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Herausforderung an das E-Mail-Marketing durch Urteilsspruch Ist das Double-Opt-In-Verfahren doch nicht mehr rechtssicher?

| Redakteur: Natalie Wander

Können Unternehmen, die E-Mail-Marketing einsetzen, zukünftig rechtlich auf der sicheren Seite sein? Dies ist durch einen neuen Urteilsspruch nicht mehr eindeutig mit JA zu beantworten. Das Oberlandesgerichts München hat das von vielen Firmen geschätzte Double-Opt-In-Verfahren in Frage gestellt.

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Ist das Double-Opt-In noch zulässig? - Ein Gerichtsurteil könnte es ins Wanken bringen.
Ist das Double-Opt-In noch zulässig? - Ein Gerichtsurteil könnte es ins Wanken bringen.
(Bildquelle: Fotolia © cirquedesprit)

Im jetzt veröffentlichten Urteil mit dem Aktenzeichen 29 U 1682/12 wird bereits die erste E-Mail, mit der im Double-Opt-In-Verfahren aufgefordert wird, die Anforderung eines Newsletters zu bestätigen, als Werbung deklariert und somit für nicht zulässig erklärt. Für diese Anforderung müsse vorab schon eine Einwilligungserklärung des Empfängers vorliegen, sonst könne dieser nicht angeschrieben werden.

Bislang hatten Unternehmen das Double-Opt-In-Verfahren deshalb akzeptiert und etabliert, da sie somit die Einwilligung ihrer Kunden auf zweifache Weise einholten. Zuerst entschied sich der Interessent für das Eintragen seiner Kontaktdaten auf der Webseite. Daraufhin bekam er von der Firma eine Bestätigungs-Mail zugesandt, welche das Implizieren der Kontaktdaten in die Firmendatenbank beinhaltete. Nun folgte die zweite Zusage des Kunden, indem er in diese Nachricht einwilligte. So lief es bis heute. Viele E-Mail-Marketing-Experten rieten anderen Unternehmen und Kunden geradezu, dieses sichere Verfahren einzusetzen. Doch was folgt in der Zukunft?

Da in diesem Urteil die Bestätigungs-Mail nun als Werbung eingestuft wurde, tun sich die Experten noch mit neuen Empfehlungen schwer. Wie wird man weiter verfahren? Werbung bedarf einer vorherigen ausdrücklichen Einwilligung des Empfängers. Doch wie soll diese eingeholt werden?

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, aber bereits vollstreckbar. Sollte es dazu kommen, dass es rechtskräftig wird, werden die E-Mail-Marketing-Experten vor eine große Herausforderung gestellt.

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