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Arbeitswelt im Wandel Homeoffice – vom jährlichen Experiment zum Dauerzustand

Autor / Redakteur: Kathleen Jaedtke* / Lena Müller

Jedes Jahr schickt HubSpot seine Mitarbeiter für eine Woche aus den Büros, und an die Arbeitsplätze ihrer Wahl. Dass das Experiment in diesem Jahr einen Dauerzustand einläuten würde, damit hätte wohl niemand gerechnet. Umso mehr zahlt sich jetzt aus, worauf früh genug vorbereitet wurde.

Ein Bild, wie man es zurzeit viel auf Social Media sieht. Damit es auch ohne Krise zukünftig erfolgreich im Homeoffice läuft, müssen Unternehmen an ihrer Kultur arbeiten.
Ein Bild, wie man es zurzeit viel auf Social Media sieht. Damit es auch ohne Krise zukünftig erfolgreich im Homeoffice läuft, müssen Unternehmen an ihrer Kultur arbeiten.
(Bild: HubSpot_Remote)

Einige Arbeitgeber in der Digitalbranche stellen sich in diesen Tagen die gleiche Frage: Kann es ein Unternehmen verkraften, wenn mehrere hundert Angestellte gleichzeitig remote arbeiten? Die Frage ist oftmals berechtigt, denn viele von ihnen haben zwar vereinzelt Mitarbeiter, die ab und zu von zu Hause arbeiten, aber selten waren es alle auf einmal. Bei HubSpot legen wir schon seit vielen Jahren großen Wert auf Remote Working. Regelmäßige Remote Weeks helfen uns, Vorurteile und Herausforderungen gegenüber dem Arbeiten außerhalb des Büros auszuräumen und bestmöglich zu bewältigen. Mitte Februar 2020 fand die letzte Aktion dieser Art statt. Mehr als 300 Kollegen aus den weltweiten Marketing-Teams arbeiteten außerhalb ihres Büros. Während einige von ihnen bereits Erfahrungen im Homeoffice hatten, war es für andere neu, ihrem Job eine Woche am Stück von daheim oder einem anderen Ort nachzugehen. Die folgenden Learnings werden die künftige Zusammenarbeit mit remote-arbeitenden Kollegen und auch die eigene Arbeit im Homeoffice erleichtern.

Arbeit und Leben lassen sich leichter integrieren

Bei HubSpot arbeiten mehr als 400 der über 3.700 Mitarbeiter Vollzeit remote. Die meisten haben sehr gute Gründe dafür: Sie vermeiden einen Umzug mit ihrer Familie, müssen keine laufenden Strukturen aufbrechen und können sich ihre Zeit für Hobbies frei einteilen. Damit haben remote-arbeitende Kollegen die Flexibilität, um Lebens- und Arbeitsbereiche leichter miteinander zu vereinbaren.

Produktivität profitiert

Daheim lässt man sich schnell ablenken und macht häufiger ein Päuschen, heißt es oft. Und ganz falsch, ist diese Aussage nicht. Laut einem Report von HubSpot besuchen 51 Prozent der Kollegen im Homeoffice mehrmals täglich Instagram. Auf der anderen Seite bestätigen mehrere Studien, wie beispielsweise eine aktuelle von trendence, dass Mitarbeiter im Homeoffice produktiver arbeiten – in diesem Fall meinten das 64,9 Prozent. Der Mythos, dass im Homeoffice weniger gearbeitet und mehr Netflix geschaut wird, stimmt also nicht. Ganz im Gegenteil, viele remote-arbeitende Kollegen müssen sich mit Hilfe von Apps an die Mittagspause oder den Feierabend erinnern. Inken Kuhlmann-Rhinow, Marketing Director EMEA bei HubSpot arbeitet beispielsweise Vollzeit remote und leitet ihr 11-köpfiges Team aus dem Homeoffice. Trotz vieler Jahre Erfahrungen, wenn es um Homeoffice geht, nutzt sie verschiedene Apps, die sie regelmäßig an Trinken und Bewegung erinnern.

Mehr Kommunikation als sonst

Während sich Kollegen im Büro schnell etwas über den Tisch zurufen können, sieht das im Homeoffice ganz anders aus. Vielen Mitarbeitern ist es im Homeoffice laut einer HubSpot Studie oftmals zu einsam. 20 Prozent der befragten remote-Kollegen fühlen sich täglich allein und 29 Prozent sehen den Mangel an sozialen Kontakten und die fehlende Kommunikation mit den Kollegen als größtes Problem.

Auf verschiedenen Social-Media-Kanälen sieht man in Zeiten von Corona viele Beispiele, die auch unabhängig von Quarantäne gegen die Einsamkeit helfen. Anstatt sich mit Freunden in einem Café zu verabreden, werden Videochats mit mehreren Leuten gestartet. Auch im Arbeitsumfeld ist das möglich – so können sich Kollegen für kurze Anrufe verabreden und über die aktuellen Aufgaben oder andere Themen in einem lockeren Umfeld sprechen. Und auch bestimmte Rituale lassen sich meistens gut digitalisieren – Geburtstagskarten lassen sich beispielsweise in Form von E-Karten mit Nachrichten von jedem aus dem Team verschicken und das gemeinsame Mittagessen am Freitag lässt sich problemlos vor der Webcam abhalten.

Wo geht die Reise hin?

In vielen Artikeln wird darüber geschrieben, dass die aktuelle Situation – trotz aller Schwierigkeiten – eine echte Chance für alle Homeoffice-Verfechter ist. Dem stimmen wir zu. Zum einen profitieren Unternehmen langfristig von zufriedeneren und produktiveren Mitarbeitern, die sich auch ohne Krise ihre Zeit für Familie und Hobby flexibel einteilen können. Zum anderen können sie unabhängig vom Standort die richtigen Talente finden. Denn derzeit sieht die Realität oftmals so aus, dass Unternehmen weniger qualifizierte Personen einstellen, nur weil sie entweder bereits vor Ort sind oder einem Umzug zustimmen.

Damit nach der Krise allerdings nicht alles zum Alten zurückkehrt und Homeoffice wieder nur zur Ausnahme und nicht zur Regel wird, sind Arbeitnehmer und Arbeitgeber jetzt gefragt. Arbeitnehmer müssen beweisen, dass Aufgaben zuverlässig erledigt werden und das Engagement auch außerhalb des Büros nicht abbricht. Arbeitgeber müssen gewährleisten, dass alle Mitarbeiter die gleiche technische Ausstattung haben und dass durch regelmäßige Team-Calls oder andere virtuelle Aktionen eine gute Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Teams stattfindet.

*Kathleen Jaedtke leitet als Regional Marketing Manager DACH ein deutschsprachiges Team von Marketern bei HubSpot.

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