Agilität in Unternehmen – Teil 1

Gut überlegt zum richtigen Mindset

| Autor / Redakteur: Wolfram Müller / Georgina Bott

Gelingt einem Unternehmen die wirksame Umsetzung, trägt Agilität maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Daher sollte die Umstellung gut geplant sein.
Gelingt einem Unternehmen die wirksame Umsetzung, trägt Agilität maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Daher sollte die Umstellung gut geplant sein. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Gelingt einem Unternehmen die wirksame Umsetzung, trägt Agilität maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Die Mitarbeiter sind motivierter, Kreativität wird gefördert und nachhaltiger Kundennutzen entsteht. Aber nicht immer ist die Umstellung erfolgreich.

Nur wer Projekte und Veränderungen mit einer hohen Geschwindigkeit stemmt, kann im digitalen Wandel bestehen. Unternehmen versuchen, möglichst rasch durch Agilität die Performance zu steigern. Dabei wird jedoch übersehen, dass sich agil nicht für alle Projekte eignet beziehungsweise agile Methoden alleine manchmal nicht ausreichen. Es ist wichtig, im Vorfeld bestimmte Fragen zu klären. Welche Situation liegt vor? Welches Mindset soll erreicht werden? Welche Hürden sind zu bewältigen? Welche alten Zöpfe müssen zuerst abgeschnitten werden? Erst nach Beantwortung der Fragen sollte die Auswahl der richtigen Methoden erfolgen, ob agil oder klassisch.

Agilität nicht überstürzen

Vielen Unternehmen ist die Dringlichkeit und Notwendigkeit der agilen Transformation bewusst, sie wissen um den Hype, der im Businesskontext zurzeit immer mehr um sich greift. In aller Schnelligkeit satteln sie um, in der Hoffnung, endlich flexibler, beweglicher, lebendiger zu werden – und innovativer als die Konkurrenz. In dieser Kurzschlussreaktion werden aber oftmals Fehler gemacht, sodass der angestrebte Erfolg eines nachhaltigen Wachstums ausbleibt.

Mindset als wichtiger Faktor

Unentbehrlich ist ein agiles Mindset. Dieses geht über Methoden hinaus und besteht aus vielen Aspekten. Unternehmen müssen sich zuerst einmal fragen „Was will ich erreichen?“ Passt die Vision des maximalen Kundennutzens, indem man schnell genau das Richtige tut, wirklich zu mir und meinem Markt. Ein agiles Mindset spricht hier weniger für ein konservatives Bild. Vielmehr stehen agile Unternehmen für eine progressive Richtung, sind in vielerlei Hinsicht Veränderer und Vorreiter. Bei den Werten steht ganz klar der Mensch im Mittelpunkt. Zudem liegt der Fokus auf der Erzeugung von etwas Nützlichem. Ein weiterer Punkt sind die Fähigkeiten von sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern, miteinander klar und konkret zu kommunizieren. Kooperation und Reflexion sollten ein Begriff sein. Der Hauptaspekt liegt allerdings darauf, täglich imstande zu sein, sein Produkt zu bauen. Erst danach geht es um Methoden beziehungsweise Verhalten. Die Methoden sorgen dafür, dass sich jeder seiner Aufgaben bewusst ist und der Work-Progress begrenzt ist. Somit kann mithilfe gemeinsamer Planung und täglicher Kontrolle des Fortschritts für schnelle Iterationen gesorgt werden.

Fauxpas vermeiden

Richtig durchgeführte Agilität ist eine Bereicherung für das Unternehmen. Es gilt jedoch, einige mögliche Stolpersteine zu beachten.

  • 1. Das Mindset des Unternehmens muss zum agilen Konzept passen. Im Zweifel lieber einen Methodenmix aus klassisch und agil anwenden.
  • 2. Agile Arbeitsweise ist leistungsfähig. Sind Teile des Unternehmens langsamer, kann das Konzept nicht funktionieren. Unbedingt das große Ganze im Blick haben.
  • 3. Das Produkt muss täglich „gebaut“ werden können. Das Feedback des Kunden ist dabei unverzichtbar. Eine Automatisierung des Prozesses ist unentbehrlich, ebenso wie die Überzeugung der Mitarbeiter.
  • 4. Es darf kein negatives Multitasking erzeugt werden. Agil bedeutet, dass Ressourcen auf Arbeit warten. Es darf also weder der Engpass noch einen andere Ressource im Unternehmen überbelastet sein!

Agilität kann nur dann eine Bereicherung für ein Unternehmen sein, wenn sie richtig umgesetzt wird. Die Methoden müssen auf die jeweiligen Bedürfnisse des Unternehmens angepasst und zugeschnitten werden und in manchen Fällen mit den klassischen Methoden kombiniert werden. Dann bringt die Umstellung große Vorteile. Nachhaltiges wachsen und Steigerung von Umsatz und Gewinn sind nur einige davon.

Vorschau auf Teil 2

Im zweiten Teil dieser Serie erhalten Sie eine Checkliste für eine reibungslose Umstellung in Ihrem Unternehmen. Teil 2 erscheint am Freitag, den 06.10.2017 hier auf marconomy.de.

Wolfram Müller ist Sales Director bei VISTEM.
Wolfram Müller ist Sales Director bei VISTEM. (Bild: Vistem GmbH & Co. KG)

Über den Autor

Wolfram Müller ist Sales Director bei VISTEM und verantwortlich für die Integration agiler Projektmanagement-Methoden unter Nutzung von Critical Chain.

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