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Studie „Benchmarks der Internetnutzung 2020“ Domainsicherheit bei DACH-Unternehmen ist weiterhin ein großes Problem

Redakteur: Veronika Kremsreiter

Spätestens seit Covid-19 ist deutlich geworden, wie hoch der Bedarf an digitalen Strukturen im ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass viele Unternehmen, auch im B2B-Bereich, noch massive Lücken in den Bereichen Domain- und E-Mail-Sicherheit vorweisen. Lesen Sie hier, welche Benchmarks sich für 2020 abzeichnen.

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Das Internet hat in den letzten Monaten einen noch höheren Stellenwert eingenommen. Dennoch gibt es bei vielen Unternehmen noch massive Lücken in den Bereichen Domain- und E-Mail-Sicherheit.
Das Internet hat in den letzten Monaten einen noch höheren Stellenwert eingenommen. Dennoch gibt es bei vielen Unternehmen noch massive Lücken in den Bereichen Domain- und E-Mail-Sicherheit.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

COVID-19 zwang viele Unternehmen dazu, ihren Status quo zu überdenken und neue Strukturen zu schaffen. Wie groß der Digitalisierungsschub, bedingt durch die Pandemie, nun letztendlich ist, wird sich wohl erst im Nachhinein zeigen – eines ist jedoch jetzt schon klar: Das Internet hat in den letzten Monaten einen noch höheren Stellenwert eingenommen. Dennoch gibt es bei vielen Unternehmen noch massive Lücken in den Bereichen Domain- und E-Mail-Sicherheit. Das zeigt die Studie „Benchmarks der Internetnutzung 2020“, die der eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. und absolit Dr. Schwarz Consulting veröffentlicht haben. 5036 DACH-Unternehmen aus über 200 Sektoren, darunter 27 B2B-Sektoren, wurden auf 18 Kriterien der professionellen Internetnutzung untersucht.

Während die Verschlüsselung der Datenübertragung über die Webseite und den E-Mail-Server mit jeweils 99 Prozent Common Practice ist, wird das Thema DMARC und SPF weiterhin unter den Teppich gekehrt. So ergreifen 44 Prozent keine Maßnahmen, welche den Versand von E-Mails über nicht autorisierte Server verhindern (SPF). Eine Überwachung der verdächtigen E-Mails über die eigene Absenderdomain findet nur bei jedem Dritten statt (DMARC). Regeln, wie ISPs mit eben diesen verdächtigen Mails umgehen sollen, definiert sogar nur jeder Zwanzigste. Natürlich können diese Maßnahmen, vor allem bei großen Konzernen mit vielen Abteilungen, zeitaufwendig sein, wartet am Ende der Fahnenstange nach wie vor ein verbesserter Schutz für die eigene Marke.

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„Wie auch schon im letzten Jahr ist Es erschreckend, dass viele Unternehmen den Schutz ihrer Absenderdomain links liegen lassen, obwohl der erste Schritt weder mit großartigem monetären oder zeitlichen Aufwand verbunden ist.“, so Studienautor Schwarz.

Googles Mobile-First-Index könnte vielen Unternehmen Probleme bereiten

Ab September 2020 soll der neue Mobile-First-Index für das Ranking in den Suchergebnissen weltweit ausgerollt werden – das bedeutet, dass alle Webseiten ab diesem Zeitpunkt einzig und allein über ihre mobile Ansicht indexiert werden, Während das Thema Responsive Webdesign in den meisten Unternehmen schon zum guten Ton gehört, zeichnen sich bei der Analyse der mobilen Ladezeiten große Probleme ab. So können 42 Prozent der 5036 Unternehmen für ihre mobile Seite nur einen mangelhaften PageSpeed Score vorweisen – im Handel liegt der Anteil sogar bei ganzen 50 Prozent. Dies lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf die Anzahl der eingesetzten Tracking-Tools, deren Pixel den Aufbau der Seite verlangsamen, zurückführen. Vorbildliche Werte können demgegenüber nur drei Prozent der Untersuchten aufweisen,

Siezt du noch, oder duzt du schon?

