Marketing Kleine Betriebe sollten digitaler kommunizieren

Autor / Redakteur: Andreas Karasek* / Gary Huck

Trotz des Digitalisierungsschubs in der Corona-Pandemie vermeiden einige Unternehmen laut einer Umfrage von Forsa immer noch die digitale Kommunikation. Obwohl die Kunden es wünschen.

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Kunden wollen digitale Kommunikationskanäle. Doch gerade kleinere Unternehmen reagieren teilweise noch nicht auf dieses Bedürfnis.
Kunden wollen digitale Kommunikationskanäle. Doch gerade kleinere Unternehmen reagieren teilweise noch nicht auf dieses Bedürfnis.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Digitaler Kundenkontakt über Social Media oder die eigene Internetpräsenz bietet Instrumente zur Kundengewinnung und -betreuung sowie zur Verkaufsförderung. Trotzdem meiden immer noch viele kleine und mittelgroße Unternehmen die Online-Kanäle.

In den vergangenen Monaten war in den Medien häufig zu lesen, dass die Corona-Pandemie in Deutschland einen Digitalisierungsschub ausgelöst habe. Eine Anfang Juni veröffentlichte Onlineumfrage von Forsa im Auftrag des Gewerbeverzeichnisses Gelbe Seiten ergab jedoch, dass viele kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) immer noch Social-Media-Kanäle meiden. 71 Prozent der 300 befragten KMU aus verschiedenen Branchen argumentierten, ihnen reichten herkömmliche Werbeformen aus. Fast jeder dritte Betrieb verzichtet sogar auf eine eigene Internetpräsenz. Obwohl fast die Hälfte der befragten Unternehmen angab, in der Corona-Krise geringere Umsätze erzielt zu haben, wurden digitale Wege häufig nicht genutzt, um mit Kunden in Kontakt zu treten. Nur 14 Prozent boten digitale Beratung an, 10 Prozent das System „Click and Collect“ und 5 Prozent Kunden-Chats. Noch weniger führten Online-Terminvergaben oder Webshops ein.

Gründe für fehlende Internetpräsenz

Damit laufen die Betriebe jedoch Gefahr, Chancen durch die Nutzung digitaler Kanäle zu verspielen und hinter Wettbewerbern zurückzubleiben. Viele Verbraucher nutzen Social Media nämlich, um sich über Produkte und Dienstleistungen zu informieren. Und sie wünschen sich deshalb auch, dass Unternehmen Kanäle wie Facebook, Instagram, Twitter und Co. intensiver für Marketing- und Verkaufszwecke einsetzen. Obwohl über die Hälfte der befragten Unternehmen weiß, dass die digitale Kundenkommunikation bei der Kundengewinnung und -betreuung unterstützt und gewünscht wird, schrecken viele davor zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • 71 Prozent setzen auf andere Werbeformen
  • 58 Prozent erkennen keinen Nutzen
  • 41 Prozent klagen über fehlende Kapazitäten
  • 29 Prozent fehlt nach eigenen Angaben das nötige Wissen
  • 14 Prozent verweisen auf die Kosten
  • 5 Prozent verweisen auf den Datenschutz

Dabei haben nur 13 Prozent der befragten Unternehmen, die noch keine Social-Media-Plattformen nutzen, vor, zukünftig auf diesen Kanälen aktiv zu werden. Und das obwohl 26 Prozent denken, sie könnten damit etwas erreichen.

Ausbau der Social-Media-Kanäle von Kunden gewünscht

In allen Branchen zeigt sich erhebliches Ausbaupotenzial, wenn es darum geht, sich bei Verbrauchern zu positionieren. Auf die Frage, wie gut Unternehmen soziale Medien für sich nutzen, beurteilten immerhin 51 Prozent der Befragten die Auftritte von Gastronomen als „sehr gut“ oder „eher gut“. Im Lebensmittel- sowie dem Textil- und Modehandel waren es noch 42 Prozent. Hier finden Verbraucher immer häufiger detaillierte Informationen, Speisekarten oder auch Webshops. Andere Branchen wurden hingegen als „weniger gut“ oder sogar als „schlecht“ bewertet. Vor allem Handwerker (48 Prozent), Ärzte und Physiotherapeuten (46 Prozent), Friseure und Gartenbaubetriebe (jeweils 43 Prozent) schnitten bei der Befragung schlecht ab. Während der Corona-Pandemie haben die sozialen Medien als Informationskanal noch einmal deutlich an Bedeutung gewonnen. Der digitale Dialog wird gerade unter schwierigen Rahmenbedingungen sehr positiv bewertet und kann sich somit förderlich auf das Geschäft auswirken. Oft nutzen Verbraucher die Internetpräsenzen auch, um zunächst einmal zu recherchieren und später vor Ort zu kaufen. Doch dies gelingt nur, wenn Kunden auch Informationen online finden.

