KI-Integration

Künstliche Intelligenz ermöglicht Marketern smarte Entscheidungen

| Autor / Redakteur: Patrick Edlefsen / Lena Höhn

Unternehmen wissen oft garnicht, wie sie all die zur Verfügung stehenden Informationen im Datenmeer sinnvoll verwenden sollen.
Unternehmen wissen oft garnicht, wie sie all die zur Verfügung stehenden Informationen im Datenmeer sinnvoll verwenden sollen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Im Alltag ist Künstliche Intelligenz (KI) auf viele Arten bereits integriert. Netflix antizipiert beispielsweise, welche Serie ein Nutzer voraussichtlich sehen könnte. Doch nicht nur im Alltag, sondern auch im Unternehmen hat KI eine enorme Bedeutung und das Potenzial Innovation voranzutreiben.

Wenn es durch Technologie immer einfacher, schneller und effizienter wird, Aufgaben zu erledigen und Innovation voranzutreiben, dann scheint es nur logisch, dass KI auch einen immensen Einfluss auf Marken und Mediaagenturen haben kann und sie bestenfalls zu smarteren Marketingstrategen macht.

Das Datenmeer verständlich und nutzbar machen

Einer der stärksten Gründe für diese Annahmen ist die Masse an Daten und Käuferinformationen, die Marketern heute zur Verfügung steht. Dieses Datenmeer ist für das menschliche Gehirn viel zu umfassend, als dass man es verarbeiten, organisieren und entsprechend gut nutzen könnte. Damit ist es für Unternehmen Herausforderung und Chance zugleich: Auf der einen Seite wissen sie oft gar nicht, wie sie all die zur Verfügung stehenden Informationen sinnvoll verwenden sollen. Auf der anderen Seite liegt genau darin der Schlüssel zum wohl größten Marketing-Geheimnis, das Werbetreibende seit jeher zu enthüllen versuchen: Wie sieht der Mensch aus, der das braucht, was ich ihm anzubieten habe?

KI ermöglicht es, diesem Datenmeer Sinn zu geben, Insights aus ihm zu gewinnen und es nutzbar zu machen, um Nutzer, Moment, Endgerät und Kontext vor der Ausspielung einer Anzeige perfekt zu bestimmen. Auf Basis der KI-Leistung können alle Elemente eines Creatives in Echtzeit optimiert und auf den Nutzer zugeschnitten werden. Damit erledigt die Technologie also die “Mammutarbeit” und ist ein starkes Marketing-Tool, das - anders als ein Mensch - Entscheidungen über eine Anzeigenplatzierung in Millisekunden treffen kann und dabei auf 300 Milliarden Echtzeit-Daten zurückzugreift.

Immer wieder neue Insights erhalten

Doch KI ist tatsächlich weitaus smarter und in der Lage mehr als nur die grundsätzliche programmatische Automatisierung zu erledigen. Auch wenn KI-basierte Plattformen über das nötige Know-How verfügen, kurzfristig zu entscheiden, welche Anzeige wo am besten platziert ist, sind es noch ganz andere Vorteile, die für Marken und Agenturen viel entscheidender sein dürften. Die größte Stärke einer KI liegt in ihrer Fähigkeit, unfassbare Datenmengen zu analysieren, zu verstehen, zu interpretieren und dieses gewonnene Wissen wieder zurückzuspielen. KI bedeutet eine dauerhafte Lernschleife und den Gewinn immer neuer Insights, die Marketer und Organisationen dahinter nutzen können, um Kampagnen stetig weiter zu optimieren, neue Nutzer zu erreichen und Conversion Rates zu steigern.

