Online-Jobbörsen – ein Muss im digitalen Zeitalter

Berufsportale und Jobsuchmaschinen, wie Monster, indeed und Co. sind bei der digitalen Mitarbeitersuche zentrale Bausteine, deren Relevanz von vielen Unternehmen häufig unterschätzt wird. Lediglich 33% der Unternehmen der Handwerks- und Industriebranche nutzen derzeit Online-Jobbörsen, im Dienstleistungssektor sind es sogar nur 13% (vgl.Personalwirtschaft ). Dabei liegen die Vorteile von Online-Jobbörsen eigentlich klar auf der Hand: Die Jobsuchenden sind zu knapp 90% auf diesen Portalen unterwegs, die Laufzeit von Online-Stellenanzeigen ist deutlich länger als bei Print-Anzeigen und die Anzeigen werden zudem überregional bzw. deutschlandweit geschaltet. Natürlich gibt es hier auch Nachteile zu nennen, wie mögliche Kostenfallen durch automatisch verlängerte Anzeigen oder die Vielzahl von Anzeigen, die täglich gestaltet werden. Grundsätzlich sind Jobbörsen jedoch ein wichtiger Schritt, um (junge) Talente für das eigene Unternehmen zu begeistern.

Social-Media-Kanäle – mehr als nur Stellenanzeigen posten

Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram, LinkedIn und Co. bieten für Unternehmen ein großes Potenzial: Sie können den Bewerbern so einen direkten Einblick in das Unternehmen geben, in dem sie Vorher-Nachher-Bilder von Projekten teilen, Teammitglieder vorstellen, Alltagssituationen posten und somit den Spaß am Beruf und dem Unternehmen greifbarer machen. Dies ist über Bilder und Videos viel einfacher und authentischer möglich und ist eine gute Ergänzung zur textlastigen Stellenausschreibung.

Unternehmen müssen erkennen, dass die Mitarbeitersuche mindestens genauso wichtig ist, wie die Neukundenakquise. Wenn sie es dann schaffen, sich über Online-Kanäle, wie die eigene Website, Social-Media-Kanäle und Jobportale als attraktiver, zukunftsorientierter Arbeitgeber zu präsentieren, werden diese Betriebe auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und ihre Position am Markt weiter ausbauen.

*Steffen Heym ist CEO der Berliner Digitalagentur web4business. Er beschäftigt sich in diesem Artikel mit dem Nachwuchskräftemangel und wie man diesem durch gezielte Online-Marketingmaßnahmen den Kampf ansagen kann.

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