Umfrage „CDO Insights“

Fehlende digitale Fähigkeiten von Mitarbeitern bremsen Digitalisierung aus

| Redakteur: Georgina Bott

Fehlende digitale Fähigkeiten von Mitarbeitern und Führungskräften sind laut der Umfrage „CDO Insights“ das größte Digitalisierungs-Hindernis.
Fehlende digitale Fähigkeiten von Mitarbeitern und Führungskräften sind laut der Umfrage „CDO Insights“ das größte Digitalisierungs-Hindernis. (Bild: gemeinfrei / Pexels)

Da die Digitalisierung aktuell eines der investitionsstärksten Unternehmensziele darstellt, erweitern viele Unternehmen ihre Führungsriege um einen Chief Digital Officer (CDO). Eine Umfrage unter diesen zeigt nun das größte Hindernis der Digitalisierung auf: fehlende digitale Fähigkeiten von Mitarbeitern und Führungskräften.

Die Umfrage „CDO Insights“ von diva-e zeigt erste Erfolge der digitalen Entwicklung in Unternehmen auf. Aber auch Chancen und Hürden der Digitalisierung in deutschen Unternehmen wurden bei den Mitgliedern des CDO Executive Circle, dem rund 40 Prozent aller deutschen CDOs angehören, im Rahmen der Studie abgefragt. Demnach sind fehlende digitale Fähigkeiten von Mitarbeitern und Führungskräften die größte Hürde in der Digitalisierung eines Unternehmens. Außerdem sagen fast 28 Prozent der deutschen CDOs aus, dass sie noch keine durchgängige Digitalstrategie in ihrem Unternehmen verankert haben. Potenzial sehen die Befragten hinsichtlich der Digitalisierung vor allem in der Verbesserung von Produkt- und Servicequalität.

Jahresbudgets für Digitalisierung steigen

Die Hauptaufgabe des CDO ist – zumindest sehen 72 Prozent der Befragten dies so – die Formulierung einer klaren, übergreifenden Digitalstrategie für das Unternehmen. Mehr als zwei Drittel der Befragten konnten dies schon erfolgreich realisieren. Doch in 28 Prozent der deutschen Unternehmen geht der digitale Wandel momentan weniger strukturiert vonstatten, da es noch keine übergreifende Digitalstrategie gibt.

Für die Realisierung ihrer Ziele steht etwa 40 Prozent der CDOs ein Jahresbudget von einer bis zehn Millionen Euro zur Verfügung, weitere 32 Prozent verantworten mehr als zehn Millionen. Dass die Unternehmensführung die hohe Relevanz digitaler Bemühungen erkannt hat, sieht man daran, dass das Budget bei rund der Hälfte der Befragten jährlich um rund 10 Prozent zum Vorjahr stieg.

Herausforderungen für Unternehmen bei der Digitalisierung

Trotz Digitalstrategien und höherer Investitionsbereitschaft hebt die Umfrage auch Herausforderungen hinsichtlich der Digitalisierungsbemühungen deutscher Unternehmen hervor. 71 Prozent der CDOs sehen die fehlenden digitalen Fähigkeiten von Mitarbeitern und Führungskräften als Hindernis für ein schnelles Voranschreiten der Digitalisierung. Rund zwei Drittel der Befragten halten die herrschenden Unternehmensstrukturen nach wie vor für zu starr. 61 Prozent empfinden eine Art Hauruck-Mentalität als hinderlich: Sie kritisieren, dass zu viele digitale Projekte gleichzeitig gestartet werden oder zu viele Prioritäten miteinander konkurrieren.

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„Das jährlich wachsende Millionenbudget zeigt: CDOs kommt eine Schlüsselrolle bei der Digitalisierung in deutschen Unternehmen zu. Einige Hürden der digitalen Transformation – etwa ein fehlendes digitales Mindset – sind nur mittel- bis langfristig signifikant lösbar, weshalb die Relevanz der Position eines CDOs als digitale Triebfeder noch einige Jahre erhalten bleiben wird“, ergänzt Albert Brenner, Head of Strategy Consulting bei diva-e.

Top-Themen unterscheiden sich nach Branche

Die Umfrage „CDO Insights“ macht deutlich, dass sich die Top-Themen der Digitalisierung je nach Branche unterscheiden. Sehr spezifisch sind sie im Automobilsektor, wo die Unternehmen sich auf die Ziele autonomes Fahren und Smart Cars konzentrieren. An dritter Stelle erst werden Daten und Datenanalyse genannt – was für die Industrie wiederum höchste Priorität hat. B2C-Branchen wie Handel- und Konsumgüter werden zudem mehr Fokus auf digitalen Vertrieb und digitales Marketing legen. Das Internet of Things wird zwar branchenübergreifend als größter Trend erkannt, jedoch hat es 2019 bei keinem Unternehmen der befragten CDOs Priorität.

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Digitalisierung bietet Möglichkeit zur Verbesserung

Neue Chancen sehen die CDOs vor allem in den Bereichen Kundenansprache und -beziehungen, beides soll direkter und individueller werden und letztendlich in mehr Kundenzufriedenheit resultieren. Verbesserung und Innovationen auf Produkt- und Serviceebene sind laut Aussagen der CDOs weitere erfolgversprechende Bereiche. Realisieren konnten die meisten CDOs bisher eine Verbesserung des Recruitings sowie der internen Vernetzung. Projekte zur Stärkung der Brand und die individuelle Kundenansprache sind überwiegend weit vorangeschritten.

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* An der Umfrage nahmen Vertreter der sieben wichtigsten Wirtschaftsbranchen, allen voran Industrie, Handel & Konsumgüter, Automobil und Medien teil. Alle Teilnehmer sind Mitglied des CDO Executive Circle. Die meisten der Befragten stammen aus Unternehmen mit 4.000 bis 10.000 Mitarbeitern. Mehr als 41 Prozent sind in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von einer bis fünf Milliarden Euro beschäftigt, 31 Prozent in Unternehmen mit einem Umsatz von 250 Millionen bis eine Milliarde.

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