Den Konsumenten verstehen

Mittels KI ist es möglich, Muster in den Datensätzen einer Kampagne zu erkennen, die weitere Erkenntnisse darüber liefern, welche Faktoren Einfluss auf die Conversion eines Nutzers nehmen. Das gibt Marketern die Chance, ihr Targeting hinsichtlich eines bestimmten Outcomes zu optimieren – zum Beispiel in Richtung eines prozentualen Anstiegs von online getätigten Versicherungsabschlüssen - anstatt zum Zweck der Optimierung auf Segmentierung oder Third-Party-Daten setzen zu müssen. KI analysiert Milliarden von Datenpunkten und ermittelt dabei, welche Nutzer das wahrscheinlich höchste Interesse an einem Produkt oder einer Dienstleistung haben und hilft Werbetreibenden so, ihre Kampagne dahingehend auszurichten.

Anstatt wie bisher ein bestimmtes Set an Parametern, wie Alter oder Geschlecht, festzulegen, können Marketer nun bereits bevor die Werbung ausgespielt wird identifizieren, welche Elemente einer Kampagne erfolgsversprechend sind. Das ist ein großer Meilenstein sowohl im Bereich Programmatic, als auch für die Werbeindustrie an sich. In einer Branche, in der es seit jeher darum geht, möglichst viele Informationen über den eigenen Kunden zu besitzen, bedeutet KI einen immensen Fortschritt und neues spezifisches Wissen über die Zielgruppen - wer sind meine Käufer? Wo sind sie unterwegs und was wollen sie? Das sind Fragen, die heute mit wenig Aufwand sehr genau beantwortet werden können.

Von KI lernen und sich mit ihr verbessern

KI macht am Ende nicht nur Technologie oder Adserver smarter: Auch die Menschen, die die Geschäfte oder Marketing-Abteilungen führen und Werbekampagnen steuern, profitieren davon. Die starke Veränderung in der Art und Weise, wie sie ihre Kunden kennenlernen und erreichen, wird den Job des Marketers verändern. Doch im Gegensatz zu den teils furchteinflößenden Berichten, welche voraussagen, dass Bots zukünftig die Welt regieren und damit Arbeitsplätze vernichten, wird KI vielmehr auch den menschlichen Horizont erweitern und positiven Einfluss auf seine Arbeit nehmen, indem sie ein Tool liefert, mit dem fundiertere Entscheidungen getroffen werden können. Denn am Ende werden auch weiterhin Menschen die Fäden im Marketing ziehen - mit dem Unterschied, dass sie KI-basiert bessere Entscheidungen treffen und mehr Wissen über ihre Kunden verfügen und damit kreative Botschaften für den perfekten Moment schaffen können.

Die Verantwortung liegt nun beim Marketer, der eine Art von Hybrid werden muss: Er muss eine Balance schaffen zwischen der Notwendigkeit, käufer-zentriert und daten-versiert zu denken und gleichzeitig wissen, wie er die ihm zur Verfügung stehende Technologie einsetzt, um effektiver zu arbeiten und das Unternehmen zum Erfolg zu führen. Auf Grund dieser Entwicklungen wird der Marketer zukünftig nicht nur eine Funktion einnehmen und eventuell auch nicht länger nur einer Abteilung angehören - Marketer werden vielmehr eine entscheidende Rolle in den Bereichen Daten-Management, digitale Transformation und strategische Ausrichtung spielen. Dabei ist KI-basiertes Programmatic Advertising sicher nur der Anfang.

Patrick Edlefsen ist Managing Director DACH bei Sizmek.
Patrick Edlefsen ist Managing Director DACH bei Sizmek. (Bild: ©2014 Friedrich Ganter)

Über den Autor

In seiner Funktion als Managing Director DACH verantwortet Patrick Edlefsen das Wachstum des Sizmek -Teams in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die fortlaufende Weiterentwicklung des Leistungsportfolios für Agenturen und Werbekunden und die strategische Aufstellung im Markt. Nach seinem Studium im Fach Business Management an der University of Westminster entdeckte Edlefsen in der Stelle des Managing Directors zunächst bei FOX Networks und anschließend beim Video Advertising Network BrightRoll seine Leidenschaft für Werbetechnologie und Onlinemarketing.

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