Mit den richtigen Keywords die Präsenz steigern

Der Großteil der Befragten entschied sich für einen eigenen Social-Media-Auftritt, um diesen für Marketingzwecke und die Kundenakquise zu nutzen. 90 Prozent gaben diese Anliegen für den Schritt an. Außerdem zählen auch die Mitarbeitergewinnung (35 Prozent), die Kundenbetreuung und die Reklamation (33 Prozent) sowie die interne Kommunikation (20 Prozent) zu den weiteren Absichten der Unternehmen. Ob Menschen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, einem Produkt, einer Dienstleistung oder Hilfe für ein spezielles Problem sind, sie beginnen ihre Recherche immer häufiger im Internet.

Um Internetnutzern die gesuchten Informationen zu liefern, müssen die Internetseiten und Social-Media-Kanäle der Unternehmen interessanten und einzigartigen Content liefern. Suchmaschinen wie Google erkennen Inhalte und Zusammenhänge durch sogenannte Crawler. Sie stellen das Kerninstrument der Indexierung der Suchmaschinen dar, indem sie Internetseiten meist über Hyperlinks anderer, bereits indexierter Websites besuchen, die Informationen vollständig auslesen und anhand von Algorithmen verschlagworten. Dementsprechend werden die indexierten Daten dann in der Ergebnissuche der Suchmaschinen angezeigt. Websites sollten daher sowohl einwandfrei lesbar und gut strukturiert sein als auch umfassende Antworten auf die jeweiligen Fragen der Suchmaschinen bereitstellen. Außerdem müssen Internetseiten Keywords enthalten, nach denen die Zielgruppe sucht. Um von den Suchmaschinen hoch gerankt zu werden, sollten diese Begriffe an verschiedenen Stellen vorkommen. Dazu gehören zum Beispiel die URLs der Unterseiten, Überschriften, Texte, Namen von Fotodateien oder Grafiken sowie Textanrisse, die die Suchmaschinen anzeigen.

Sichtbarkeit und Reichweite durch Suchmaschinenmarketing verbessern

Für die meisten Produkte oder Services gibt es allerdings zahlreiche Anbieter. Wer Sichtbarkeit und Reichweite des eigenen Betriebes im Internet schnell erhöhen möchte, für den lässt sich Suchmaschinenmarketing empfehlen. Über die Anzeigenschaltung in Suchmaschinen (SEA) wie Google oder Bing sowie die Optimierung der eigenen Website für die Suchmaschinen (SEO) können Unternehmen höhere Klickraten erhalten und mehr potenzielle Kunden auf die eigene Seite leiten. Viele kleine Betriebe, Neugründer oder Selbstständige versuchen oft, möglichst viele Unternehmensbereiche selbst zu betreuen. Neben der Verwaltung und dem laufenden Betrieb kümmern sie sich gleichzeitig noch um die Website, SEA-Kampagnen mit Google Ads oder Bing Ads und die Suchmaschinenoptimierung der eigenen Internetpräsenz. Doch gerade zu Beginn oder in bestimmten Teilbereichen kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.

Vor allem im SEO-Bereich sind weitläufige Kenntnisse erforderlich, um ungenutztes Potenzial oder Fehler zu erkennen. So lässt sich beispielsweise der Qualitätsfaktor im Ads Account verbessern, Streuverluste der Werbeanzeigen reduzieren, zielgruppenrelevante Rankings optimieren sowie mehr Leads und Umsätze generieren. Dabei müssen die Werbeausgaben auch nicht immer hoch sein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht in hohen Budgets, sondern in der Professionalität der Kampagnen und einer effizienten Werbestrategie. Es gilt zunächst den Status quo für den jeweiligen Kunden zu ermitteln, den Markt zu analysieren, gründlich die Aktivitäten von Mitbewerbern zu recherchieren. Daraus lässt sich eine passende und individuelle Kampagnenstrategie entwickeln. Es gibt auch Anbieter, die bei der Erstellung und Betreuung von Websites oder Social-Media-Kanälen zu Festpreisen unterstützen. So behalten auch kleine Betriebe und Selbstständige jederzeit den Überblick darüber, welche Kosten sie erwarten.

*Andreas Karasek ist Online-Marketing-Spezialist und gründete 2015 die Agentur SEM Berater

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