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Abschlussbericht Studie „Mobiles Arbeiten“ Fit für die mobile Arbeitswelt?

| Redakteur: Dr. Gesine Herzberger

Wer von mobiler Arbeit spricht, denkt meist an Bürojobs. Doch die Einsatzszenarien sind weit umfangreicher: Mobiles Arbeiten wird für weite Teile der Belegschaften Normalität. Heute sind etwas mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter mobil tätig. Laut der Studie „Mobiles Arbeiten“ hat dies Vor- und Nachteile – für Arbeitgeber und Beschäftigte.

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Draußen im Grünen, im Besprechungsraum nebenan, Zuhause auf dem Sofa – mobiles Arbeiten bedeutet, dort zu arbeiten, wo man gerade ist und wo gerade Arbeit anfällt. Welche Vor- und Nachteile das mit sich trägt, zeigt die aktuelle Studie „Mobiles Arbeiten“.
Draußen im Grünen, im Besprechungsraum nebenan, Zuhause auf dem Sofa – mobiles Arbeiten bedeutet, dort zu arbeiten, wo man gerade ist und wo gerade Arbeit anfällt. Welche Vor- und Nachteile das mit sich trägt, zeigt die aktuelle Studie „Mobiles Arbeiten“.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Ärzte führen Besprechungen am Patientenbett mithilfe von Tablets durch, Piloten tragen einen „elektronischen Pilotenkoffer“ mit sich herum und die Maschinensteuerung in der Fabrik erfolgt inzwischen oft mobil. Auch im Handwerk ist das Outdoor-Smartphone gang und gäbe. Bereits mehr als die Hälfte der Beschäftigten sind vorwiegend oder sogar ausschließlich mobil an wechselnden Arbeitsplätzen tätig. Größtenteils gehen sie innerhalb und außerhalb des Unternehmens an wechselnden Arbeitsplätzen der mobilen Tätigkeit nach, so ein zentrales Ergebnis der Studie „Mobiles Arbeiten“.

Mobile Worker sind oft im eigenen Betrieb unterwegs

Laut den Studienautoren von Messeveranstalter spring Messe Management, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin), der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) sowie dem Büro für Arbeits- und Organisationspsychologie (bao GmbH) ist die Vorstellung, dass Mobile Worker hauptsächlich unterwegs, im Café oder im Park arbeiten, bislang nicht das vorwiegende Szenario. Auch Homeoffice sei nur ein Teil dessen, was mobiles Arbeiten heute ausmache. „Arbeitnehmer sind dort tätig, wo sie gerade aufgrund von Terminen, aktuellen Teamzusammensetzungen oder ihrer Work-Life-Balance sein müssen – also sehr häufig auch an wechselnden Orten im eigenen Betrieb“, so Prof. Dr. Jochen Prümper von der HTW Berlin.

Mobile Arbeit ist Segen und Fluch zugleich

Die Arbeitssituationen und ergonomischen Rahmenbedingungen IT-gestützter, mobiler Arbeit sind der Studie zufolge in mancher Hinsicht sogar besser als bei stationärer Arbeit. Mobile Worker profitieren demnach insbesondere von der Dauer, Lage und Verteilung der Arbeitszeit. Mehr als die Hälfte der Befragten sehen bessere oder viel bessere Gestaltungsmöglichkeiten.

„Mobile Arbeitsplätze bieten viele neue Möglichkeiten für Beschäftigte, ihre Aufgaben und Tätigkeiten flexibler zu erledigen. Deswegen ist vor allem wichtig, dass die Beschäftigten lernen, mit diesen neuen Freiheiten umzugehen“, ist Ralf Hocke, Geschäftsführer von spring Messe Management, überzeugt. Doch gleichzeitig kann ein mobiles Arbeitsumfeld auch Nachteile für Arbeitnehmer haben. „Da Mobile Worker häufig ihren Arbeitsort verlagern, sind sie wechselnden physikalischen Faktoren wie Licht, Temperatur und Klima ausgesetzt. Wählen sie ungewöhnliche Arbeitsorte, erfüllt das Mobiliar bisweilen nicht die Ergonomie-Standards“, so Prof. Prümper. Hinzu kämen oft ein ablenkendes Umfeld und unvorhersehbare akustische Störquellen. Sehr viele Mobile Worker berichteten über psychische Symptome wie Anspannung, vorzeitige Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder gesteigerte Reizbarkeit.

Gefährdungsbeurteilung: KMU tun sich am schwersten

Ein entsprechender Gesundheitsschutz – das zeigt die Studie ebenfalls – ist eine offene Flanke. Für mobile IT-Arbeitsplätze haben bisher die wenigsten Unternehmen eine Gefährdungsbeurteilung gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz vorgenommen. Drei Viertel der Betriebe führen diese nur teilweise oder gar nicht durch. Besonders große Versäumnisse räumen die Befragten in Bezug auf die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung durch mobile Arbeit ein.

Während eine Mehrheit der sehr großen Unternehmen (≥ 3000 Beschäftigte) Gefährdungsbeurteilungen ihrer Arbeitsplätze im Allgemeinen voll und ganz durchgeführt hat (62,4 Prozent), nimmt diese Zahl bei den kleineren Unternehmen sukzessive ab. An mobilen IT-Arbeitsplätzen schneiden Organisationen aller Größen schlecht ab, doch auch hier zeigt sich eine Differenzierung. Sehr große Unternehmen haben nur zu 37,6 Prozent Gefährdungsbeurteilungen speziell für ihre mobilen Bildschirmarbeitsplätze durchgeführt, große zu 24,5 Prozent, sehr kleine zu 29,3 Prozent, kleine zu 20,3 Prozent und mittlere zu 15,5 Prozent. Demnach tun sich kleine und mittlere Unternehmen bei diesem Thema am schwersten.

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