Gender-Commerce im B2B

So wird Online-Shopping Frauen- und Männersache

| Autor / Redakteur: Julia Saswito und Marc O. Schürmann / Georgina Bott

Gender Commerce: Mit diesen sechs Tipps spricht Ihr B2B-Online-Shop Männer und Frauen an.
Gender Commerce: Mit diesen sechs Tipps spricht Ihr B2B-Online-Shop Männer und Frauen an. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Noch immer orientieren sich viele B2B-Angebote im Web an den Bedürfnissen der männlichen Nutzer. Ein folgenreicher Fehler. Wie man online beide Geschlechter erreicht, zeigen diese sechs Tipps.

Die meisten Angestellten im Digitalbereich sind männlich. Ganz verständlich eigentlich, wenn diese ihre eigenen Vorlieben und Verhaltensweisen auf ihre Arbeit als Webdesigner übertragen. Doch fühlt sich die Hälfte der Bevölkerung online nicht angesprochen, verschenken Markenartikler und Shopbetreiber wertvolles Potenzial. Hier kommt Gender-Commerce ins Spiel, denn es beschreibt die geschlechter-adäquate Optimierung in Bezug auf Design und Nutzerführung. Verschiedene Studien haben herausgefunden, in welchen Bereichen sich das Online-Verhalten von Frauen und Männern unterscheidet. Von diesen Erkenntnissen ausgehend haben wir für Sie sechs Tipps für erfolgreiches Gender Commerce im B2B-Bereich zusammengestellt.

1. Analysieren Sie Ihre Zielgruppe

Bevor Sie die folgenden Tipps beherzt zur Umsetzung an Ihre Webdesigner weiterleiten, sollten Sie sich ganz genau über Ihre Zielgruppe im Klaren sein. Richtet sich Ihr B2B-Angebot ausschließlich an Männer? Dann machen Sie vielleicht bereits alles richtig. Doch auch hier wäre eine Analyse hilfreich. Wer genau recherchiert, vergleicht und kauft Ihr auf Männer ausgerichtetes Angebot? Möglicherweise kümmern sich darum nämlich auch weibliche Angestellte.

2. Zeigen Sie die Produkte im Kontext

Studien belegen, dass Frauen eher auf Subjekte als auf Objekte fixiert sind. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Darstellung des Produkts im Kontext. So können Nutzerinnen die Größe des Produkts besser einschätzen, zum anderen lässt sich sein Einsatz im Alltag durch passendes Bildmaterial gleich gut sichtbar machen. Da es Männern hingegen statistisch gesehen viel leichter fällt, in 3D zu übersetzen, reichen bei ihnen freigestellte Produktbilder völlig aus.

3. Erzählen Sie Geschichten

Viele Online-Angebote informieren ihre Nutzer mit nicht enden wollenden Aufzählungen technischer Details und kryptischer Produktnamen. Tatsächlich legen Männer auf diese ersten Informationen auch großen Wert. Für Frauen steht hingegen der Nutzen des Produkts im Mittelpunkt. Was kann Ihr Angebot? Inwiefern hilft es weiter? Erzählen Sie Geschichten und wecken Sie dabei Emotionen. Frauen fühlen sich angesprochen von Situationen, mit denen sie sich identifizieren können.

4. Liefern Sie Inspirationen

Während Männer ihre Einkäufe oft gezielt tätigen, lassen sich Frauen gern inspirieren. Dabei ändern und justieren sie nicht selten ihre Auswahlkriterien. Passende Vorschläge zum gerade anvisierten Produkt und lang einsehbare Warenkörbe und Merklisten können sich demnach lohnen. Ebenso bevorzugen Frauen Scroll-Pages, um sich in Ruhe einen Eindruck vom Angebot zu machen. Auch hat man herausgefunden, dass Frauen stärker auf Bonusprogramme und saisonale Angebote reagieren als es Männer tun. Nutzen Sie diesen Fakt und informieren Sie regelmäßig über aktuelle Besonderheiten.

5. Bieten Sie die Möglichkeit der Beratung

Im Gegensatz zu Männern lassen sich Frauen gern beraten – am liebsten von Frauen. Ein Beratungsangebot wie beispielsweise ein Live-Chat entspricht demnach den Service-Ansprüchen weiblicher Nutzer und kann helfen, deren Zweifel auszuräumen und sie vollends vom Produkt zu überzeugen. Auch der sogenannte „Social Proof“ darf nicht fehlen. Was halten andere Branchenteilnehmer, Kollegen, Nutzer von diesem Angebot? Integrieren Sie Erfahrungsberichte. Seien Sie präsent auf Social Media. Belegen Sie, dass auch andere überzeugt sind von Ihrem Angebot.

6. Denken Sie an die richtige Mischung

An wessen Bedürfnissen sollte man sich nun mit seinem Online-Angebot orientieren? Die richtige Mischung macht’s. Detaillierte Produktinformationen und Filterfunktionen für Männer funktionieren auch neben Stöberelementen für Frauen. Ebenso sind Erfahrungsberichte nichts, woran sich Männer stören würden – im Gegenteil. Allgemein lässt sich zusammenfassen, dass die meisten Seiten weiblicher werden müssen, um Frauen tatsächlich anzusprechen. Das bedeutet aber nicht, dass man damit gleichzeitig die Männer abschreckt oder gar verliert.

* Julia Saswito ist Practice Leader Reply Digital Experience und geschäftsführende Partnerin bei Triplesense Reply. Marc O. Schürmann leitet als Head of UX & Strategy das Experience-Team von Triplesense Reply.

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