Accelerated Learning Fachkräfte – so minimieren Sie Fluktuation und halten Talente

Autor / Redakteur: Philipp Leipold* / Georgina Bott

Jeder zweite Angestellte in Deutschland ist unzufrieden mit seiner Arbeit. Für Unternehmen sollte dies ein Weckruf sein. Mit sogenannten Neuqualifizierungsprogrammen halten Firmen ihre Talente zufrieden und minimieren damit Fluktuation.

Mithilfe von Neuqualifizierungsprogrammen geben Unternehmen ihren Talenten einen Grund zu bleiben.
Mithilfe von Neuqualifizierungsprogrammen geben Unternehmen ihren Talenten einen Grund zu bleiben.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Millennials wollen Wandel, Babyboomer sehnen sich nach Rente

Die Gründe der Unzufriedenheit im Job sind vielseitig. Dazu gehören unter anderem Gehalt, schlechte Arbeitsatmosphäre, Unternehmenskultur, Stillstand und Langeweile. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die Anfang 2020 veröffentlicht worden ist. Insbesondere Millennials sowie die Generation Z verspüren Stillstand und Langeweile. Sie erhoffen sich Veränderung, neue Herausforderungen. Zum Vergleich: 52 Prozent der Babyboomer (geboren Mitte der 1950er bis Ende der 1960er) möchten keine Änderungen ihrer Arbeitswelt. Demgegenüber stehen 67 Prozent der Millennials, die sich einen Wandel wünschen.

Diese Diskrepanz resultiert daraus: Während die Babyboomer kurz vor ihrer Rente stehen, liegt diese für die Millennials noch in weiter Ferne. Ein Teufelskreis für Unternehmen. Lang gediente Talente scheiden wegen Renteneintritts aus der Arbeitswelt aus. Neue, ambitionierte Talente verlassen zeitgleich ebenfalls die Unternehmen – aus Langeweile, aus dem Wunsch heraus, neue Herausforderungen zu meistern. Mithilfe von Neuqualifizierungsprogrammen geben Unternehmen ihren Talenten aber einen Grund zu bleiben.

Neuqualifizierungsprogramme halten Talente, sind kostengünstig und ein Mittel gegen Fachkräftemangel

Vorweg: Wenn Unternehmen an Weiter- und Neuqualifizierungsprogramme denken, schwingen unter anderem die Punkte „Dauer der Maßnahmen” sowie „kostspielig” mit. Dem ist aber nicht so. Heutzutage ziehen sich jene Programme nicht über mehrere Monate hinweg. Aus diesem Grund ist die Ausfallzeit für Teilnehmer solcher Maßnahmen minimal. Dadurch reduzieren sich auch die Gesamtkosten für solche Programme.

Möglich macht dies das sogenannte evidenzbasierte Accelerated Learning (beschleunigtes Lernen): Innerhalb von 12 Wochen werden Quereinsteiger oder eben Mitarbeiter mit dem Wunsch nach neuen Herausforderungen zu umfänglich einsetzbaren Fachkräften ausgebildet – zum Beispiel im IT-Bereich, um dann in ebenjener Abteilung eines Unternehmens unterzukommen. Es findet also nur ein Abteilungs- anstatt ein Arbeitgeberwechsel statt. Accelerated Learning funktioniert. Wir zum Beispiel verzeichnen über 2.000 erfolgreiche Teilnehmer unserer Weiter- und Neuqualifizierungsprogramme. Von diesem beschleunigten Lernen ist bereits die Tochter von der Deutschen Telekom AG T-Mobile Poland überzeugt. Das polnische Mobilfunkunternehmen nutzt das Accelerated Learning, um neue IT-Fachkräfte auszubilden – aus einem Pool seiner Angestellten.

Vorwissen für Neuqualifizierungsprogramme spielt keine Rolle

Bei der Auswahl der richtigen Angestellten spielen weder Vorwissen noch vorheriges Einsatzgebiet eine entscheidende Rolle. Sie stellen eher ein Nice-to-have dar. Die Gründe: Der Lerninhalt knüpft nicht an die Bedingung, eine bestimmte Fachkenntnis nachzuweisen. Alle Teilnehmer beginnen beim Lernen der fachlichen Themen sozusagen bei null. Motivation der Mitarbeiter ist der wichtige Faktor für die Teilnahme an Weiter- und Neuqualifizierungsprogrammen auf Basis von Accelerated Learning. Um zu gewährleisten, dass motivierte Angestellten weiter- und neuqualifiziert werden, stehen intensive Interviews auf dem Plan. Dazu gehört unter anderem das sogenannte Behavior Description Interview (BDI), das auf Forschung in der Personal-Psychologie fußt. Kurz erklärt: Es handelt sich um ein persönliches Gespräch, welches auf die Kompetenzen der Teilnehmer in spe abzielt. Diese evidenzbasierten Interviews gewährleisten, dass ausschließlich motivierte Angestellte an den Accelerated Learning-Programmen teilnehmen und diese erfolgreich bestehen.

Mithilfe solcher Programme halten Unternehmen also Talente, die nach neuen Herausforderungen suchen. Sie sind währenddessen weiterhin festangestellt und erhalten ihren Lohn. In welchem Fachbereich Firmen interessierte Mitarbeiter weiter- und neuqualifiziert lassen sollten? Programme auf Basis von Accelerated Learning sind nicht fachgebunden. Unternehmen erhalten ihre Trainings maßgeschneidert auf ihre Bedürfnisse. Das bedeutet, Mitarbeiter zu IT-Fachkräften weiter- und neu zu qualifizieren ist aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung eine sichere Wette. Übrigens: Sollten Unternehmen den Bedarf an Programmteilnehmern aus dem eigenen Personal nicht decken, so ist natürlich auch eine externe Rekrutierung von künftigen neuen Fachkräften möglich.

* Philipp Leipold ist Geschäftsführer der AW Academy Germany GmbH.

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