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E-Commerce Fünf Wege, wie Progressive Web-Apps die Conversion Rate steigern

| Autor / Redakteur: Lukas Jeznach* / Julia Krause

Progressive Web-Apps (PWAs) bieten aus unternehmerischer Perspektive viele Vorteile – vor allem die bessere Conversion Rate ist ein entscheidendes Argument für Online-Händler. Dabei gibt es gleich mehrere Wege, wie PWAs diese Steigerung ermöglichen und dadurch die Zukunft des mobilen E-Commerce verändern werden.

Immer mehr E-Commerce-Händler setzen auf Progressive Web-Apps – und das aus gutem Grund.
Immer mehr E-Commerce-Händler setzen auf Progressive Web-Apps – und das aus gutem Grund.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Immer mehr E-Commerce-Händler setzen auf Progressive Web-Apps – und das aus gutem Grund. Top-Player wie FlipKart und Alibaba konnten mit ihren PWAs bereits nachweislich eine deutliche Steigerung der Rückhalte- und Conversion-Raten erreichen. Das heißt, die Zahl der Kunden eines Onlineshops, die den Kauf tatsächlich durchführen und ihn nicht vorzeitig – zum Beispiel bei Schwierigkeiten im Bezahlvorgang – abbrechen, ist signifikant durch den Einsatz von PWAs gestiegen. Wie macht die neue Technologie diese Verbesserung möglich? Um das zu verstehen, muss zunächst geklärt werden, was PWAs überhaupt sind.

Progressive Web Apps – Was ist das?

Bei Progressiven Web-Apps handelt es sich um Anwendungen, die in Web-Technologien (JavaScript, CSS, HTML) geschrieben wurden und daher wie normale Webseiten aussehen und sich auch so verhalten. Gleichzeitig bieten sie aber auch ähnliche Funktionen wie native Apps: Sie arbeiten offline, können Push-Benachrichtigungen senden und Gerätehardware wie native Apps nutzen. Mit anderen Worten: PWAs verbinden die jeweils besten Eigenschaften von Webseiten und mobilen Apps.

Obwohl sie wie Apps auf dem Homescreen gespeichert werden, belegen sie deutlich weniger Speicherplatz. Eine Doppelentwicklung für iOS und Android ist ebenfalls nicht notwendig, denn sie laufen plattformunabhängig mit ein und derselben Codebasis. Dementsprechend können PWAs auch günstiger und schneller programmiert werden. Bei der Erstellung eines Shops mit PWA-Technologie lassen sich bis zu 75 Prozent Kosten im Vergleich zu einer nativen App einsparen – sowohl für die Entwicklung als auch für die Wartung. Regelmäßige Updates müssen Händler ebenfalls nicht mehr separat auf der Webseite und in der App durchführen, denn alle Daten stammen von der gleichen Quelle.

Fünf Wege, wie Progressive Web-Apps die Conversion Rate steigern

Diese Eigenschaften von Progressiven Web-Apps bieten Unternehmen zahlreiche Vorteile. Doch PWAs lösen vor allem die größte Herausforderung, die sich Online-Händlern im Mobile-First-Umfeld stellt: Die Verbesserung der Conversion Rate. Warum Kunden bei PWAs deutlich seltener abspringen als bei Apps oder Webseiten, erklärt sich aus mehreren Gründen.

  • 1. Im Gegensatz zu mobilen Webseiten bleiben PWAs auch offline erreichbar, sodass Nutzer auch ohne Internetverbindung auf die Onlineshops weiter zugreifen können. Besonders in ländlichen Regionen mit vielen Funklöchern sowie bei Zugfahrten, bei denen das Netz kommt und geht, stellt dies einen großen Vorteil für Kunden da – und schlägt sich dementsprechend in der Conversion Rate nieder.
  • 2. Obwohl native Apps eine gute User Experience (UX) bieten, sind Kunden immer seltener bereit, sie über den Umweg des App Stores oder Google Play zu installieren. PWAs bieten dieselbe gute UX und lassen sich gleichzeitig viel einfacher direkt aus dem Browser herunterladen.
  • 3. PWAs benötigen ebenso geringeren Speicherplatz – 80 bis 90 Prozent weniger als native Apps. Kunden schrecken so viel seltener wegen Speicherplatzmangel vor einer Installation zurück und nutzen das Angebot der Online-Händler dementsprechend häufiger.
  • 4. PWAs laden besonders schnell – ein entscheidender Faktor für eine gute Conversion Rate. So haben Untersuchungen ergeben, dass Nutzer von mobilen Endgeräten die Hälfte aller Besuche abbrechen, wenn das Laden der Webseite drei Sekunden oder länger dauert.
  • 5. Die schnellere Ladezeit von PWAs reduziert weiterhin die Serverauslastung. So sinkt die Gefahr eines Absturzes oder einer Verlangsamung in Zeiten mit hohem Traffic, wie zum Beispiel Black Friday.

Durch all diese Vorteile sorgen PWAs dafür, dass Online-Käufe seltener abgebrochen werden und die Transaktionen auch über mobile Endgeräte stetig steigen. Dies sollte alle Online-Händler aufhorchen lassen, denn Mobile First ist ihre wichtigste Strategie für die Zukunft. Die Nutzung von mobilen Endgeräten wächst von Jahr zu Jahr und bietet ein gewaltiges Potential für E-Commerce, das bis jetzt aber noch kaum ausgenutzt wird. Denn nach wie vor werden die meisten Online-Käufe am Desktop abgeschlossen. Mit dem zunehmenden Einsatz von PWAs könnte sich das bald ändern und der Siegeszug von Mobile First eingeleitet werden.

* Lukas Jeznach ist Managing Director des Softwareanbieters Divante.

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