Praxisbeispiel „Smart Green Island“

Makeathon – die Verknüpfung von Technologie, Bildung und Networking

| Autor / Redakteur: Paul Kho* / Georgina Bott

270 Teilnehmer aus 21 verschiedenen Staaten und 70 weltübergreifenden Universitäten haben an 27 Themen – unter anderem E-Mobilität, IoT sowie Robotik und Automatisierung – während des „Smart Green Island“ Makeathons gearbeitet.
270 Teilnehmer aus 21 verschiedenen Staaten und 70 weltübergreifenden Universitäten haben an 27 Themen – unter anderem E-Mobilität, IoT sowie Robotik und Automatisierung – während des „Smart Green Island“ Makeathons gearbeitet. (Bild: Paul Kho / ITQ)

Wie lässt sich Engineering mit Networking, Marketing und Spaß verbinden? Ein Makeathon ist die Verknüpfung davon in einem Event, das sowohl den Teilnehmern als auch den Sponsoren einen Nutzen stiftet, der weit über bisherige Recruiting-Veranstaltungen hinausgeht. Der Makeathon „Smart Green Island“ von ITQ hat es gezeigt!

Was ist ein Makeathon? Im Industrieumfeld ist ein Makeathon (von »to make« und »Marathon«) ein interaktives Format für alle Beteiligten, die Ideen haben, interdisziplinär agieren und Prototypen bauen wollen. Diese „Maker“ denken, gestalten und programmieren in Teams, wobei eines im Vergleich zur Realität losgelassen wird: die Kreativität. Es ist also die Verknüpfung von Technologie, Bildung und Networking.

Im Maschinenbau lassen sich so Unternehmen, Hochschule und Studenten zusammenbringen, die als kleinsten gemeinsamen Nenner den Spaß am Konstruieren haben. Der Aha-Effekt ist für alle enorm, da die Unterschiede zum klassischen Engineering markant sind – ideal für eine nachhaltige Kommunikation der technischen Inhalte plus dem Recruiting-Vorteil, schon früh die Bande zu den engagierten Studenten geknüpft zu haben. Sponsoren profitieren im Vergleich zu klassischen Bewerberportalen gleich dreifach, denn sie können Marke, Technologie und Fachkräftegenerierung mit diesem Eventformat gleichzeitig bespielen.

Makeathon und Networking gehen Hand in Hand

Das Lernen geht bei einem Makeathon neue Wege. Studenten aller Disziplinen, Produktmanager sowie Professoren und auch interessierte Besucher profitieren von der Teamdynamik und dem bereitgestellten technischen Equipment aus Hard- und Software, um gemeinsam praxisnahe und funktionierende Prototypen zu bauen, anzuschließen, zu programmieren und auch final in Betrieb zu nehmen – analog dem klassischen Engineering. Unkonventionelles Arbeiten, Teamdynamik und insbesondere der Spaß an der Sache bringen Ergebnisse zutage, die eigentlich ein Nebeneffekt des Events sind. Im Fokus stehen das Verständnis und die Anwendung technologischer Zusammenhänge in kurzer Zeit, so dass Technologien wie 3D-Druck, Künstliche Intelligenz mit Algorithmen sowie IoT mit Hard- und Softwaremodulen automatisch angewendet werden.

Ursprung hierfür ist ein funktionierendes Netzwerk aus Industriekontakten, die bereit sind, neue Wege beispielsweise für Software Engineering zu testen. Zweiter Baustein sind Hochschulkontakte, die ihre Studenten auf solche Makeathons loslassen, um deren Kreativität und Praxisnähe zu unterstützen. Drittes Element sind reizvolle Herausforderungen aus der Industrie, die sich in so einem Format innovativ umsetzen lassen. Dafür braucht man ein geschultes Organisationsteam mit viel Toleranz und Einsatz, das als Klammer für den Makeathon die Fäden in der Hand hält. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der physische Raum für die Teamarbeit und deren Kreativität, denn Räumlichkeiten, Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten wirken direkt auf die Teilnehmer ein.

„Smart Green Island Makeathon“ auf Gran Canaria

Wie neue Ideen für eine digitale Zukunft aussehen können oder wie Recruiting begabter Entwickler im Wettstreit um talentierte Fachkräfte funktionieren kann, hat ITQ im Februar 2019 auf Gran Canaria eindrucksvoll gezeigt. Der „Smart Green Island Makeathon“ hat nun zum dritten Mal stattgefunden, bei dem Lösungen von Umweltproblemen im Mittelpunkt standen. Insgesamt 400 Gäste, davon 270 Teilnehmer aus 21 verschiedenen Staaten und 70 weltübergreifenden Universitäten haben an 27 Themenstellungen mitgemacht, deren Fragestellungen sich um E-Mobilität, IoT sowie Robotik und Automatisierung drehten. Softwarelösungen und App-Entwicklungen als auch Robotik-Kinematiken sind mit Sponsoren wie MathWorks, B&R, AMK und Beckhoff unterstützt worden. Unternehmen wie die Software Factory haben aktiv an den Projekten mitgewirkt und aktuelle Technologien per Monitoring und Training unterstützt. Neopac hat sogar diverse Fragestellungen mitgebracht, die gesellschaftliche Herausforderung in der Medikation thematisiert haben.

Die Ergebnisse aus den Projekten finden Sie hier: Vorstellung der 27 Makeathon Teamprojekte.

Was einen Makeathon erfolgreich macht

Das Konglomerat aus internationalen Beobachtern, Verbänden, Journalisten sowie Politikern und den erwähnten Unternehmen beziehungsweise Hochschulen hat enorm Rückenwind für den Makeathon erzeugt, so dass die Veranstaltung an anderen, internationalen Orten wiederholt wird. Für 2020 sind bereits jetzt konkrete Makeathon-Planungen sowohl auf Gran Canaria als auch auf Messen in Deutschland geplant.

Erwähnenswert sind noch zwei Punkte: Zum einen vernetzen sich die Teilnehmer untereinander für weitere Projekte inklusive einer Weiterführung angefangener Projekte. Zum anderen nutzen sowohl Studenten als auch die beteiligten Unternehmen die Kontakte für Bewerbergespräche und/oder Projektarbeiten à la Bachelor oder Master.

Um einen Makeathon erfolgreich zu organisieren, benötigt man aus Sicht von ITQ genügend Vorlaufzeit, ein spontanes wie auch erfahrenes Orgateam sowie Sponsoren und ein Netzwerk. Wichtig ist, dass von der Planung eines solchen Events alle Beteiligten profitieren: Egal, ob ein Makeathon von der Rekrutierung neuer Mitarbeiter, der Entwicklung einer neuen Produktlösung oder der Ideenfindung für die Zukunft des Unternehmens dient – meist entsteht eine Win-Win-Situation voller Inspirationen und Innovationen.

* Paul Kho ist Freier Fachjournalist.

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