Digitaltrends 2021 Kurzfristige Entwicklung oder langfristig relevant?

Autor / Redakteur: Tim Kallenbach* / Lena Müller

Die digitale und globalisierte Welt dreht sich immer schneller. Daran ändert auch eine Pandemie nichts – ganz im Gegenteil: Insbesondere digitale Entwicklungen haben im einschneidenden Jahr 2020 an Fahrt aufgenommen.

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Die Welt wird immer digitaler, dreht sich immer schneller um neue Themen. Welche Trends Sie 2021 auf dem Schirm haben sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Die Welt wird immer digitaler, dreht sich immer schneller um neue Themen. Welche Trends Sie 2021 auf dem Schirm haben sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Wann ist der passende Zeitpunkt und welcher Trend ist relevant?

Eine seriöse Bewertung, welche dieser Entwicklungen für das eigene Geschäft wirklich relevant sind, ist dabei oft nicht auf Anhieb möglich. Vielleicht ist aber auch alles eine Frage des Timings – oder um es mit dem französischen Schriftsteller Jean de La Fontaine zu sagen: „Eilen hilft nicht; zur rechten Zeit fortzugehen, das ist die Hauptsache“.

Doch wann ist die rechte Zeit? Mit dieser Frage befassen sich auch viele mittelständische Unternehmen. Sie befinden sich auf dem schmalen Grat zwischen dem Wunsch einerseits, nichts zu verpassen und gegebenenfalls in digitale Innovation zu investieren und dem soliden Wirtschaften, das vor allem den oftmals eigentümergeführten Mittelstand auszeichnet. Um mittelständische Kunden in diesem Spannungsfeld zu unterstützen, haben wir Themen identifiziert, die eine seriöse Bewertung ermöglichen und zugleich relativ unkompliziert anzuwenden sind. Denn es ist nie zu spät für eine Veränderung, wenn man die Themen sorgfältig und für sich passend auswählt, sie konsequent angeht und in der Folge mit Energie umsetzt.

Von der Kunden- und Mitarbeitersuche bis hin zu E-Mail-Marketing: Diese Trends bleiben

Vor allem bei der Suche nach neuen Kunden und Mitarbeitern, aber auch bei der Beobachtung des Wettbewerbs ist eine Entwicklung der vergangenen Jahre wichtig auf der Uhr zu haben: Der Wandel von LinkedIn. Bisher als internationales Pendant zu XING wahrgenommen, ist LinkedIn auch in Deutschland inzwischen das Business Netzwerk schlechthin. Deshalb bekommt auch LinkedIn Marketing einen neuen Stellenwert, der weit über HR-Themen hinausgeht: Das Netzwerk ist ein extrem wichtiger Kanal zur Positionierung. Mittelständler sollten es daher konsequent nutzen, um Botschaften an Neu- und Bestandskunden zu senden.

Dabei ist es auf LinkedIn wie auch anderen Kanälen wichtig, was und wie kommuniziert wird. In einer komplexen und diversen Welt kommt der eigenen Marke und der damit verbundenen Kommunikation eine neue Aufgabe zu: Menschen Halt und Orientierung zu geben. Das erreichen Unternehmen, indem sie ihren Purpose, den Zweck ihres Unternehmens nach innen und außen kommunizieren und erlebbar machen, gerade auch in Richtung der eigenen Mitarbeiter. Denn oft sind überzeugend gelebte Werte sowohl Bewerbern als auch potenziellen Neukunden wichtiger als Geld. Der richtige Inhalt und Ton machen den Unterschied.

Inwiefern Werte zwischen Geschäftspartnern geteilt werden, konnte früher persönlich auf Messen ausgelotet werden. Wie wichtig dieser persönliche Austausch darüber hinaus zur Vermittlung von Wissen oder zum Füllen der Sales-Pipeline ist, zeigt sich daran, wie schnell in der Pandemie virtuelle Alternativen gefunden wurden. Doch auch wenn nach der Ausnahmesituation der reale Kontakt zurückkehrt: Virtuelle Events haben sich durch den Wegfall von Reisen, und ihren vergleichsweise geringen Aufwand, einen bleibenden Platz gesichert. Auch nach der Pandemie werden Unternehmen daran festhalten und es lohnt sich, schon jetzt auf Lösungen zu setzen, die auch langfristig Bestand haben.

Das liegt auch daran, dass bestimmte Nachteile durch technische Entwicklungen abgefedert werden können. Mit Hilfe von Augmented Reality ist es beispielsweise möglich, auch rein virtuell einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Massiv gepusht durch Technologieführer wie Apple wird der Austausch im digitalen Raum mehrdimensionaler. Hier bietet sich die Chance für digitale Erlebnisse, die Geschäftspartner und Kunden begeistern.

Und natürlich findet die Kommunikation mit Kunden längst nicht mehr nur über die eigene Website statt. Die Zahl der Kommunikationskanäle und Touchpoints steigt stetig. Durch Headless CMS ist es trotzdem möglich, kanalübergreifend einheitliche Botschaften auszusenden: Inhalte sind damit unabhängig vom Ausgabe-Format gestaltet – und werden nach Bedarf gesendet, auf LinkedIn, als Blogbeitrag oder in der analogen Mitarbeiterzeitung.

Der Kunde bleibt im Zentrum

Um über alle Kanäle hinweg konsistent zu kommunizieren, müssen Unternehmen ihre Kunden und deren Bedürfnisse stets ins Zentrum stellen. Dafür braucht es Joint Forces: Abteilungen müssen neue Prozesse etablieren, aus Silos ausbrechen und für ein perfektes Kundenerlebnis zusammenarbeiten. Nur so ist eine einheitliche Customer Experience mit den gewünschten Conversion-Effekten möglich.

Selbstverständlich setzt das voraus, seine Kunden möglichst gut zu kennen. Dabei können interaktive E-Mails helfen. Mit diesen können Unternehmen Mechaniken einsetzen, die man bislang nur von Websites kennt: Interaktive Module oder Animationen schaffen beispielsweise einen echten Mehrwert oder können für Umfragen oder Feedbacks direkt eingebettet werden. Auf diese Weise werden bestehende Hürden verringert und Unternehmen können wichtige Kundendaten sammeln.

Bei all diesen Themen zeigt sich: Die Komplexität steigt. Entscheider sind es gewohnt, individuell und mit konsistenten Botschaften angesprochen zu werden. Und um wertvolle Daten zu generieren, wird auch im B2B der direkte Kontakt zum Endkunden immer wichtiger. Marketing Automation heißt das Zauberwort, das dabei hilft, Komplexität zu meistern und generierte Daten zu erfassen. Diese sollten konsequent zum Einsatz kommen, um eine möglichst passgenaue, individuelle und automatisierte Kommunikation zu etablieren – wie es im B2C Bereich längst üblich ist.

Fazit

Vor allem für mittelständische Unternehmen gilt es, die relevanten Trends für sich zu bewerten, den Einsatz einzelner Maßnahmen gut abzuwägen und dabei gleichzeitig solide zu wirtschaften. Bei den hier aufgeführten Themen ist das möglich – mittelfristig aber auch zwingend notwendig, will man den Anschluss zum Wettbewerber nicht verlieren. Alles eine Frage des Timings und der sorgfältigen Betrachtung.

Dieser Beitrag fasst die Kernergebnisse des Reports „Digitaler Trend Monitor 2021: Was kommt, was hebt ab, was fliegt“ der Digitalagentur schalk&friends zusammen. Den Report gibt’s hier zum kostenlosen Download.

*Tim Kallenbach ist Director Strategy bei schalk&friends.

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