Werbeblocker

Elegante Maßnahmen gegen AdBlocker

| Autor / Redakteur: Enrique Nuñez / Dr. Gesine Herzberger

(Bildquelle: Pixabay, CCO Public Domain)

Der Einsatz von AdBlockern ist ein aktueller Trend bei Nutzern, um Werbeanzeigen zu vermeiden. Dadurch gehen jedoch vielen Branchen Werbeeinnahmen verloren. Welche Gegenmaßnahmen gibt es?

Der Einsatz von Werbeblockern ist im vergangenen Jahr um mehr als 40 Prozent gestiegen. Dies berichtet der 2015 Ad Blocking Report von PageFair und Adobe. Demnach gibt es weltweit fast 200 Millionen aktive Nutzer von AdBlockern. Alleine in Deutschland wuchs die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent auf 18 Millionen aktive monatliche Nutzer im zweiten Quartal 2015. Dies entspricht einem Viertel aller Internetnutzer.

Während sich die Konsumenten über das Surfen ohne vermeintlich lästige Banner freuen, leiden Unternehmen an deutlich weniger Einnahmen. Die weltweiten Kosten durch die Blockierung von Anzeigen betrugen weltweit im Jahr 2013 noch 7,2 Milliarden US-Dollar und werden 2016 auf 41,4 Milliarden US-Dollar steigen.

Betroffene Branchen

Am stärksten betroffen sind die Gaming-Anbieter, hier blockieren 26,5 Prozent der Nutzer Online-Anzeigen. Es folgen die Bereiche Soziale Netzwerke (19,1 Prozent), Technologie/Internet (17,0 Prozent), Bildung (16,9 Prozent), Sport/Freizeit (15,5 Prozent), Finanzdienste (13,3 Prozent) und Automobilbranche (11,2 Prozent).

Online-Medienhäuser verlieren durch AdBlocking 2015 weltweit 22 Milliarden US-Dollar. Und diese Einbußen steigen, da iOS 9 nun auch Werbeblocker für Safari und mobile Systeme enthält. Dies wird das B2B-Geschäft zwischen Werbebranche, -kunden und Online-Anbieter noch weiter beeinträchtigen.

Um Einnahmeverluste zu vermeiden, führte zum Beispiel Bild.de eine Sperre für Werbeblocker ein. Kaum war das System aktiv, erklärte schon ein Nutzer auf Youtube, wie es zu umgehen ist. Prompt erhielt er Post von der Anwaltskanzlei des Axel-Springer-Verlags mit einer Abmahnung. Es gibt aber inzwischen elegantere Mittel, um AdBlocking zu vermeiden.

Native Ads

Dazu zählt zum Beispiel Native Advertising. Dies umfasst bezahlte Platzierungen, die sich am Layout und Sprachstil der Plattform orientieren, auf denen sie veröffentlicht werden. Im Print-Bereich ist diese Methode als Advertorial bekannt.

Online können diese Anzeigen nicht nur als Text mit Bildern erscheinen, sondern auch als Video oder gar als Spiel. Gemäß einer Studie sehen sich 25 Prozent mehr Nutzer Native Ads im Vergleich zu klassischen Bannern an. Aber Vorsicht: AdBlocker können Native Ads erkennen, wenn diese als Drittanbieter-Inhalt publiziert werden.

Social Ads

Die Werbung auf Sozialen Netzwerken spielt ohnehin eine immer wichtigere Rolle. Nach aktuellen Schätzungen betrugen die Ausgaben dafür im Jahr 2015 weltweit 25,14 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zu Bannern kosten Social Ads weniger, treffen die Zielgruppe genauer und die Ergebnisse lassen sich in Echtzeit analysieren. Zudem weisen sie deutlich höhere Click-Through-Raten auf als Web Ads.

Jedoch: Während Social Ads heute in der Regel noch nicht von AdBlockern erkannt werden, könnte sich dies in Zukunft ändern. Zudem sind vor allem im B2B-Markt Anzeigen auf Facebook oder Twitter nicht unbedingt zielgruppenspezifisch.

Enrique Nuñez ist Marketing Manager DACH bei Rackspace.
Enrique Nuñez ist Marketing Manager DACH bei Rackspace. (Bildquelle: Rackspace)

Content Marketing

Eine weitere Alternative bildet Content Marketing. Hier steht nicht die Werbebotschaft im Vordergrund, sondern Information. Das Unternehmen wird hier in der Regel als Berater oder Experte positioniert. Da diese Angebote oft wie herkömmliche Webseiten aussehen, lassen sich ebenfalls AdBlocker umgehen.

Im B2B-Bereich bietet sich eine solche Taktik häufig an, da Einkäufer oder andere Verantwortliche in Unternehmen nur selten auf platte Slogans reagieren. So nutzen bereits mehr als 80 Prozent der B2B-Marketer Content Marketing. Trotzdem ist auch diese Variante nicht für jeden Fall geeignet.

Acceptable Ads

Falls alle Stricke reißen, gibt es noch eine vierte Möglichkeit: Viele AdBlocking-Provider bieten die Möglichkeit, sich von der Blockierung sozusagen freizukaufen. Zum Beispiel verlangt der Anbieter Eyeo für Adblock Plus 30 Prozent des zusätzlichen Werbeumsatzes für das Freischalten so genannter Acceptable Ads.

Damit stehen Unternehmen verschiedene Optionen bereit, um Adblocker zu umgehen. Doch der Wettlauf dürfte auch in diesem Bereich durch neue Technologien weitergehen.

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