E-Commerce

Mobile Only im B2B E-Commerce

| Autor / Redakteur: Ariane Rosing* / Muteber Karacan

Internetnutzer verbringen den größten Teil ihrer Online-Zeit in Apps und mobilen Browsern.
Internetnutzer verbringen den größten Teil ihrer Online-Zeit in Apps und mobilen Browsern. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Nachdem vor ein paar Jahren das Responsive Webdesign durch das Credo Mobile First abgelöst wurde, heißt es nun: Mobile Only. Eignet sich die Konzentration auf mobile Endgeräte auch für den B2B-E-Commerce?

Internetnutzer verbringen mittlerweile rund 60 Prozent ihrer Onlinezeit in Apps und mobilen Browsern. Zu den beliebtesten Anwendungen gehören hierbei Online-Shopping-Apps: Über 50 Prozent des globalen E-Commerce laufen bereits über mobile Endgeräte ab. Aufgrund dieser Entwicklungen setzen viele Online Pure Player längst auf Mobile Only. Bei den großen Playern besuchen allein 75 bis 85 Prozent der Kunden den jeweiligen Onlineshop per App.

Mobile Geräte: Vielseitigere Möglichkeiten

Die wesentlichen Vorteile mobiler Endgeräte liegen sozusagen auf der Hand: Nutzer haben ihr Smartphone stets dabei und sofort griffbereit. Zudem ist die Bedienung des Touchscreens intuitiv, Inhalte lassen sich per Fingerbewegung direkt auf dem Display zoomen, jede Berührung erzeugt eine Aktion. Um eine Kaufentscheidung zu erleichtern und Nutzern höchstmöglichen Komfort zu bieten, sollte diese Intuition genutzt werden.

Die Onlineshop-Entwicklung im Sinne einer Mobile-Only-Strategie unterscheidet sich besonders in einem Punkt zu Mobile First: Eine Anwendung wird auf Basis von Funktionen konzipiert, die ausschließlich auf mobilen Geräten durchführbar sind. Aktionen wie QR-Code-Scanning, der Einsatz der Smartphone-Kamera, Touch, Vibrationen oder die Ortung des Gerätes via GPS sind lediglich mobil anwendbar und entfallen in der Benutzung derselben Anwendung auf einem stationären Endgerät. Im Gegensatz zur Mobile-First-Strategie werden diese Aktionen für stationäre Geräte nicht umgesetzt, da die meisten schlichtweg nicht abbildbar sind.

Grundlegende Interaktionen, wie Uploads von Inhalten, die mit dem mobilen Gerät gescannt wurden, rein haptische Interaktionen wie das Vergrößern oder Verkleinern von Inhalten per Fingerbewegung sind bei stationären Geräten nur über Umwege oder gar nicht realisierbar. Die Lösung können sogenannte Progressive Web Apps sein, die das Look and Feel einer nativen App in vollem Maße imitieren. Eine manuelle Installation ist nicht mehr nötig.

Mobile Only im B2B

Während im B2C ein einfaches Kauferlebnis im Vordergrund steht, das durch emotionale Entscheidungen des Nutzers beeinflusst wird, lautet im B2B-Bereich die Devise bislang „getting things done fast“. Der emotionale Aspekt rückt eher in den Hintergrund doch sind die komfortable Bedienung und Emotionalität auch hier nicht zu vernachlässigen! Neben der Möglichkeit, Artikel über die Artikelnummer zu ordern, sollte auch der Erwerb von Produkten durch das Scannen von Bar- oder QR-Codes geboten werden. Somit wird es auch im B2B-Bereich zunehmend wichtiger, auf ansprechendes Design und Nutzerfreundlichkeit zu setzen, um vom Trend profitieren zu können.

Damit auch B2B-Unternehmen einen Nutzen aus der aktuellen Entwicklung von Mobile First zu Mobile Only ziehen können, sind einige Dinge zu beachten. So sollten mobile Onlineshops etwa um Apps ergänzt werden, die vollständig nutzerorientiert sind: schnell, übersichtlich, verkaufsorientiert und intuitiv. Das bedeutet auch, dass die Desktop-Version nicht einfach übernommen werden sollte. Bisher haben es sich viele Unternehmen einfach gemacht, indem sie schlicht eine responsive Webseite angeboten haben. Responsive Webdesign ist angesichts der Nutzungsentwicklungen jedoch nicht mehr die richtige Herangehensweise bei der Planung, Entwicklung und Konzeption von Internet- und E-Commerce-Auftritten.

Fazit: Mobile Only ist keine Spielerei, sondern die logische Konsequenz der technologischen Möglichkeiten und Entwicklungen sowie dem natürlichen Interaktionsverhalten des Menschen. Onlineshops sind dank einer auf Mobile-Only-basierenden Strategie intuitiver und interaktiver. Die Ausschöpfung der Potenziale von Smartphones ist auch im B2B folgerichtig und unumgänglich. Um sich auf die Vorlieben potenzieller Kunden dauerhaft und effektiv einlassen zu können, muss der Mobile-Only-Ansatz im B2B-E-Commerce umfassend und kontinuierlich gelebt werden.

* Ariane Rosing ist Junior Frontend Developer bei netz98.

** Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem netz98-Magazin „Zukunftsthemen“.

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