Während sich Unternehmen in sozialen Medien oft näher am Kunden bewegen und daher auch gerne zur DU-Anrede greifen, wird bei der Kommunikation über die Unternehmenswebseite hingegen meist noch das etwas distanziertere und förmliche Sie verwendet. Einer der Pioniere für die persönliche Kundenansprache ist IKEA - hier wird schon seit Jahrzehnten geduzt. Auch das Business-Netzwerk Xing hat sich Mitte des Jahres dazu entschieden. Insgesamt gehen knapp sieben Prozent der Untersuchten auf Tuchfühlung und duzen ihre Besucher.

Besonders offen sind Händler (19 Prozent), Markenhersteller (13 Prozent) und Unternehmen der Tourismusbranche (10 Prozent). Förmlicher geht es dagegen bei den untersuchten B2B-Unternehmen (1 Prozent) und im Finanzsektor zu (2 Prozent).

Händler und Marken setzen flächendeckend auf Paid Advertising

Das Internet bietet heutzutage eine bunte Vielfalt an digitalen Werbemöglichkeiten – von Suchmaschinenmarketing, über Programmatic Advertising bis hin zu Anzeigen in Social Media. Egal, ob man den Lifecycle eines Kunden begleiten oder neue Kundengruppen anwerben möchte, bezahlte Onlinewerbung kann vielfältig eingesetzt werden. Dies haben auch drei Viertel der 5000 Top-Unternehmen verinnerlicht und schalten SEA-, Display-, Facebook- oder Instagram-Anzeigen. Besonders aktiv sind dabei die untersuchten Händler und Markenhersteller – hier wird der Werbedruck in 91 Prozent der Fälle mit Paid Advertising unterstützt. In Anbetracht einzelner Sektoren liegen diese Werte sogar noch höher: Elektronikhandel (100 Prozent) oder Modehandel (97 Prozent). Weniger spendabel zeigt sich die Gesundheitsbranche (70 Prozent) und B2B-Unternehmen (59 Prozent).

Der Einsatz von Paid Advertising in verschiedenen Sektoren.
Der Einsatz von Paid Advertising in verschiedenen Sektoren.
(Bild: absolith Dr. Schwarz Consulting)

Große Unterschiede in der organischen Sichtbarkeit

Was früher die Gelben Seiten waren sind heute Google, Bing und Co. Egal, ob Produktsuche, Informationsgewinnung oder einfach eine brennende Frage, die unmittelbar beantwortet werden muss – Suchmaschinen sind oft die erste Anlaufstelle und aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Daher wurde im Rahmen der Studie auch untersucht, wie gut die organische Sichtbarkeit der 5000 Unternehmen ist. Hierzu wurde der SEO Visibility Index von searchmetrics herangezogen. Dass Medien ganz oben stehen, verwundert wenig – das Angebot großer Publisher wie Chip Online, Spiegel oder auch der Bild werden tagtäglich von mehreren Millionen Besuchern abgerufen und erhalten durch Dienste, wie Google News noch an zusätzlicher Online-Reichweite.

Interessant ist hingegen der Vergleich zwischen Markenherstellern und Händlern. Immer mehr Marken suchen neben den klassischen Handelspartner ebenfalls den direkten Kundenzugang oder steigen durch eigene Flagship-Stores gar in den stationären Handel ein. Vertical Brands verzichten sogar komplett auf den Vertrieb über Händler und verkaufen direkt an den Endkunden, Dennoch zeigt der Vergleich hinsichtlich der Sichtbarkeit in den organischen Suchergebnissen den großen Reichweitenvorteil, den Händler noch immer haben – so ist deren Sichtbarkeit im Schnitt fünfmal größer als die der Markenhersteller. Dies lässt darauf schließen, dass der Handel vor allem in den frühen Phasen des Kaufentscheidungsprozesses über Suchmaschinen auch weiterhin der Platzhirsch bleibt.

Quelle: absolit Dr. Schwarz Consulting

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