Website-Relaunch In vier Schritten zu einer besseren User Experience

Autor / Redakteur: Alexander Dohr* / Gary Huck

Hin und wieder kann es nicht schaden, die eigene Onlinepräsenz auf den neuesten Stand zu bringen. In diesem Artikel finden Sie vier Tipps für den Relaunch.

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Bei der Konzeption und dem design eines Relaunches sollte die User Experience an erster stelle stehen.
Bei der Konzeption und dem design eines Relaunches sollte die User Experience an erster stelle stehen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Mehr Nutzerfreundlichkeit, mehr Sichtbarkeit, ein modernes Design - ein Webseiten-Relaunch hat eigentlich klare Ziele. Doch da verschiedene Abteilungen und Partner involviert sind, beginnen die Herausforderungen meist schon vor dem Projektstart. Damit alle die gleichen Ziele haben, sollte sich das Unternehmen klar sein, für wen es den Relaunch macht: für die User und ihre Ziele.

Die Optimierung der User Experience (UX) beginnt lange bevor die Webseite entwickelt wird. Nur wenn schon in der Konzeptionsphase alle Beteiligten einen klaren Nutzer-Fokus entwickeln und zulassen, entsteht eine Website mit exzellenter User Experience. In der Praxis kommt es häufig vor, dass das Projektteam nicht ausreichend versteht, welche Wünsche, Herausforderungen oder Ziele die tatsächlichen Nutzer haben. Zu Beginn stehen daher Fragen wie: Wer sind die Kernzielgruppen? Für wen wollen wir die UX verbessern? Welche sozialen, emotionalen und funktionalen Bedürfnisse haben die Nutzenden? Welche Businessziele sollen durch die Verbesserung erreicht werden?

Zusätzlich werden zu Beginn die Verantwortlichkeiten definiert, Teams gebildet und Abstimmungswege festgelegt.

Ein Relaunch kann in vier Schritten erfolgen:

Empathise

In Vorbereitung auf den Relaunch wird das Verständnis von der Zielgruppe gebildet. Das Team versetzt sich in sie hinein, um zu verstehen, was sie bewegt, was ihre Motivation ist und welche Ziele sie verfolgen. Mithilfe von Personas, Zielgruppeninterviews und verschiedensten Tools wie Hotjar (User-Analyse-Tool) nähert man sich so über das bestehende Wissen und gezieltes Nachforschen an. Das kann in der Praxis herausfordernd sein. Beim Relaunch der Webseite des Weka Fachverlags etwa musste eine breit gefächerte Zielgruppe in den Blick genommen werden. Der Verlag bietet Fachliteratur, Fachinformationen und Software für verschiedene Branchen an – vom Baugewerbe bis zum Personalwesen. Hunderte von Produkten präsentiert Weka auf der Webseite. Entsprechend heterogen ist die Zielgruppe.

User Stories & Jobs To be Done

Sobald das Team die Zielgruppen verstanden hat, entwickelt es gemeinsam die sogenannten User Stories. Damit gemeint sind einerseits die Erwartungen der User an die Seite sowie der Weg der User auf der Seite. Bei Weka wurde klar, dass viele Kunden sich über verschiedene Produkte informieren und dazu eine übersichtliche Darstellung brauchen. Da sie aber beispielsweise den Kauf einer Software mit Vorgesetzten abstimmen müssen, wollen sie Produkt-Seiten ausdrucken können. Allgemein ist der Wunsch hier, eine möglichst große Informationstiefe zu bieten. Ohne ein tiefes Verständnis für die User hätten wir wichtige Informationen und Funktionen stärker reduziert. Außerdem wurde klar, dass die meisten Kunden einen Kauf am Desktop in der Arbeit durchführen. Der Checkout-Prozess und die Zahlungsmodalitäten (mit oder ohne Umsatzsteuer) sind daher entsprechend angepasst. Mobile-First, wie es sonst bei vielen Webseiten Standard ist, machte hier weniger Sinn.

Je stärker der Nutzer-Fokus im vorherigen Schritt gesetzt wurde, desto höher sind die Chancen die User Stories richtig zu definieren und am Ende eine optimale UX zu bieten.

Early Testing der Wireframes

Von Anfang an wird das Design ständig re-evaluiert. So wird schnell deutlich, welche Module nötig sind und wo noch mehr Einsatz sinnvoll ist. In dieser Phase ist es wichtig, bereits mit realen Inhalten in Form eines Prototyps zu arbeiten und diese zu testen.

Testen des Prototyps

Steht der Prototyp, beginnen die wahrscheinlich schwierigsten letzten 20 Prozent der Konzeptionsphase. Meist herrscht in dieser Phase Zeitdruck, während gleichzeitig viele Details geklärt werden müssen. Hier zahlt es sich aus, wenn bereits zu Beginn des Relaunches klare Verantwortlichkeiten geklärt wurden und das ganze Team ein klares Verständnis der User Stories hat. In dieser Phase startet außerdem der Reality-Check. Die Designer testen die Seite mit realen Usern, um die letzten Schwachstellen aufzudecken. Danach geht der Prototyp in die Entwicklung und der Relaunch wird geplant.

Diese Struktur hilft allen Beteiligten, den Relaunch als transparenten Prozess zu verstehen. Doch dieser Prozess ist nur so gut wie die Kommunikation des Teams untereinander. Verantwortliche sollten daher von Beginn an deren Zusammenarbeit und Austausch im Blick haben und die Kommunikation aktiv mitgestalten. Denn eine Website oder digitale Präsenz sollte nicht als Einmal-Projekt verstanden werden. Sondern als einen sich stetig weiterentwickelnden Organismus um die sich wandelnden Gegebenheiten von Markt und Zielgruppen adaptieren zu können.

*Alexander Dohr ist CCO bei der Digitalagentur &why und und verantwortet dort die Brand-, Storytelling- und Experience-Projekte.

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