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EU-Datenschutz – Die Business Debatte: Teil 1 Ist die EU-Datenschutzreform eine Gefahr für die Wirtschaft?

| Redakteur: Gesine Herzberger

Datenschutzgesetze haben vor allem eine Aufgabe: Sie sollen die Persönlichkeitsrechte von Menschen wahren. Die EU-Datenschutznovelle, an der aktuell gearbeitet wird, könnte aber auch Folgen für Unternehmen haben. Und zwar vor allem negative.

Dass Datenschutz nicht gleich Datenschutzgesetz ist, zeigt die aktuelle Debatte um die neue EU-Datenschutzverordnung. Diese könnte nach aktuellem Stand nämlich nicht nur User schützen, sondern auch Unternehmen in ihrer täglichen Arbeit beeinträchtigen.
Dass Datenschutz nicht gleich Datenschutzgesetz ist, zeigt die aktuelle Debatte um die neue EU-Datenschutzverordnung. Diese könnte nach aktuellem Stand nämlich nicht nur User schützen, sondern auch Unternehmen in ihrer täglichen Arbeit beeinträchtigen.
(Bildquelle: Fotolia.com © SP-PIC)

Das zeigen immer wieder Äußerungen von Wirtschaftsverbänden, Arbeitskreisen und NGOs, aber auch Mitteilungen der Berliner Datenschutzrunde, einem Zusammenschluss von datennutzenden Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Datenschutzbeauftragten. Die Befürchtung: Die neuen EU-Datenschutz-Richtlinien könnten Unternehmen, Organisationen und Verbände in ihrer täglichen Arbeit einschränken und ihnen so vor allem lang- und mittelfristig erheblich schaden.

Hintergrund

Die EU will den europäischen Datenschutz vereinheitlichen und an die veränderten technischen Entwicklungen anpassen. An und für sich ein guter und richtiger Vorsatz. Allerdings ist der Berichtsentwurf des EU-Parlaments – wie schon der Vorschlag der Europäischen Kommission für eine EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) – bislang eher einseitig. Im Mittelpunkt steht der einzelne User und seine Datensicherheit. Angefacht durch den NSA-Skandal wird der Ruf nach dem Schutz persönlicher Nutzerdaten immer lauter. Zugleich gerieten durch falsch gezogene Parallelen auch die datenverarbeitenden Geschäftsmodelle der Wirtschaft im Zuge der EU-Datenschutzdebatte zunehmend in Verruf.

Datenverarbeitung ist nicht negativ

Dabei ist die Verarbeitung personenbezogener Daten an sich nicht negativ, sondern sogar Voraussetzung zahlreicher Geschäftsmodelle der freien Wirtschaft. Denn während einige Unternehmen völlig ohne die Verarbeitung personenbezogener Daten auskommen, sind andere darauf angewiesen. Das Problem: Je nach Ausgestaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung könnten datenverarbeitende Geschäftsmodelle in absehbarer Zeit unrechtmäßig werden. Eine Perspektive, die viele Unternehmen – und somit die deutsche Wirtschaft – vor große Probleme stellen könnte.

Sie sind gefragt!

Die Entwicklung EU-Datenschutzverordnung geht derzeit in ihre heiße Phase: 2014 soll das Regelwerk in Kraft gesetzt werden. Dennoch sind sich bislang nur wenige Unternehmer bewusst, welche unmittelbaren Auswirkungen das, was derzeit in Brüssel diskutiert wird, auf ihre Arbeit haben könnte.

Genau das wollen wir ändern: Mit einer marconomy-Sonderserie zum Thema EU-Datenschutz. Unsere Business-Debatte wird sich über die kommenden Monate hinziehen und die weitere Entwicklung der EU-Datenschutzreform begleiten. Interviews, Expertenstatements und Fachbeiträge zum Thema sollen Ihnen umfassende Einblicke nicht nur in die Debatte, sondern auch in mögliche Konsequenzen für Ihre tägliche Arbeit und Ihr Unternehmen liefern.

* Sie haben Fragen oder Input zum Thema EU-Datenschutzreform? Dann nutzen Sie die Kommentarfunktion oder senden Sie uns eine E-Mail.

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